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Vater unbekannt: Kuh Spächtli ist jetzt Mami

Im Frühling hielt sie die Region und Tierfreundinnen und Tierfreunde aus halb Europa in Atem, als sie von ihrem Bauernhof in Wattenwil abhaute und mehrere Wochen auf Kurve blieb. Jetzt hat die eigensinnige Evolèner-Kuh wieder alle überrascht, indem sie ein Kalb zur Welt brachte.

Kuh Spächtli mit Stierkalb Stärn. (Bild: zvg)

Die Verantwortlichen von Gut Aiderbichl in Österreich, dem Gnadenhof, auf dem die Kuh Spächtli nach ihrer Flucht ein neues Zuhause gefunden hat, gaben gegenüber der Gratiszeitung 20 Minuten an, sie hätten nichts von der Trächtigkeit gewusst. Nun habe Spächtli aber "ein schönes, kleines Stierkälbchen zur Welt gebracht".

 

Unklar ist, wann und von wem Spächtli gedeckt wurde. Das Kalb kam am 20. Oktober zur Welt. Auf Nachfrage von BERN-OST erzählt Pascale Pineroli, die die Gut-Aiderbichl-Stiftung in der Schweiz vertritt: "Wir hatten seit ein paar Wochen einen Verdacht, haben aber auf eine Ultraschalluntersuchung verzichtet." Spächtli und ihr Kalb Stärn seien ziemlich klein, weshalb man nichts gesehen habe. Das Kalben sei problemlos verlaufen und die beiden hätten keine Hilfe von Menschen gebraucht dafür.

 

Wann liess sich Spächtli decken?

Die Tragezeit bei Rindern dauert 280 Tage. Als die freiheitsliebende Kuh im Frühling auf Kurve ging, war sie wohl schon trächtig, allerdings erst seit Kurzem. Auf dem Hof des Wattenwiler Landwirts Kurt Schmutz lebte sie auch nur kurze Zeit und hatte offenbar keine Gelegenheit, sich zu paaren: "Sie muss schon trächtig zu uns gekommen sein, wir wussten das aber nicht", sagt Schmutz zu BERN-OST. Wo Spächtli geboren ist und ob sie dort Gelegenheit hatte zu einem Techtelmechtel, könne er nicht sagen. "Ich habe sie von einem Händler gekauft."

 

Anders als ihre Kuh-Schwestern im Milchbetrieb und auch auf der Mastweide, wird Kuh Spächtli nicht von ihrem Kind getrennt und kann es ganz natürlich bemuttern. "Sie schaut prima zu ihrem Kalb", sagt Pineroli. Beide Tiere werden ihr ganzes Leben in der Rinderherde des Gnadenhofs verbringen. Etwa in einem halben Jahr wird Stärn kastriert, damit das künftige Zusammenleben möglichst reibungslos und ohne weitere, herzige Überraschungen verläuft.


Autor
Anina Bundi, anina.bundi@bern-ost.ch
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Erstellt: 05.11.2019
Geändert: 05.11.2019
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