Münsingen - Neue Strasse soll Stau verhindern

Kurztext:Mit einer Strasse im Norden der Gemeinde soll die Ortsdurchfahrt entlastet werden. Auch dort sind Veränderungen geplant.

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Der Verkehr auf der Bernstrasse in Münsingen gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen. (Bild: Andreas Blatter)

Schon seit zwanzig Jahren wird in Münsingen über eine Entlastungsstrasse im Norden diskutiert. Jetzt will der Gemeinderat vorwärtsmachen und ein Vorprojekt ausarbeiten lassen. Am 25. August entscheidet das Gemeindeparlament über den Kredit von 210'000 Franken. Die Unterlagen zum Geschäft sind auf der Website der Gemeinde aufgeschaltet. Der zuständige Gemeinderat Andreas Kägi (FDP) wollte gestern noch keine Auskunft zum Projekt geben. Er verwies auf den Informationsanlass vom 12. August. Dann werde er sich zur Entlastungsstrasse samt Verbindung zur Industriestrasse und zur Sanierung der Ortsdurchfahrt äussern.

Direkt in den Ortsteil West

Die Münsinger Ortsdurchfahrt ist bekannt für Staus, Schneckentempo und genervte Autofahrer. Der Verkehr nimmt stetig zu. Nach einer Lösung für das Verkehrsproblem wird seit langem erfolglos gesucht. So erwies sich ein Autobahnanschluss im Süden der Gemeinde als Utopie. Und im letzten Sommer zerzauste das Parlament die gemeinderätliche Idee einer einspurigen Strasse entlang der Autobahn. So bleibt die geplante Strasse, die vom nördlichen Dorfrand in den Ortsteil West führt. Sie beginnt an der Bernstrasse, führt unter der Bahnlinie hindurch und am Psychiatriezentrum vorbei auf die Hunzigenstrasse. Schliesslich gelangt sie über eine neue Verbindung in die Industriestrasse (siehe Karte).

Über den genauen Strassenverlauf und Details soll das Vorprojekt Aufschluss geben. Auch flankierende Massnahmen sind geplant. Damit sollen die Belastungen im Ortsteil West in Grenzen gehalten werden. Innerhalb des Quartiers werde es keine oder nur eine kleine Verkehrsverlagerung geben, schreibt der Gemeinderat. Das Risiko, dass die Entlastungsstrasse auch vom Transitverkehr benützt wird, stuft er als «gering» ein.

Tempo 30 im Zentrum

Das Projekt hängt eng mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt zusammen. Gemäss dem Antrag ans Parlament ist zwischen der Käserei und dem Klösterli-Pub Tempo 30 geplant, bei der Tägertschistrasse eine Lichtsignalanlage, weiter der Bau von Busspuren. Damit könne der Verkehr in den nächsten Jahren bewältigt werden und «wieder flüssiger durch Münsingen rollen», schreibt der Gemeinderat.

Das Vorprojekt muss bis zum Februar 2016 ausgearbeitet sein. Dies sei die Voraussetzung dafür, dass die Gemeinde mit dem Bund eine Finanzierungsvereinbarung abschliessen könne. Kommt sie zustande, würde der Bund 35 Prozent der Kosten übernehmen. Auch der Kanton würde sich in diesem Fall mit 32,5 Prozent beteiligen. Der Gemeinde blieben somit ebenfalls 32,5 Prozent.

Ist die Strasse 2021 in Betrieb?

Der Entscheid über den Bau der Strasse liegt beim Gemeindeparlament, unterliegt aber dem fakultativen Referendum. Er soll ab 2016 gefällt werden. Gemäss dem entsprechenden Massnahmenblatt soll die Ortsdurchfahrt in den Jahren 2018 und 2019 saniert werden. Der Baubeginn der Entlastungsstrasse wird auf 2019 geschätzt. Und die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2021 vorgesehen.

[i] Zu den Unterlagen auf der Gemeindewebseite von Münsingen (Traktandum Nr. 6) ...

