Ganz normaler Bahnsinn: Die Schule Oberthal probt fürs grosse Fest

Kurztext:Seit vergangenem Herbst wird in Oberthal fleissig improvisiert und Text gelernt. Im Rahmen des „Fescht i de Höger“ wird Ende Juni ein grosses Theaterspektakel aufgeführt – und die erste urkundliche Erwähnung der Schule vor 333 Jahren gefeiert.

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Lehrer Sascha Wüthrich erklärt den Schülerinnen und Schülern die nächste Szene des Theaterstücks. (Bild: Res Reinhard)

Auf den ersten Blick sieht es im Klassenzimmer nach einer gewöhnlichen Schulstunde aus. Die Oberstufenschüler sitzen konzentriert an ihren Schulpulten und beraten sich in kleinen Gruppen. Dann fällt der Blick auf ein Pult, das am Fenster steht. Darauf gruppiert verschiedene Schminksachen. Kurz zuvor hat sich hier die 9. Klässlerin Vera geschminkt. Passend zu ihrer Rolle als ältere Dame, schmücken nun scheinbare Falten ihr Gesicht.

Von der Improvisation…

„Niemand muss eine Rolle spielen, die er nicht möchte“, erklärt Tabea Liebi. Gemeinsam mit Sascha Wüthrich arbeitet sie seit mehreren Monaten am geplanten Theaterstück. Dabei liessen die beiden Oberstufenlehrer die Schülerinnen und Schüler zu Beginn vor allem improvisieren, um herauszufinden, wer am besten in welchen Bühnencharakter schlüpfen kann.

Ein Vorgehen, das auch für die Lehrpersonen ungewohnt war. „Normalerweise denken wir lieber vom Ziel an rückwärts“, meint Sascha Wüthrich mit einem Schmunzeln. Dieses Mal standen am Anfang jedoch weder vorgegebene Rollen noch ein fixfertiges Bühnenstück. „Wir sind beide Theaterfans und wünschten uns ein Theaterspektakel, wie man es von Madame Bissegger oder Karls Kühne Gassenshow kennt“, blickt der Lehrer zurück.

… zum fertigen Stück

Unterstützung erhielten die Oberthaler bei der Entwicklung des Stücks von Madame Bissegger-Regisseur Thomas Scheidegger. In einem 3-tägigen Workshop suchten sie gemeinsam mit ihm ein passendes Thema. Bedingung war, dass vom Kindergärteler bis zum Oberstufenschüler alle mitwirken können – und die Bühne einen zentralen Platz einnimmt.

Inspiriert vom Berner Treffpunkt fiel die Wahl auf „Ganz normaler Bahnsinn.“ Auf einer nahezu 6 Meter hohen Bühne spielen sich Szenen rund um die Eröffnung eines Bahnhofs ab. „Während die Einweihung des Millionenprojekts zu Beginn noch reibungslos verläuft, läuft mit der Zeit alles aus dem Ruder“, verrät Wüthrich.

Aktuell wird in der Schule Oberthal mindestens einmal pro Woche geprobt. Bisher hauptsächlich mit den Oberstufenschülern, da diese die Hauptrollen spielen. Nun werden laufend auch die jüngeren Kinder miteinbezogen. Es werden Kostüme ausgesucht und – wie Vera dies an diesem Mittwochmorgen tut – das Schminken geübt. „Das Gerüst, was erzählt wird, steht. Nun beginnen wir, die Geschichte auszufüllen“, sagt Sascha Wüthrich.

„Das wird super fantastique“

Einen ersten Einblick, was die Zuschauer erwartet, gibt es in verschiedenen Videoclips. Die Schüler schlüpfen dabei in ihre Rolle und verraten, was das „Fescht i de Höger“ neben dem Theaterspektakel noch zu bieten hat. So kündet „Françoise“ den Auftritt des Mundartsängers Ritschi mit den Worten an: „Isch bin so aufgeregt – das wird bestimmt super fantastique.“


[i] Das GNB Theaterspektakel wird am Mittwoch, 28. Juni um 20 Uhr sowie am Donnerstag, 29. Juni um 20 Uhr und am Samstag, 1. Juli um 19 Uhr aufgeführt.

Der Eintritt ist frei, es gibt eine Kollekte. Für Platzreservationen: schuerch.graf@bluewin.ch / 079 713 77 72.

[i] Weitere Informationen zum "Fescht i de Höger" unter fescht333.ch sowie in den Veranstaltungseinträgen auf BERN-OST...

[i] Siehe auch den News-Bericht „333 Jahre Schule Oberthal: 'Kuhle' Kühe, ein Theater und ein Pültlimärit“ vom 30.10.2016

Autor:Eva Tschannen, eva.tschannen@bern-ost.ch

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