Projektstopp bei Coop: Wie steht es um den Standort Bärenzentrum?

Kurztext:Nachdem Coop vor einem Jahr bekanntgab, entgegen früheren Ankündigungen am Standort Bärenzentrum in Worb festzuhalten, stellt sich die Situation jetzt wieder unsicherer dar: Coop sistiert ein Bauprojekt und will die Folgen der Verkehrssanierung abwarten, bevor sie weitere Entscheidungen fällt.

Galerie
So sollte die neue Einfahrt aussehen. (Bild: Archiv BERN-OST/zvg)
Wie Niklaus Gfeller an der gestrigen Sitzung des Grossen Gemeinderats (GGR) bekanntgab, hat Coop das Projekt, die Einfahrt zur Einstellhalle des Worber Bärenzentrums zu verschieben, sistiert.

"Wir haben vor etwa einer Woche einen Anruf bekommen", sagt Niklaus Gfeller zu BERN-OST. Laut Gfeller gab es einen Wechsel in der Führung bei Coop Bern. Der neue Chef wolle nun erst warten, bis Bernstrasse und Bahnhofstrasse umgestaltet sind und bis klar ist, wie die zukünftigen Verkehrsströme aussehen, um zu sehen, ob die Verlegung überhaupt etwas bringen würde.

Coop will Entwicklung abwarten

Geplant war, die Einfahrt vom unteren zum oberen, bahnhofseitigen Ende der Hauptstrasse zu verlegen und die Richtung des Einbahnverkehrs auf der Hauptstrasse zu ändern, so dass die Autos in Richtung Bahnhof fahren. Die Massnahmen sollten dem Bärenzentrum und Coop mehr Kundschaft bringen. Die Gemeinde wollte dafür die Überbauungsordnung ändern, Coop 90 Prozent der erwarteten Baukosten für die Einfahrt übernehmen.

Coop-Mediensprecherin Karin Kälin bestätigt schriftlich den Stopp und auch die Gründe dafür: "Coop möchte die Entwicklung am Standort nach Einführung der neuen Verkehrsführung abwarten und in die weiteren Überlegungen einbeziehen." Ob Coop damit den Standort Bärenzentrum wieder neu in Frage stellt und verstärkt nach Alternativen sucht, möchte sie nicht bestätigen. "Coop prüft laufend neue Standorte mit Potential." Am heutigen Standort im Bärenzentrum halte Coop aber fest und betreibe dort weiterhin einen Supermarkt.

Vor einem Jahr, als Coop das Bauprojekt ankündigte, war das Bekenntnis noch deutlicher ausgefallen: "Coop glaubt an den Standort Bärenzentrum", sagte ein Mediensprecher damals zu BERN-OST. "Wir würden uns nicht dafür stark machen, wenn wir nicht am gegenwärtigen Standort in Worb festhielten."

Umbau Restaurant: Andere Standorte haben Priorität

Nach Informationen von BERN-OST ist der Projektstopp nicht der einzige Hinweis darauf, dass Coop den Standort Bärenzentrum wiede
r verstärkt in Frage stellt. Man habe einen bereits geplanten Umbau des Restaurants wieder abgesagt und intern damit begründet, dass die Filiale demnächst geschlossen werde, heisst es aus dem Umfeld von Mitarbeitenden.

"Alle Coop-Restaurants sollen in den nächsten Jahren nach dem neuen Gastronomie-Konzept umgebaut werden", schreibt Karin Kälin dazu. "Zurzeit geniessen andere Standorte höhere Priorität.
" Zu den Gerüchten, der Umbau sei aufgrund einer Änderung bei Coop abgeblasen worden, nimmt sie keine Stellung: "Coop äussert sich nicht öffentlich zu internen Entscheidungsprozessen."

- "Worb - Coop hält an Standort Bärenzentrum fest" vom 2.6.2017
"Worb - Coop kämpft für direktere Zufahrt" vom 6.12.2016

Autor:Anina Bundi, anina.bundi@bern-ost.ch

Kommentare

Noch 0 Zeichen
Mit dem Absenden Ihres Kommentars erklären Sie sich damit einverstanden, dass sich die Redaktion vorbehält, Kommentare zu kürzen oder nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische oder unsachliche Kommentare. Kommentare mit offensichtlich falschen Namen werden abgelehnt.
  • Rüedu Keller, Worb vor 6 Tagen

    Liebe vermeintliche Gemeindeverwaltung:
    Sie dürfen sowieso nicht öffentlich kommentieren, wer in Worb niedergelassen ist oder eben nicht! Das hat im Fall rechtliche Konsequenzen!
    Ihr Rüedu Keller - wohnhaft schon über 20! Jahre in Worb

    • Traurig 1

      Tom Welti, Stettlen vor 7 Tagen

      wer weiss denn, ob dieser Eintrag wirklich von der Gemeindeverwaltung Worb stammt, wenn man ja nicht seinen Realnamen angeben muss????

