Windpark-Gegner Andreas Flückiger: "Die Messwerte sind am unteren Limit"

Kurztext:Vor wenigen Tagen veröffentlichte die Gemeinde Vechigen die Ergebnisse der Windmessungen auf der Mänziwilegg. Bilanz: Es hat genug Wind für einen Windpark im Gebiet oberhalb von Utzigen. Windpark-Gegner Andreas Flückiger interpretiert das Ergebnis anders.

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Genug oder zu wenig? Die Interpretationen der Windmessdaten von der Mänziwilegg gehen auseinander. (Bild Archiv BERN-OST/windpark-vechigen.ch)

Flückiger ist Präsident des Vereins „Weitsicht für Vechigen“, der sich gegen den Windpark wehrt. Den Bericht mit den Messergebnissen hätten sie im Verein noch nicht im Detail analysiert. Eins ist für ihn aber schon klar: „Die 4.8 oder 4.9 Meter pro Sekunde Wind, die es auf der Mänziwilegg hat, sind zu wenig, für dass sich ein Windpark rentieren könnte.“ 4.5 Meter pro Sekunde sollen es laut der Projektführenden Firma Considerate AG aus Bern mindestens sein, damit sich eine Anlage lohnt.

 

Flückiger: „Erstaunt, dass es weitergeht“

 

„Wir sind erstaunt, dass es mit dem Projekt weitergeht“, sagt Flückiger. Er steht dem Bericht kritisch gegenüber. „Es wurden auch Messdaten mit dem LIDAR-Messsystem durchgeführt. Die Ergebnisse daraus findet man im Bericht aber nicht“, sagt er. Die Informationspolitik sei mangelhaft.

 

Flückiger kritisiert unter anderem auch, dass die Firma Considerate den Windpark, sollte er zu Stande kommen, nicht selbst betreiben würde. „Das ist eine reine Planungsfirma, die ihr Projekt schliesslich verkauft“, so Flückiger. Er verweist auf Deutschland, wo damit schlechte Erfahrungen gemacht worden seien.

 

Warten auf den Entscheid der Gemeinde

 

Nun wartet der Verein einerseits auf den Entscheid der Gemeinde, andererseits wird der Bericht an der kommenden Hauptversammlung diskutiert und dann weitere Schritte beschlossen. „Wir werden dann die Leute wieder informieren“, sagt Flückiger.

 

Bis jetzt seien dem Verein rund 170 Personen beigetreten. „Und es kommen dauernd Leute dazu“, so Flückiger.

[i] Siehe auch Newsberichte...
- "Messdaten zeigen: Die Mänziwilegg hat das Potenzial zum Windpark" vom 12.04.2018
- "Vechigen - Baubewilligung für Windmessmast auf Widibodenegg erteilt" vom 24.11.2016
"Vechigen - Windpark in kräftigem Gegenwind" vom 16.5.2016
"Vechigen - Widerstand gegen Windpark wächst" vom 9.7.2016

Autor:Isabelle Berger, isabelle.berger@bern-ost.ch

Kommentare

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  • Roger Jegerlehner, Utzigen vor 6 Tagen

    Man lese und staune was die Bevölkerung aus anderen Regionen, welche es nicht betrifft, sich hier für Kommentare leisten! Bravo. Schön wäre es aber von den Bewohnern der betroffenen Region (Vechigen, Stettlen, Worb) auch mal was zu lesen!
    Fakt ist doch: Schon unsere Vorfahren wussten warum sie Wassermühlen gebaut haben und keine Windmühlen!
    Wir sind ja nicht in Holland! Wind ist vorhanden. Ja. Aber zu wenig kontinuierlich und konstant um davon in der Schweiz rentabel Strom produzieren zu können! Das mit der Energiewende etwas getan werden muss ist richtig. Wir haben uns dies ja selber eingebrockt! Aber muss deshalb ein Naherholungsgebiet wo es viele Vögel (auch seltene) gibt, verunstalten? Der Glögglifrösch, Gemsen, Rehe, Hirsche, Dachse Füchse, Hasen und was alles noch sesshaft ist in Utzigen?? Die Geldgier regiert die Welt. Die nun bekannten Daten zeigen ja eigentlich schon auf, dass ein solches Projekt "Windpark Vechigen" nie rentabel funktionieren wird! (BKW hat 6 Jahre gemessen und festgestellt, dass zu wenig Wind im Durchschnitt ist!) Als Profifirma Considerate muss dies einem bewusst werden!!! Klar will man das Projekt weiterziehen. Es geht ja ums liebe Geld! Projektleitung, Architektur, Bauunternehmen verdienen ja ganz schön daran. Was ist mit dem Stromproduzent und dem Endverbraucher? AHHHH schöne Windräder in der Hauptstadt nähe....wowwww
    Steht ein Windrad.......können bis zu 17 weitere Standpunkte in der Gemeinde Vechigen wenn nicht Worb oder Stettlen anvisiert werden!
    An alle Eigenheimbesitzer: Verkauft bevor die Windräder stehn!