Autor:Johannes Reichen, Berner Zeitung BZ

Kommentare

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  • Matthias Engel, Oberdiessbach Aug. 2015

    @Sarah Gerber: Am Wochenende nichts los in Münsingen? An diesem Freitagabend ist Badifest, am Samstag in Münsiger Louf und auf dem Schlossgutplatz gibts etwa alle 14 Tage ein Fest, das weit in den Abend hinein geht. Zudem haben wir sehr viele gute Beizen, die jeweils bis spätabends gut gefüllt sind - auch auf den Gartenterrassen. Da bleibt man gerne etwas länger sitzen, was am Wochenende im Klösterli Pub z.B. bis halb Drei Uhr morgens möglich ist. Eine Selbstverständlichkeit? Kürzlich entschied sich mein Thuner Kollege, seinen Ausgang in Münsingen zu verbringen. Zwar gibt es seit einigen Monaten auch endlich in Thun ein Pub, doch muss dieses auf Druck der Innenstadtbewohner selbst am Freitag und am Samstag immer schon um Mitternacht schliessen. Also für mich stimmt das Wochenendangebot in Münsingen.

    • Andre Held, Münsingen Aug. 2015

      Wohlwissend, dass Herr Max Müller Recht haben könnte, und ich hier einen "hirnlosen Blödsinn" schreibe, verzichte ich auf mein Meinungsäusserungsrecht und teile meine supergeniale Lösung, die ALLE Probleme gelöst hätte, nicht mit - schade Zwinkern

      • Max Müller, Konolfingen Aug. 2015

        Die meisten Kommentare sind einfach nur Blödsinn! In X Zeitungsartikeln war zu lesen, dass eine Autobahnausfahrt vom BUND (Astra) nicht bewilligt wurde. Es nützt nun rein gar nichts diese bestimmt beste Lösung zu fordern! Was wollt Ihr? Einen Tunnel unter Münsingen durch? Wer soll dies bezahlen? Bitte schaltet doch Euer Hirn ein bevor Ihr solch schlechte Kommentare schreibt! Und betr. Überbauungen in Münsingen hat vor ca. 10 Jahre die Bevölkerung ja zum Zonenplan gesagt und damit die Bauten bewilligt!

        • Astrid Wenger, Münsingen Aug. 2015

          Immer mehr Wohnungen bauen auch rund um Münsingen, die Rechnung kann nicht aufgehen punkto Verkehr.

          Der direkte Weg für auf die Autobahn führt durch Münsingen und das von mehreren Seiten.

          Eine Lösung:
          Es könnte zwischen Münsingen und Wichtrach eine weitere Autobahn Ein- / und Ausfahrt gebaut werden, was mit Sicherheit billiger käme.

          Den grossen Verkehr neben einer Schule vorbei leiten ist eine schlechte Idee, sprich Unfälle sind programmiert.
          Die 30-Zone schafft auch zu mehr Stau.

          Steuergelder sind schon vor über 20 Jahre unsinnig eingesetzt worden, eine Lösung ist bis heute nicht gefunden.
          Auf schönes Land werden Wohnungen gebaut und die Bauern werden vertrieben bis keine Schweizer Bauern mehr sind.

          So schlimm ist der Stau nach Münsingen nicht.

          • Peter Haldemann, Konolfingen Aug. 2015

            Eine Gemeinde die vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht.. Diese Umfahrung löst kein einziges Problem. Im Gegenteil wird die Region um den Bahnhof zum Nadelöhr und somit allabendlich zum Ärgernis. Es braucht keinen Hellseher um zu verstehen, dass der Durchgangsverkehr raus aus dem Zentrum muss und nicht noch mehr Engpässe geschaffen werden. Es ist schon unverständlich was hier geplant wird und noch mehr, dass kategorisch auf die einzig wahre Lösung mit einem Zubringer auf die Autobahn zwischen Münsingen und Wichtrach verzichtet wird.