      • Beat U., Wichtrach vor 7 Tagen

        Liebe Gemeindeverwaltung
        Dann haben wenigstens diese Personen verstanden,
        dass man sich im Internet nicht mit seinem Realname
        zu erkennen gibt.

        • R. Müller, Boll vor 7 Tagen

          @ Gemeindeverwaltung Worb: Wozu einen Nebenschauplatz öffnen. Was ist Ihre Aufgabe gegenüber des Gewerbes und der Stimmbürger? Aufklärung & Aufrichtigkeit oder?

          • Lachen 1

            Gemeindeverwaltung Worb, Worb vor 7 Tagen

            In der Gemeinde Worb sind keine Personen mit den Namen L. Himmelreich, Marco Hauser und Rudolf Keller registriert.

            • Traurig 1

              U. Li., Worb vor 7 Tagen

              So So !! ??
              Wen ich sehe wie gut der neue Coop-Shop besucht wirt, ohne Umsatz und Kunden-Frequenz zu kennen.Spätesdens wenn der Coop in Rüfenacht eröffnet, mit einer Erschliessung von OV und gut frequentierter Strasse, erübrigt sich diese Diskusion.Oder glaubt wirklich jemand, Politker/innen ausgenommen, das Coop in Worb-Zentrum investiert , wen andere Standorte höher Priorität haben. Dann hört man von unsren Volksvertretern woll zu hören Sie hätten alles unternomme um das ab zuwenden.!?
              Was ändeds immer werde wir Kunde entscheiden wo und wie wir einkaufen.

              • Sport / Event Promotion AG Schnäppchenjäger Markentextilien, Biglen vor 8 Tagen

                In Thun sieht es im Moment betreffend Baustellen sehr ähnlich aus wie in Worb. ich bin mit drei Geschäftspartnern eng befreundet, welche ihre Detailhandelsgeschäfte genau in dem Gebiet haben, wo in den nächsten Monaten gebaut wird und eine Zufahrt zu dessen Geschäften sehr eingeschränkt ist. Diese Geschäfte verlieren seit beginn der Bauarbeiten MASSIV an Umsatz. Hier reden wir nicht von Schwankungen von 10% bis 20%, sondern teils über 50%!!! Wer beruflich ebenfalls im Bereich Detailhandel zu tun hat, weiss was solche Einbrüche für ein KMU bedeuten. Ich bin überzeugt, dass diese Situation nicht alle geschäftlich überleben werden. Kunden, welche nicht oder nur unter schwierigen Bedingungen ein Geschäft anfahren können, bleiben diesem fern. Aus meiner eigenen Erfahrung weiss ich, dass für ein Geschäft die Stammkunden sehr wichtig sind, aber dies reicht eben nicht, sondern es braucht auch Spontankunden, welche per Zufall in die Geschäfte kommen. Nur mit diesen zusätzlichen Umsätzen, kann ein KMU überleben. Für mich ist klar, dass immer gebaut wird und es nicht immer einfach ist, alle Interessen und Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen, aber ich stelle fest, dass viel zu wenig getan wird, um die KMU's vor solchen Situationen zu schützten. Die Konsequenzen werden in paar Monaten in Thun deutlich sichtbar werden. Wie es in Worb aussehen wird, kann ich schlecht beurteilen. Ich hoffe einfach, dass sich die Verantwortlichen bewusst sind, alles für die Gewerbetreibenden zu unternehmen, um Geschäftsschliessungen zu vermeiden.

                • Sascha+Andrea Lehmann, Rüfenacht vor 8 Tagen

                  Sobald der Aldi in Worb eröffnet wird kann Coop am jetzigen Standort eh einpacken. Die schlechte Erreichbarkeit wird ihr übriges dazu beisteuern. Die ganze Umbauerei schadet Coop mehr als diese Nutzen davon trägt. Aber auch die Migros wird zu beissen haben sobald in Sichtweite die Aldi Filiale eröffnet wird.

                  • R. Müller, Boll vor 8 Tagen

                    @ Marco Hauser: Sie wollen sich nicht auf "mein Diskussions-Niveau" herunterlassen weil Sie genau wissen, dass ich recht habe und ihnen griffige Argumente fehlen!

                    • Niklaus Sägesser, Enggistein vor 8 Tagen

                      Worber Dorfzentrum…….quo vadis

                      Die Nachricht von Coop ist alles andere als berauschend für Worb; jedoch voll verständlich. Ein knallhart kalkulierter (Gewinn-) Entscheid von Coop. Die vom Kanton verordnete (wer zahlt befiehlt) Umfahrung bringt grösste Unsicherheiten für das oft im Mittelpunt stehende Bärenzentrum.

