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Art brut: Kunst vom Rand der Gesellschaft

Im Weltenfenster, einer vorübergehend durch das Psychiatriezentrum Münsingen (PZM) betriebenen Galerie in Bern, können ab Freitag Originalsiebdruckplakate von Art Brut-Kunstschaffenden aus der ganzen Welt betrachtet und gekauft werden.

Art brut ist Kunst "abseits der bekannten Hauptstrasse der Kultur." (Bild: zvg/Paul Duhem, 1919-1999)

1945 erfand Jean Dubuffet für die nicht angepasste Kunst den Namen "Art brut" und schenkte seine grosse Sammlung der Stadt Lausanne. Gemäss Dubuffet "existieren Millionen von Ausdrucksmöglichkeiten abseits der bekannten Hauptstrasse der Kultur".

 

Laut Wikipedia ist Art brut ein Sammelbegriff für autodidaktische Kunst von Laien, Kindern, Menschen mit einer psychischen oder geistigen  Einschränkung und gesellschaftlichen Aussenseitern wie etwa Gefängnisinsass*innen.

 

"Malen als ginge es um ihr Leben"

Viele Art brut-Künstler*innen stammen aus der Schweiz. Es sind Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, die weggesperrt und für krank erklärt wurden. Und alle haben etwas gemeinsam: Sie malen, als ginge es um ihr Leben. Das schreibt das PZM in einer Mitteilung. "Ihre Werke zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Motive und Techniken aus ihrem Innern ableiten und nicht aus den Schablonen der etablierten, traditionellen Kunst."

 

[i] Vom 16.-31. Oktober findet im Weltenfenster eine Verkaufsausstellung statt mit Originalsiebdruckplakaten von Art Brut-Kunstschaffenden aus der ganzen Welt. Das Weltenfenster ist eine Galerie an der Gerechtigkeitsgasse 72 in Bern. Das PZM hat es zu seinem 125-jährigen Jubiläum gemietet, um "in die Welt hinauszugehen". Das Programm mit Kunstausstellungen, Konzerten, Kinderattraktionen, Lesungen und einem Weihnachtsverkauf zeigt seit August regelmässig einen neuen Ausschnitt aus der Welt des Psychiatriezentrums.


Autor*in
pd, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 14.10.2020
Geändert: 14.10.2020
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