            • Sarah Gerber, Münsingen Aug. 2015

              Die Gemeinde Münsingen strebt nach wie vor das verdichtete Bauen an. Vielleicht wäre es in den vergangenen 20 Jahren, resp. wie von Aschi erwähnt 40 Jahren, zwischenzeitlich sinnvoller gewesen, sich auch einmal der Verkehrsproblematik zu widmen. Da sich aber keine politische Partei in Münsingen daran die Finger verbrennen will, haben alle anderen "Geschäfte" immer Vorrang. Dazu kommt, dass man sich in der Gemeinde zwar Neuzuzüger wünscht, das "Dorf" an einem schönen Freitag- oder Samstagabend jedoch wie ausgestorben ist - entsprechendes Angebot ist nicht willkommen!
              Solange der Gemeinderat mit der Tempo 30-Zone auf der Hauptstrasse diese Geschwindigkeit dann auch garantieren kann, finde ich dies im Abendverkehr eine wunderbare Idee Zwinkern

              • Aschi, E. Dolder, Münsingen Aug. 2015

                Es wäre endlich Zeit in Münsingen dem Überbauen einen Riegel zu schieben.
                In Münsingen war man in den letzten 40 Jahren nur am Bauen interessiert.
                Strassen braucht man nicht, war das Motto.

                • Pascal Bühler, Münsingen Aug. 2015

                  Ich muss Peter und Mirjam recht geben. Ein weiterer, hilfloser Versuch der Regierung, den Expansionswahnsinn weiter voranzutreiben. (Man hat ja jetzt einen Ansatz fürs Verkehrsproblem). Den Verkehr bei der Klinik durch das Quartier und NEBEN dem Schlossmattschulhaus verbeizuführen. Tolle Idee... Man gibt tausende Steuerfranken aus um genau diesen Bereich sicherer zu machen (30er, Rechtsvortritt, etc) um dann ein paar Jahre später einen grossen Teil des Verkehrs genau dort durch zu leiten.
                  Was mich interessieren würde ist, wie soll der Verkehr dann wieder zurück auf die Hauptstrasse, Richtung Wichtrach? Ach ja, genau via Belpbergstrasse, beim Coop Bau und Hobby! Toll, dort hats ja immens viel Platz und es entsteht dort ja eh kein weiters Quartier (Lorymatte).

                  PS: Wichtrach und Konolfingen könnten sich eigentlich auch an den Kosten beteiligen....

                  • Peter Schmid, Münsingen Aug. 2015

                    Allein, mir fehlt der Glaube!! Denn was Münsingen bis jetzt an sogenannten Verkehrssanierungen realisiert hat, ist in erster Linie ein Misserfolg und ein Beitrag zur allgemeinen Verunsicherung aller Verkehrsteilnehmer (auch wenn der Gemeinderat beharrlich das Gegenteil behauptet). Mit Tempo 30 nun auch auf der Hauptstrasse droht der nächste Schritt der gemeinderätlichen Salamitaktik. Man bedenke: Wer in der 30er-Zone in flachem Gelände einen Radfahrer - unter Berücksichtigung einer optimalen Verkehrsicherheit - überholt, ist zwangsläufig kurzzeitig ein Temposünder und wird, wenn zufällig!!! vom mobilen Messgerät erfasst, auch entsprechend bestraft. Der nächste Schritt der autofeindlichen Haltung steht also bereits vor dem Vollzug.

                    • Mirjam Christen, Münsingen Aug. 2015

                      Fakt 1: Münsingen WILL keine Autos im Dorf haben (politisch)
                      Fakt 2: Münsingen wächst rasant (Lorymatte, Giessepark, Sandacher, Überbauung Bernstrasse ehemals Shell Tanke)
                      Fakt 3: Fakt 1 und Fakt 2 sind nicht zu vereinbaren in einer modernen, mobilen (ja mit Autos, manchmal sogar 2 pro Haushalt) Gesellschaft
                      Fakt 4: Die Politik will oder kann das nicht sehen