Oberdiessbach - Umfrage zur Ortsentwicklung „Zäme für Oberdiessbach“: Eine Liebeserklärung

Kurztext:In Oberdiessbach/Aeschlen lebt es sich gut, aber es bleiben noch einige Wünsche offen. So könnte man die repräsentative Umfrage zusammenfassen, die im Sommer im Rahmen der Ortsentwicklung von Oberdiessbach und Aeschlen durchgeführt worden ist.

Um das bis jetzt Aufgebaute zu erhalten und auszubauen, braucht es die Zusammenarbeit und Anstrengung aller. Dazu soll die Gründung des Vereins “Zäme für Oberdiessbach” dienen, die für den 25. November geplant ist.

Um die Meinungen der Bevölkerung bei der Ortsentwicklung mit einzubeziehen, wurde in den Monaten Juli und August eine repräsentative Befragung in den Gemeinden Oberdiessbach und Aeschlen durchgeführt. Insgesamt wurden 320 Haushalte schriftlich befragt. Die konkrete Feldarbeit erfolgte durch einige Mitglieder der Ortsentwicklung. Kürzlich wurden nun die Ergebnisse dieser Umfrage präsentiert.

Das Erreichte sichern und ausbauen

Gewisse Antworten hören sich an wie eine Liebeserklärung an die beiden Teile des ab 1.1.2010 fusionierten “neuen” Dorfes Oberdiessbach. Für 58% ist dies eine Gemeinde, “in der ich gerne lebe”, für 53% eine Gemeinde mit guten Verkehrsverbindungen, für 53% eine Gemeinde mit einem attraktiven Schloss, für 49% eine Gemeinde mit einer guten geografischen Lage, für 45% eine Gemeinde mit guter ärztlicher Versorgung, für 44% eine Gemeinde inmitten eines schönen Naherholungsgebietes und für 42% eine Gemeinde mit guten Wohnmöglichkeiten.

Die konkreten Zielsetzungen für die Ortsentwicklung, die sich aus der Umfrage ergeben, betreffen primär soziale und Umweltanliegen und das Sichern bzw. den Ausbau der Lebens- und Wohnqualität. Strukturelle und wirtschaftliche Anliegen werden zwar erst später genannt, haben aber für die weitere Entwicklung eine wichtige Bedeutung.

So zeigt die Umfrage, dass die Gemeinde Oberdiessbach auch neue Ideen braucht, um sich gegenüber den umliegenden Gemeinden und Städten noch stärker als einzigartiger Erlebnis- und Einkaufsort zu positionieren.

Lust zum Einkaufen und Verweilen

„Dazu muss eine Attraktivierung des Standortes Oberdiessbach für die 30- bis 50-Jährigen eingeleitet werden, um speziell diese wichtige Zielgruppe in der Gemeinde Oberdiessbach zu halten und zu begeistern“, meint dazu Thomas Egger, externer Berater und Coach der Ortsentwicklung.

„Lust zum Besuch und Einkaufen in der Gemeinde Oberdiessbach bedingt einen modernen und abwechslungsreichen Erlebnisrahmen. Und dieser Rahmen muss immer wieder durch passende Veranstaltungen und Aktivitäten belebt werden.“

Besonders gewünscht wurden in der Umfrage attraktive Märkte wie ein Wochen- oder Bauernmarkt, ein lebendiger Weihnachtsmarkt, ein Kinderflohmarkt sowie kundenfreundliche spezialisierte Fachgeschäfte und zum Dorf passende Gastronomiebetriebe. „Zukünftig wird es wichtig sein, mit gezielten Kinder- und Familienaktivitäten die Kinder- und Familienfreundlichkeit des Dorfes auszubauen, aber auch den Lebensraum für ältere Menschen noch bewusster zu gestalten“, betont Egger eine wichtige Erkenntnis aus der Umfrage.

Ein Verein für die Ortsentwicklung

Hans Rudolf Vogt, Gemeindepräsident von Oberdiessbach, will in der nun folgenden Projektphase der Ortsentwicklung die von der Bevölkerung gewünschten Umsetzungsmassnahmen möglichst rasch realisieren. Einzelne Umsetzungsteams haben bereits erste Arbeitssitzungen abgehalten. In den nächsten Wochen soll auf dem Fundament der Daten und Fakten der Bevölkerungsumfrage eine griffige Strategie erarbeitet und davon die konkreten Massnahmen für die Jahre 2009 und 2010 abgeleitet werden.

Am darauf folgenden Umsetzungsprozess sollen möglichst viele an der Ortsentwicklung Interessierte beteiligt werden. Als nächster Schritt ist deshalb die Gründung eines Vereins „Zäme für Oberdiessbach“ geplant. Die Gründungsversammlung wird am 25. November 2009 um 20 Uhr in der Sekundarschule Oberdiessbach stattfinden. Neben den bisherigen rund 150 Mitgliedern der Ortsentwicklung ist auch die gesamte Bevölkerung von Oberdiessbach und Aeschlen zu diesem grundlegenden Abend eingeladen.

Einige Ergebnisse aus der Umfrage

Was soll die Gemeinde Oberdiessbach in Zukunft werden? Für 57% eine umweltfreundliche Gemeinde, für 53% eine Gemeinde mit niedrigem Steuerfuss, für 50% eine Gemeinde mit einem besonders guten Angebot an Schulen und Bildungsstätten, für 46% eine Gemeinde mit guten öffentlichen Verkehrsverbindungen, für 42% eine Gemeinde, die auf erneuerbare Energien setzt, für 42% eine kinder- und familienfreundliche Gemeinde und für 39% eine seniorenfreundliche Gemeinde.

Ideen zur äusseren Attraktivierung des Ortes: 45% nennen „mehr Sitzgelegenheiten im Dorfkern“, 35% nennen „rollstuhl- und kinderwagenfreundliche Verkehrswege“, 31% nennen „Schaffung eines attraktiven Dorfkerns“, 31% nennen „verkehrsberuhigte Begegnungszone im Dorfkern“, 27% nennen „attraktivere Gestaltung des Kreisels“ und 27% nennen „generell die Sauberkeit fördern“.

Gewünschte Branchen, Angebote, Dienstleistungen und Infrastrukturen: 43% nennen „öffentliche WC-Anlagen“, 35% nennen „Wochen-/Bauernmarkt“, 31% nennen „Eisenwaren/Metall/Schrauben/Nägel“, 26% nennen „Bäckerei kombiniert mit Café-Konditorei“ und 25% nennen Modecenter für Bekleidung, Schuhe und Wäsche.

Gewünschte Veranstaltungen und Aktivitäten: 48% nennen „Weihnachtsmarkt“, 44% nennen „Gewerbeausstellung“, 38% nennen „Open-Air-Kino“, 36% nennen „Freiluft-Theater im Schlosspark“, 35% nennen „Attraktiver Wochen-/Bauernmarkt“, 33% nennen „1. August-Feier“ und 33% nennen Konzerte im Schloss.

www.oberdiessbach.ch

Autor:Hanspeter Schmutz

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