Oberdiessbach - Dreikampf ums Präsidium

Kurztext:Sechs Bisherige und zwölf Neue bewerben sich um einen Sitz im Gemeinderat von Oberdiessbach. Um das Gemeindepräsidium buhlen gleich drei Köpfe. Gewählt wird am 24. September.

Die Zusammensetzung des Oberdiessbacher Gemeinderats erinnert an den Bundesrat: Genau gleich wie in der Landesregierung sind auch in der 3200-Seelen-Gemeinde drei Parteien (FDP, SP, SVP) mit je zwei sowie eine Partei (EVP) mit einem Sitz in der Exekutive vertreten. Am 24. September werden die Karten neu gemischt; die Gemeindewahlen stehen an. Nebst dem siebenköpfigen Gemeinderat gilt es auch die Kommission Tiefbau und Betriebe und die Baukommission neu zu bestellen. Zudem wird ein neuer Gemeindepräsident gesucht.

Nach vier Legislaturen hat Amtsinhaber Hans Rudolf Vogt (FDP) per Ende Jahr seinen Rücktritt angekündigt (wir berichteten). Bis am Freitagabend konnten die Ortsparteien ihre Wahlvorschläge einreichen. Wie sich nun zeigt, präsentiert sich die Ausgangslage ähnlich wie 2013: Wieder stellen sich Vertreterinnen und Vertreter von FDP, SP, SVP und EVP der Stimmbevölkerung zur Verfügung. Total kandidieren sieben Frauen und elf Männer für den Gemeinderat. Vor vier Jahren waren es acht Frauen und zehn Männer. Schaffte damals keine einzige Frau den Sprung ins Gremium, sitzt seit Anfang dieses Jahres SP-Vertreterin Antonietta Arnet im Rat.

Freisinnige wollen den dritten Sitz zurückerobern

Von den aktuellen Volksvertretern wollen es ausser Gemeindepräsident Vogt alle noch einmal wissen: Bei der FDP haben sich nebst dem Bisherigen Roger Wisler auch Stephan Hänsenberger, Rolf Moser, Cyrille Gilgen und Silvia von Wartburg aufstellen lassen. «Ziel der FDP ist es, den vor acht Jahren verlorenen dritten Sitz im Gemeinderat zurückzugewinnen», gab die Partei bereits im Juni bekannt.

Die SP portiert heuer vier Kandidierende, darunter die Bisherigen Antonietta Arnet und Christoph Joss. Hinzu kommen Silvia Hugi und Reto Schneider. «Minimalziel der SP Oberdiessbach ist es, auch künftig mit zwei Personen im Gemeinderat vertreten zu sein», liessen die Sozialdemokraten im Frühling verlauten.

Auf bewährte Kräfte setzt auch die SVP: Die Bisherigen Niklaus Hadorn und André Furrer führen die Liste an. Um einen Sitz in der Regierung bewerben sich zudem die Neuen Daniela Ramseyer und Hanspeter Hodel.

Zu guter Letzt möchte auch die EVP ihr Stück vom Kuchen abbekommen: Sie stellt den Stimmbürgern Hanspeter Schmutz (bisher) sowie die Neuen Jasmine Hari, Rudolf Akert, Christian Ott und Pia Resch zur Auswahl.

Schmutz, Hänsenberger und Hadorn streiten sich

Spannend werden könnte es bei der Wahl um das Gemeindepräsidium: «Es kommt zur Kampfwahl zwischen Hanspeter Schmutz, Stephan Hänsenberger und Niklaus Hadorn», sagt Oberdiessbachs Gemeindeschreiber Oliver Zbinden auf Anfrage.

Während EVP-Mann Schmutz und SVP-Vertreter Hadorn womöglich von ihrer Bekanntheit als Gemeinderäte profitieren dürften, tritt Hänsenberger mit dem Anspruch an, das Präsidium in den Reihen der Liberalen zu halten. Ginge es rein nach den Wähleranteilen der Parteien, wäre die Ausmarchung eine klare Sache: Bei den letzten Nationalratswahlen erzielte in Oberdiessbach die SVP einen Anteil von 40 Prozent, die FDP einen von 12,4 Prozent und die EVP einen von 6,2 Prozent.

Autor:Gabriel Berger, Thuner Tagblatt TT

Kommentare

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    Matthias Engel, Oberdiessbach vor 3 Monaten

    Lässt der Thuner Tägu - und damit auch Bern-Ost - Oberdiessbach schrumpfen oder ist 3200 die Sommerferien-Einwohnerzahl? Oberdiessbach hat eigentlich 3500 Einwohner.