Oberdiessbach - Ein letztes Treffen vor der Fusion

Kurztext:In drei Wochen wird Oberdiessbach um 300 Einwohner reicher. Nun trafen sich die Bürger zu einer letzten, historischen Gemeindeversammlung.

Wahrscheinlich wurde an einer Gemeindeversammlung in Oberdiessbach noch nie so viel gelacht, wie an der letzten vom Montagabend. Schuld war der Umstand, dass es eigentlich gar keine Gemeindeversammlung war, wie Gemeindepräsident Hans Rudolf Vogt (FDP) erklärte, sondern ein «feierlicher Abschlussakt».

Grund für die etwas andere GV: Oberdiessbach wird es in dieser Form nur noch dreieinhalb Wochen geben. Ab 1. Januar wird es mit dem oberhalb gelegenen 300-Seelen-Dorf Aeschlen fusionieren. Heissen wird die neue Gemeinde dann zwar immer noch Oberdiessbach. «Rechtlich aber beginnt eine neue Zeit», sagte Vogt an der Gemeindeversammlung. Doch nicht dieser Umstand war am Montagabend der Anlass für die vielen Lacher, sondern in erster Linie die unschlagbar witzigen Auftritte des Steffisburger Komikers Gerhard Tschan, der gemeinsam mit Gemeindepräsident Vogt durch den Abend führte.

Um 60 Prozent wachsen

Zur historischen Gemeindeversammlung in der Aula der Sekundarschule erschienen – obwohl für diesen Abend keine Traktanden vorgesehen waren – um die 150 Personen. «Ab 1. Januar wird unsere Gemeinde um 10 Prozent an Einwohnern wachsen», erklärte Hans Rudolf Vogt den Anwesenden. Flächenmässig wird Oberdiessbach mit dem neuen Ortsteil Aeschlen gar um um ganze 60 Prozent grösser. «Unsere Gemeinde wird mit der Fusion aber kein schwergewichtiger Koloss», betonte Vogt. Vielmehr werde man ein übersichtliches Dorf bleiben, in dem man einander auch weiterhin kenne und grüsse.

Der Gemeindepräsident zeigte sich zuversichtlich, dass die Fusion ein voller Erfolg wird. Ein wichtiger Grund sei, dass Aeschlen nach den Wahlen vom vergangenen September gut in den Behörden vertreten sei: «Einer von sieben Gemeinderäten stammt aus dem neuen Ortsteil. In der Schulkommission sind gar über 40 Prozent Aeschler.»

Schon immer verbunden

Am Montagabend blickten die anwesenden Bürgerinnen und Bürger nicht nur in die Zukunft, sondern auch in die Vergangenheit: In einem historischen Abriss von Ortshistoriker Peter Vogel wurde deutlich, dass sich die beiden Dörfer Oberdiessbach und Aeschlen schon immer sehr nahe gestanden hatten. «Beide gehörten zur Herrschaft Diessbach und zur selben Kirchgemeinde», erklärte Vogel. Die Verbundenheit sei auch in den Gemeindewappen ersichtlich, die beide einen Löwen zeigen.

Keine Löwen, sondern Rosen wurden am Ende der Versammlung verteilt: Sämtliche Gemeinderäte – darunter auch die beiden Abtretenden Anton Rothen (FDP) und Willy Baumann (FDP) – und Kommissionsmitglieder wurden von Gemeindepräsident Hans Rudolf Vogt feierlich verabschiedet und verdankt.

Autor:Lilly Toriola / Thuner Tagblatt TT

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