1372 Samariter traten zum Wettkampf an

Aus der Wochenzeitung vom 17. Sept. 1998

Kälte und Nässe konnte die Stimmung der Samariter nicht verderben

Nasses Wetter, tadellose Organisation und gute Stimmung prägten die 33. Schweizerischen Samariterwettkämpfe in Konolfingen vom vergangenen Wochenende. Damit der Anlass mit den 1372 Läuferinnen und Läufern reibungslos ablief, waren 725 freiwillige Helferinnen und Helfer verantwortlich.

von Christine Mader

Bei den Schweizerischen Samariterwettkämpfen (SSW), die aus einem Orientierungslauf verbunden mit Postenaufgaben bestehen, messen sich die Gruppen in ihrem theoretischen und praktischen Erste-Hilfe-Wissen. Organisiert werden die SSW jeweils von einem lokalen Samariterverein, in diesem Jahr waren es die Konolfinger Samariter, welche sich an die Durchführung dieses grossen Anlasses des Schweizerischen Samariterbundes wagten.

Die 343 teilnehmenden Gruppen liessen sich am letzten Sonntag von dem nass kalten Wetter und dem aufgeweichten Gelände im Toppwald nicht verdriessen. Überhaupt brach die Stimmung seit dem Beginn des Festprogrammes am Samstagabend nie zusammen. Denn kaum spielte die «Les Apaches Band» im Festzelt die ersten Takte, bahnte sich bereits eine von unzähligen Polonaisen den Weg durchs 1200plätzige Festzelt und die Tanzenden strömten auf die Bühne. Das Fest dauerte, obwohl es beispielsweise um vier Uhr früh in der Zivilschutzanlage beim Gemeindehaus Niederhünigen bereits «Tagwache» gab.

Frühmorgens bereits auf Posten
Mehr oder eher weniger ausgeschlafen, machten sich hier die 140 übernachteten Samariterlehrerinnen und -lehrer und Samariter aus der näheren und weiteren Umgebung zum Frühstück im Festzelt bereit. Sie hatten sich am Samstag intensiv auf die Auswertung der Postenarbeit vorbereitet. Auch hier konnte der Dauerregen und die Kälte konnte die Stimmung der 165 vielschichtig bekleideten Postenbetreuer nicht trüben, welche um 6 Uhr auf der Strecke eintrafen, die Posten einzurichten. Die Armee hatte mit rund 30 Kilometer Kabel ein Telefonnetz aufgebaut, so dass bei Problemen die einzelnen Postenchefs miteinander kommunizieren konnten. Um 7 Uhr starteten die ersten Vierermannschaften der in sieben Kategorien eingeteilten Samariterinnen und Samariter. Für sie galt es je nach Kategorie auf einer Strecke zwischen 6,5 bis 10 Leistungskilometern im Toppwald Knipsposten anzulaufen sowie auf sechs Arbeitsposten das Samariterwissen und Können aufzuzeigen. Hierbei galt es beispielsweise, einen Hundebiss zu behandeln. Den unter Zeitdruck (die Aufgaben mussten in sechs Minuten gelöst sein) stehenden Teams stellten sich folgende Probleme: Welches aus der Vierergruppe kann sein Hosenbein soweit hinauf rollen, dass an der Wade wirklich wie echt gearbeitet werden kann? Muss man desinfizieren oder nicht? Wie legt man schon wieder den Deckverband des Unterschenkels fachgerecht an?

Übung macht den Meister
Die Postenbetreuer hatten darauf zu achten, dass nach genauem Schema vorgegangen wird, und dass alle Arbeiten gerecht und gleich bewertet wurden. Bei diesem Fall war wichtig: Das Anziehen der Handschuhe zur Wundbehandlung, die Desinfektion der Wunde und Wundumgebung wegen der erhöhten Infektionsgefahr, das Platzieren einer Wundauflage unter dem Deckverband, das Befragen des Verletzten nach seinem Impfschutz sowie die Feststellung, dass der Patient zum Arzt gebracht werden muss. Viele Teilnehmenden stellten fest, dass sie diesen Verband im Verein schon lange nicht mehr oder überhaupt noch nie geübt haben oder dass einzelne Themen unbekannt seien. «Das müssen wir unseren Samariterlehrern mitteilen, damit sie uns hier auf den neusten Stand bringen», war nicht selten zu hören.

Anlässlich der Rangverkündigung freute sich OK-Präsident Fritz Bay, dass so viele Wettkämpferinnen und Wettkämpfer aus vier Nationen - neben den Schweizergruppen waren sechs Gruppen aus Holland, je zwei aus Deutschland und Frankreich angereist - bei diesem Freizeitangebot zum Dienst am Nächsten mitgemacht haben. Der Aufwand für die Organisation dieses grossen Samariteranlasses hatte sich sicherlich gelohnt, weil die Teilnehmenden einmal mehr bewiesen haben, wie kenntnisreich, teamfähig und gut vorbereitet sie sind. Der Anlass ist durch den Samariterverein Konolfingen tadellos organisiert worden. Nach der, durch Vereinspräsident Walter Leuenberger abgehaltenen Rangverkündigung, welche mit viel Spannung erwartet wurde, verliessen wieder etwas erwärmte und trocknere müde aber zufriedene Wettkämpfer das Festzelt. Podestplätze erreichten auch in diesem Jahr in der Kategorie B die Teams aus Eggiwil 2. sowie Grünenmatt 3. Rang.
Ranglistenauszug (aus dem Emmental):
Kat. B: 2. «Wachthubel», Eggiwil; 3. «Wasserdökterler», Grünenmatt; 10. «Ramseier», Grünenmatt.
Kat. C: 11. «Grüene Stümper», Grünenmatt; 20. «Sumi-Bär», Sumiswald.
Kat. D: 13. «Kleeblatt», Eggiwil; 30. «Gipsfuss», Zollbrück; 43. «Chnorzine», Langnau; 46. «Räbloch», Schangnau; 52. «Sumi 4x50», Sumiswald; 59. «Huttuchäfer», Huttwil und Umgebung; 65. «Buntspächte», Grünenmatt; 96. «Loubfrösche», Langnau; 100. «Hohgant», Schangnau; 138. «Münzechäfer», Dürrenroth; 149. «Muttestüpfer», Dürrenroth; 151. «Falkenfluh», Oberdiessbach; 153. «Ryschgraser», Huttwil und Umgebung; 163. «Brandisritter», Lützelflüh-Goldbach.
Kat. F: 11. «Latärnli», Lützelflüh-Goldbach.