Oberdiessbach - Pfäfflis Sinfonie der Farben

Kurztext:Markus Pfäffli stellt unter dem Titel "Farbklänge" eine Auswahl seiner Werke in der Galerie Doktorhaus aus. Die Liebe zur klassischen Musik dient dem gebürtigen Langnauer oft als Triebfeder für sinnlich-farbstarke Gemälde.

Galerie
Der Kunstmaler Markus Pfäffli präsentiert in Oberdiessbach einen Querschnitt seiner Werke. (Bild: Christina Burghagen)
«Sobald sie aufgeblasen sind, wie Gott ähnlich, wird der Mensch zum abstossenden Ekel!», ist am Rande eines Bildes handschriftlich zu lesen. Die Worte verraten dem Betrachter den inneren Disput des Malers, der aus seiner Kindheit herrührt. Markus Pfäffli litt unter der strengreligiösen Hand seiner Vaters. Gleichwohl verschaffte die Mutter allen sechs Kindern einen emotionalen Ausweg aus der sektengeprägten Gesinnung des Familienoberhaupts, indem sie das Spielenlernen von Instrumenten durchsetzte.

Am Klavier empfand der junge, talentierte Pfäffli jene Freiheit, die ihm vom Vater, der klassische Musik als Teufelszeug verurteilte, verwehrt blieb. Entsprechend sind die komplexen Bilder von Markus Pfäffli mit einem Blick nicht zu fassen. Meist filigran kleinteilig, gespickt mit Notenläufen und lesbaren Botschaften laden sie ein, auf ihnen spazieren zu schauen. Feine Linien und Haken stehlen sich nicht selten frech aus den Grenzlinien der aquarellbemalten Fläche.

«Beim Malen höre ich keine Musik», erzählt der ehemalige leidenschaftliche Lehrer und Chorleiter, «aber in meinem Kopf schwingen trotzdem die geliebten Klänge von Komponisten wie Gustav Mahler oder Ludwig van Beethoven mit».

Die Liebe zur klassischen Musik und zur Malerei vereint sich in der Galerie Doktorhaus in Oberdiessbach feinsinnig in einer sehr persönlichen Ausstellung unter dem Titel «Farbklänge»: Eine gewaltige innere Komposition – und gleichzeitig ein optisches Erlebnis, das der Betrachter zu hören meint.

Die Ausstellung «Farbklänge» ist bis zum 10. Mai jeweils am Freitag, Samstag und Sonntag, 14 bis 18 Uhr, in der Galerie Doktorhaus in Oberdiessbach zu sehen.

Autor:Christina Burghagen, Thuner Tagblatt TT

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