«Als Kommandant muss man innert Sekunden entscheiden»
Auf den 1. Januar 2026 haben drei Feuerwehren im Gebiet des Feuerwehrverbands Bern Mittelland Ost neue Kommandanten erhalten. Die Feuerwehren in Worb, Linden und Zäziwil werden von neuen erfahrenen Feuerwehrangehörigen geleitet. Damit ist die Kontinuität und die Einsatzbereitschaft in den elf Organisationen des Verbands sichergestellt.
Neu übernehmen Roland Probst die Feuerwehr Worb, Andreas Steiner die Feuerwehr Linden und Fabio Stalder die Feuerwehr Zäziwil. Sie treten die Nachfolge langjähriger Kommandanten an: Thomas Rupp in Worb, der die Feuerwehr von 2017 bis 2025 führte und seit 1985 im Dienst ist; Andreas Schindler in Linden, Kommandant von 2017 bis 2025 und seit 2001 aktiv; und Daniel Neuenschwander in Zäziwil, der von 2019 bis 2025 Kommandant war und seit 2004 im Feuerwehrdienst steht.
Zu den Anforderungen an das Amt des Kommandanten sagt Fabio Stalder, Präsident des Feuerwehrverbands Bern Mittelland Ost: «Damit die Position des Kommandanten besetzt werden kann, ist es wichtig, auf jeder Kaderstufe Angehörige der Feuerwehr auszubilden und ihnen Schritt für Schritt mehr Verantwortung zu übertragen.»
Zwischen Verantwortung und Flexibilität
«Um das Amt des Kommandanten auszuführen, ist es von Vorteil, wenn man im Berufsalltag eine gewisse Flexibilität hat, denn viele Termine müssen auch unter Tags wahrgenommen werden», sagt Stalder. Damit erklärt er, warum viele Kommandanten im Verbandsgebiet entweder selbständig oder in Gemeindebetrieben tätig sind.
Die Verantwortung eines Kommandanten ist gross. Stalder weist darauf hin, dass als Einsatzleiter Entscheidungen unter Umständen innerhalb weniger Sekunden getroffen werden müssen, manchmal auch mitten in der Nacht. Behörden, Medien und Bevölkerung können diese Entscheide später noch diskutieren und hinterfragen. Gleichzeitig müssen strategische Fragen zu Personal, Material und Finanzen laufend angegangen werden. «Der Auftrag der Feuerwehr ist klar definiert und muss jederzeit gewissenhaft ausgeführt werden, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten», sagt Stalder.
Auch die Zusammenarbeit unter den Feuerwehren ist zentral. Wo früher noch «Das isch mis Füür u nid dis Füür» debattiert wurde, ist die Situation heute eine andere. «Heute ist eine kameradschaftliche Zusammenarbeit unumgänglich», erklärt Stalder. Bei grösseren Einsätzen unterstützen sich mehrere Organisationen gegenseitig, und regelmässige gemeinsame Kurse, unter dem Motto «In Krisen Köpfe kennen», stärken diese Zusammenarbeit weiter. Nicht zuletzt auch durch den Fortschritt der Technik werden heute Einsätze mit weniger Personal abgearbeitet als früher, so der Präsident.
Ein Beispiel für die Zusammenarbeit ist auch die gemeinsame Beschaffung von Material und Fahrzeugen. So sind die Feuerwehren Sumiswald, Brandis, Trub-Trubschachen und Zäziwil gemeinsam an einer Beschaffung von 10 Tanklöschfahrzeugen. Auch bei technischen Fragen, etwa beim Ersatz von Atemschutzgeräten, wird vermehrt zusammengearbeitet. So können die Organisationen voneinander lernen und ihre Einsatzbereitschaft weiter stärken.