Oberdiessbacher Wahlen: Fragen an die Kandidaten

Kurztext:Teil 1: Gibt es ein Comeback für die Mehrzweckhalle?

Werden Sie in der neuen Legislatur einen weiteren Versuch starten, eine Mehrzweckhalle zu bauen? Warum (nicht)?

Stephan Hänsenberger (FDP): Hohe Investitionen benötigen eine Basisdiskussion in Bezug auf Nutzen und Finanzierung. Bei der Mehrzweckhalle war dies ein Prozess, der über die Zeit auch Veränderungen in der Grundhaltung brachte. Das Projekt wurde korrekterweise zurückgestellt, damit ist die Diskussion wieder lanciert. Die Bedürfnisse sind glasklar zu klären und die Nutzung vorab zu definieren, mit Blick in die Zukunft. Dabei ist mir wichtig, dass grundsätzlich die ganze Bevölkerung von Hallen und Angeboten profitieren kann, so frei wie möglich. Eine einfache Finanzierungslösung ohne Steuererhöhung sollte aus meiner Sicht nochmals angegangen werden. Die Trägerschaft darf auch breit aufgestellt sein. Die Standortfrage folgt erst nach diesen Klärungen, respektive die Finanzierung wird dann parallel zum neuen Projekt beurteilt. Nur so ergibt sich eine Auslastung die im Zusammenhang der hohen Kosten betrachtet werden muss.

Niklaus Hadorn (SVP): Der Gemeinderat hat die Planung einer Mehrzweckhalle und die Schulraumplanungen sistiert. Die Stimmbürger erwarten Antworten, fragen sich, wie es weitergehen soll. In Oberdiessbach werden in den nächsten Jahren viele Wohnungen gebaut. Das ändert die bisherige Ausgangslage, es müssen Vorarbeiten gemacht werden, was, wie viel, wie und wo man weiterplanen soll. Ist der Bedarf ausgewiesen, müssen die weiteren Schritte von der Bevölkerung getragen werden. Ein nötiges Projekt darf an der Urne nicht scheitern.

Hanspeter Schmutz (EVP): Die Mehrzweckhalle ist Teil eines Masterplans, der von der Bevölkerung vor einigen Jahren verabschiedet wurde. Davon konnte unterdessen der Fussballplatz realisiert werden. Es kann nicht sein, dass die anderen Vereine und die übrige Bevölkerung nun übergangen werden. Eine Mehrzweckhalle und Räumlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen sind ein Gebot der Fairness. Beides soll möglichst geschickt mit der Schulraumplanung kombiniert werden. Diese drei Schritte machen den Masterplan aus. Voraussetzung dafür ist aber ein gut überdachtes Projekt und die Bereitschaft aller, die Folgekosten mit einer – zumindest vorübergehenden – angemessenen Steuererhöhung zu decken.

Autor:Aufgezeichnet: jzh, Thuner Tagblatt

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