                      Wir Gewerbetreibende fordern, dass die langwierige Bauphase endlich beschleunigt wird, damit es rasch Klarheit über die Frequenz bringt, welche nun einfach alle Geschäfte benötigen. Wurden nun schon mögliche Alternativen mit Coop zusammen ausgearbeitet…..was wenn…wie weiter, oder ist mal abwarten angesagt?

                      Die Umfahrung wird für die Geschäfte zu viel Ruhe bringen. Das Einkaufsverhalten ändert sich mit der beruhigten Lage überhaupt nicht. Wir wollen immer vor dem Geschäft parkieren – oder gleich im Laden direkt an der Theke! Wenn das Bärenzentrum eine Gewerbliche Zukunft haben will, dann muss eine attraktivere Zufahrt realisiert werden!

                      Ich erwarte von der Gemeinde, dass nun Alternativen für einen verbesserten Zugang zum Bärenzentrum erarbeitet werden. Sich mit Coop an den Tisch setzen und Lösungen suchen. Von den Gewerbetreibenden darf erwartet werden, dass die Leistungen noch intensiver und mit noch mehr Innovation präsentiert werden.

                      Niklaus Sägesser
                      Präsident Worber Gwärb

                      • Sepp Joder, Boll vor 8 Tagen

                        @Müller: dass Sie gerne überallhin rasen konnten wir kürzlich auch in anderer Sache lesen. Wer jedoch in einer 30er Zone schleicht, fährt eindeutig zu langsam. Nachdenken.

                        • Traurig 1

                          Rüedu Keller, Worb vor 8 Tagen

                          @Hauser
                          Anhand unserer selber geschaffenen Probleme wie Verkehrsberuhigung und Schikanenbau, sehen Sie wie TOP es uns geht in unserem Land und wir nichts wichtigeres, essentielleres zu tun haben.

                          • Anton Walthert, Zäziwil vor 8 Tagen

                            Ich finde das Diskussionsniveau der untenstehenden Kommentare nicht sonderlich schlecht und stufe dieses - im Vergleich zu bereits andernorts Gesehenem bzw. Gelesenem - als sachlich ein.
                            Jeder, der auch nur ein wenig Ahnung von Betriebswirtschaft hat, weiss, dass die Verkehrsanbindung in dieser Branche einer der wichtigsten Standortfaktoren ist.
                            Und wenn sich die Anfahrt sowohl für Zulieferer wie auch für die Konsumenten wie ein Hindernisparcour anfühlt und zum Überfahren zahlreicher Schwellen fast ein SUV Voraussetzung ist, wirkt das für einen grossen Teil der Kunden nicht sonderlich einladend.
                            Dieser Effekt wiegt umso stärker, wenn sich in geringer Distanz gut erreichbare Alternativen des gleichen Anbieters oder eines Konkurrenten anfahren lassen.

                            • Marco Hauser, Worb vor 8 Tagen

                              @R. Mueller
                              Auf Ihr Diskussions Niveau lasse ich mich herunter.

                              • R. Müller, Boll vor 8 Tagen

                                @ Marco Hauser: Sie reden hier eine für das Gewerbe gravierende Situation schön! Kein Konsument schleicht sich durch eine 30-iger Zone um einkaufen zu gehen. Auch wird die Umfahrung zu einem massiven Rückgang des bestehenden Geschäftsumsatzes führen. Der Mensch funktioniert einfach so. Warten wir ab. Ich bin überzeugt spätestens 2025 gibt es keinen Coop mehr im Bärenzentrum von Worb. Wetten wir?

                                • Traurig 1

                                  Marco Hauser, Worb vor 8 Tagen

                                  Der Dorfkern wird in 5 Monaten wieder aus allen Richtungen zu Ladenöffnungszeiten erreichbar sein.
                                  Man muss ja nicht Rasen zum Einkauf.

                                  • Traurig 1

                                    L. Himmelreich, Worb vor 8 Tagen

                                    Ich schliesse mich R. Müller an: Die Verkehrsberuhigung wird sicher schön und ist gut für die Ruhe der Anwohner, aber Gift für das meiste Gewerbe. Sollte dann Coop tatsächlich umziehen gute Nacht dem Dorfzentrum...

                                    • R. Müller, Boll vor 8 Tagen

                                      Dass der Standort von Coop mit der neuen Verkehrsstrategie an Bedeutung verliert musste erahnt werden. Wer will schon mitten in einer nicht gut zugänglichen Gemeinde einen Verkaufsstandort haben. Ich muss leider zugestehen, dass ich das Gefühl habe der Dorfkern wird komplett aussterben und die wenigen Verkaufsgeschäfte welche noch bestehen werden umfunktioniert, wie bei der ehemaligen Apotheke/Kleiderladen.
                                      Die Verkehrsentlastung und die Erschwerung der Zugänglichkeit des Dorfkerns hat zwar den Effekt der Verkehrsberuhigung "Wellness für Grüne und Linke" aber eben auch der Reduktion der Kundenfrequenz und das ist der Tod jedes mittelmässig laufenden Geschäftes.