    • Lächeln 1

      Tom Güggi, Utzigen vor 7 Tagen

      Der Laie staunt und der Fachmann wundert sich... Nach monatelang beharrlichem Schweigen wird nun "in geeigneter Form" über die Windmessungen auf der Mänziwilegg informiert. Dies indem das Windgutachten der Firma Meteotest veröffentlicht wird. Gleichzeitig - so die "Information" - wird der Gemeinderat Vechigen "in den nächsten Wochen das weitere Vorgehen beraten, bzw. festlegen". Hinter verschlossenen Türen, ohne jegliche Transparenz - nichts Neues in Sachen Windpark Vechigen. Das Windgutachten ist wenig aussagekräftig und lässt grundlegende Fragen offen. Es scheint, als interessiert niemanden die Wahrhaftigkeit. Offenbar foutieren sich die treibenden Kräfte dieses Projektes um weitsichtiges Verhalten - unter dem Deckmantel "erneuerbare Energie" werden fragwürdige und Energiebilanzmässig negative Projekte vorangetrieben. Schlusswort: Was immer Du tust, tue es klug und bedenke das Ende.

      • Triumph 1

        Elias Meier, Grenchen vor 8 Tagen

        Ich bin 22 Jahre alt und sehe die Energiezukunft und unsere Zersiedelung sehr kritisch. Man plant überall dort Industrie-Anlagen, wo noch freie Natur und Landschaft ist. Notabene Anlagen, die man nicht einschalten kann, wenn man den Strom braucht. Da kann man noch 1000 Turbinen planen, wenn es nicht luftet, ist der Kochherd aus. Atomausstieg ja, und dann? Und in der Nacht ohne Wind? Genau: Importieren!? Es braucht eine ehrliche Diskussion!

        • Rolph Mueller, Vechigen vor 8 Tagen

          Herr Wenger, ich bevorzuge Strom aus Wasserkraft. Warum nicht die Wasserquellen möglichst unsichtbar anzapfen. Bei uns zum Beispiel laufen 150'000 Liter pro Tag direkt am Haus vorbei. Die Mini-Turbine würde nie still stehen. Warum sind die Hürden für ein solches Minikraftwerk so hoch? Warum wird der Stämpbach nicht genutzt. Nehmen wir uns doch ein Beispiel an Norwegen. Aber von mir aus könnte man auch ein AKW der neusten Generation bauen. Eines wo es nicht mehr zur Kernspaltung kommen muss.
          Gruss vom links, grün, bürgerlichen Rolph

          • Urs Wenger, Bern vor 8 Tagen

            Herr Müller, ich bevorzuge auch Solarstrom vor Windenergie, aber ich frage Sie: woher soll der Strom für die Turnhalle und das Schulhaus kommen. Die Energiewende muss und wird kommen. Und jeder von uns muss seinen Beitrag leisten. Lieber Windräder als Atomkraftwerke.
            Gruss vom bürgerlichen Urs

            • Rolph Mueller, Vechigen vor 8 Tagen

              Ich bin sehr froh, dass der Wind in Vechigen für einen Windpark zu flau ist. Dazu kommt, dass es auf der Mänziwilegg ohne diese grossen Ungetüme viel schöner (und ruhiger) ist. Also lieber keinen Windpark als einen unrentablen der die schöne Landschaft zerstört.

              Es gibt, wie bereits erwähnt, andere Probleme welche in unserer Gemeinde Priorität haben sollten. Dazu gehört eine neue Turnhalle, die Sanierung des Schulhauses, die Nutzung des gemeindeeigenen Wassers, der Gehweg am Lindenthalbach und eine Lösung beim DURCHGANGSVERKEHR!

              • Traurig 1

                Tina Stucki, Walkringen vor 8 Tagen

                Herr Flückiger, ich lade Sie nach Österreich ein, wir im Nahbereich von Wien haben hunderte Windräder und keiner hat ein Problem damit. Ich verstehe nicht, warum sich viele Schweizer so gegen erneuerbare Energie sträuben. Es müsste doch in aller Interesse sein von der Atomkraft und fossilen Brennstoffen wegzukommen und nach Energieeinsparung (vor allem durch Wärmeisolierung) intensiv in erneuerbare Energie zu investieren.
                Die schöne Schweiz bleibt auch mit Windkraftwerken schön, siehe Jura!

                • roland zimmermann, mirchel vor 8 Tagen

                  "für dass sich ein Windpark rentieren könnte" - es geht nicht ums reniteren. es geht darum, genügend strom zu produzieren. und lieber ohne strahlenden abfall.

                  • Missmutig 1

                    Christian Moser, Konolfingen vor 8 Tagen

                    Wer zur Weitsicht aufruft, sollte sie in die Energiezukunft auch haben. Bei diesem Verein mit Herr Flückiger sind die Eigeninteressen im Vordergrund. Gegen ein Projekt zu sein ist einfacher, als konstruktiv mitzuarbeiten.

                    • Urs Wenger, Bern vor 8 Tagen

                      Sehr geehrter Herr Flückiger
                      Welche Alternativen zum Windpark werden von Ihnen bevorzugt ?
                      Ich hoffe Sie beziehen grünen Strom oder erzeugen Ihren Strom mittels Photovoltaik selbst. Wir erzeugen auf unserem Dach den Strom fürs Quartier. Und Sie?

                      • Missmutig 1

                        Zürcher Hans, Bern-Ost vor 8 Tagen

                        Herr Flückiger macht wohl alle Energie die er verbraucht selber. Was soll jetzt das Ganze mit Weitsicht zu tun haben.