Vier Tore Vorsprung – und am Ende die grosse Enttäuschung
Eine bittere Niederlage! Im packenden Emmentaler Derby gegen den SV Wiler-Ersigen geben die Tigers eine komfortable 6:2-Führung aus der Hand und müssen sich nach einem dramatischen Penaltyschiessen mit 7:8 geschlagen geben. Der Traum vom Mobiliar Unihockey Cup Viertelfinal ist damit geplatzt.
Die Ausgangslage für das Emmentaler Derby im Mobiliar Unihockey Cup gegen Wiler-Ersigen war klar: Alles oder nichts. Nach dem Viertelfinal-Aus gegen Köniz im letzten Jahr hatten sich die Tigers für dieses Jahr höhere Ziele gesetzt. Entsprechend viel stand im Achtelfinal auf dem Spiel.
Eine Begegnung auf Augenhöhe
Die Unihockey Tigers und Wiler-Ersigen lieferten sich von Beginn weg ein ausgeglichenes Duell. Beide Teams setzten auf einen kontrollierten Spielaufbau und längere Ballbesitzphasen. Allerdings schlichen sich auf beiden Seiten immer wieder Ungenauigkeiten ein. Besonders in der Mittelzone führten Fehlpässe und Ballverluste zu schnellen Gegenstössen.
Nach gut fünf Minuten nutzten die Gäste einen solchen Ballverlust der Tigers aus und gingen nach einer sehenswerten Passkombination in Führung. Auch im weiteren Verlauf des Startdrittels ging es hin und her auf dem Spielfeld. Beide Teams kamen zu offensiven Möglichkeiten, leisteten sich aber immer wieder Eigenfehler.
In der 14. Minute gelang Jesper Silvonen nach Vorarbeit von Joonatan Lindholm der Ausgleich. Die Partie blieb ausgeglichen, ehe Wiler kurz vor der ersten Pause erneut zuschlug. Mit einer weiteren schönen Passkombination gingen die Gäste wieder in Führung und entschieden das Startdrittel mit 2:1 für sich.
Tigers drehen im Mitteldrittel auf
Die Antwort der Tigers liess nicht lange auf sich warten. Nur 54 Sekunden nach Wiederanpfiff traf Kevin Kropf auf Zuspiel von Simon Steiner zum 2:2. Zwar schlichen sich weiterhin Fehler in den Spielaufbau der Gastgeber ein, doch die Tigers fanden zunehmend besser ins Spiel.
In der 31. Minute nutzten sie einen Ballverlust von Wiler zu einem schnellen Gegenstoss. Jesper Silvonen vollendete nach Vorarbeit von Nick Pfister zur erstmaligen Führung. Dieser Treffer setzte bei den Tigers neue Energie frei. Die Gastgeber erhöhten den Druck und spielten sich regelrecht in einen Lauf.
In der 33. Minute traf Simon Steiner nach Zuspiel von Kropf zum 4:2. Nur 17 Sekunden später erhöhte Nick Pfister bereits auf 5:2. Wiler reagierte mit einem Time-out, doch die Tigers liessen sich nicht bremsen. In der 39. Minute bediente Joonatan Lindholm mit einem herrlichen Pass erneut Jesper Silvonen, der zum 6:2 einschob.
Mit fünf Treffern im Mitteldrittel hatten die Tigers die Partie eindrücklich gedreht und sich eine komfortable Ausgangslage für den Schlussabschnitt geschaffen.
Wiler kämpft sich eindrücklich zurück
Doch die Gäste kamen mit viel Entschlossenheit aus der zweiten Pause und setzten die Tigers sofort massiv unter Druck. Bereits in der 43. Minute verkürzte Jan Ziehli auf 6:3. Die Defensive der Tigers fand kaum noch Mittel gegen die nun deutlich aggressiver auftretenden Gäste.
Was folgte, war eine eindrückliche Aufholjagd. Cedric Buri traf in der 47. Minute zum 6:4, nur 24 Sekunden später verkürzte Pēteris Trekše auf 6:5. Wiler hatte das Spiel nun vollständig an sich gerissen, während die Tigers ihren Rhythmus verloren und sich zunehmend in die Defensive drängen liessen.
Auch ein Time-out brachte nicht die erhoffte Ruhe. In der 50. Minute gelang Ludwig Persson im Powerplay mit einem präzisen Schuss unter die Latte der 6:6-Ausgleich. Innerhalb von weniger als sieben Minuten hatte Wiler den gesamten Vier-Tore-Rückstand wettgemacht.
Doch die Tigers bewiesen nochmals Moral. Als Tim Döbeli auf die Strafbank musste, nutzten die Gastgeber die Überzahlsituation eiskalt aus. Janis Lauber brachte sein Team in der 52. Minute auf Zuspiel von Simon Steiner erneut mit 7:6 in Führung.
Die Partie entwickelte sich nun zu einem intensiven Cup-Fight mit harten Zweikämpfen und umkämpften Bällen. Die Tigers versuchten, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten. Doch 73 Sekunden vor Schluss war Jamie Martinjas nach einem Abpraller zur Stelle und traf zum 7:7.
Neun Fehlversuche, dann trifft Känzig
Auch die Verlängerung brachte nicht die erhoffte Erlösung und so musste das Penaltyschiessen über den Einzug in den Viertelfinal entscheiden.
Dort rückten die beiden Torhüter in den Mittelpunkt. Tigers-Goalie Beck parierte die ersten vier Versuche der Gäste. Auf der Gegenseite erwies sich auch Wiler-Goalie Picariello als unüberwindbar. Kein einziger Tigers-Schütze konnte seinen Versuch verwerten.
Schliesslich war es Känzig, der als zehnter Schütze die Nerven behielt und Wiler-Ersigen mit dem einzigen verwandelten Penalty in den Cup-Viertelfinal schoss.
Für die Tigers bleibt eine besonders bittere Niederlage. Nach einem starken Mitteldrittel und einer zwischenzeitlichen Vier-Tore-Führung hatten sie den Viertelfinaleinzug vor Augen. Doch im Schlussabschnitt verloren sie die Kontrolle über das Spiel und konnten auch die erneute Führung nicht über die Zeit bringen. Statt des erhofften Einzugs in die nächste Runde bleibt am Ende die grosse Enttäuschung über das frühe Ausscheiden.
Matchtelegramm:
Tigers Langnau - SV Wiler-Ersigen 7:8 (1:2, 5:0, 1:5, 0:0) n.P.
Unihoc Arena, Biglen. 781 Zuschauer. SR Crivelli/Rampoldi.
Tore: 6. J. Martinjas (M. Louis) 0:1. 14. J. Silvonen (J. Lindholm) 1:1. 20. R. Gasparik (L. Persson) 1:2. 21. K. Kropf (S. Steiner) 2:2. 31. J. Silvonen (N. Pfister) 3:2. 33. S. Steiner (K. Kropf) 4:2. 34. N. Pfister 5:2. 39. J. Silvonen (J. Lindholm) 6:2. 43. J. Ziehli (C. Oberli) 6:3. 47. C. Buri (M. Störi) 6:4. 47. P. Trekše (M. Louis) 6:5. 50. L. Persson (J. Martinjas) 6:6. 52. J. Lauber (S. Steiner) 7:6. 59. J. Martinjas (L. Persson) 7:7.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Tigers Langnau. 1mal 2 Minuten gegen SV Wiler-Ersigen.