Aufatmen nach dem gelungenen Auftakt
Der Worber Bühnenbildner Dany Rhyner ist zufrieden: Die lange intensive Vorbereitungszeit hat sich gelohnt, die Premiere des Freilichttheaters «Ueli der Pächter» war ein voller Erfolg. Damit ist die letzte Saison beim schönen alten Bauernhaus Hämeli gut angelaufen.
Es ist ein prächtiger Sommerabend, der Blick über die Emmentaler Hügel fantastisch und die Stimmung ausgelassen: Die Premierenvorstellung des Freilichttheaters Signau ist ausverkauft, ein grosser Teil des Publikums ist schon eingetrudelt. Viele halten ein Getränk oder einen Teller mit Bratwurst und Pommes in der Hand. Mittendrin, im weissen Hemd des Regie- und Leitungsteams, steht Dany Rhyner, der künstlerische Leiter, zuständig für Bühnenbild und Bühnenbau.
Frühere und moderne Zeiten mischen sich
Der Worber passt gut in die Gotthelf-Umgebung mit dem geraniengeschmückten Hämeli und den Marktständen: Neben dem Theatergelände stimmt ein malerischer Gotthelf-Markt die Theaterbesucher:innen auf eine frühere Zeit ein. Das wirkt umso spezieller, weil sich die altmodisch gewandeten Darsteller:innen unter die modern gekleidete Menge mischen.
Die letzten Tage seien heiss und anstrengend gewesen, sagt Rhyner: «Wir waren nonstop dran und haben in letzter Sekunde noch Anpassungen vorgenommen.» Eine Rolle habe noch nicht ganz gepasst, ein paar Änderungen hier und da – und dann war der grosse Moment gekommen: Zum letzten Mal findet diesen Sommer Gotthelf auf dem Hämeli bei Signau statt, einer perfekten Kulisse für das Stück «Ueli der Pächter». Die hölzernen Kuben im Bühnenbild, das Rhyner entworfen hatte, funktionieren bestens, sie eignen sich raffiniert zum Bespielen und wirken gut als schlichter, moderner Kontrast zum alten Bauernhaus. Auf dem «Dorfplatz» plätschert der Brunnen, ebenfalls ein schönes Element.
Auch das Stück passt, das Publikum geht voll mit: Es ist ein Abend zum Mitlachen, Mittrauern und Mitleben, ein Abend voll mit uralten und doch immerwährenden menschlichen Themen, sehr überzeugend dargestellt von einem tollen Laien-Ensemble. Besonders die Haupdarsteller:innen überzeugen: Sarah Bigler bietet ein sehr glaubhaftes, starkes Vreneli, Marco Lehmann präsentiert gut den nicht ganz so starken, zerrissenen Ueli, während Glunggenbauer Joggi (Hans Peter Blaser) einen unweigerlich zum Lachen bringt, obwohl man ihn zugleich schütteln möchte, weil er so wenig auf seine lebenserfahrene und kluge Martha (Annarös Lehmann) hört.
Das gesamte Ensemble fügt das Stück zu einem runden Ganzen zusammen, teils amüsant, teils berührend, stets stimmungsvoll, und entführt damit das Publikum ins alte Emmental. Die vielen menschlichen Facetten wirken trotz ihrer Platzierung in früheren Zeiten höchst aktuell. Und Dany Rhyner? «Ich bin immer erleichtert und habe Freude, wenn ein Stück ankommt!»
Das Ziel erreicht
Es sei eine sehr gelungene Premiere gewesen, sagt er später, und alles habe geklappt. Für die weiteren Vorführungen wird er mit dem Regieteam Nathalie Trachsel und Rolf Schoch noch ein paar Details anpassen. Insgesamt habe er aber sehr viel gutes Feedback erhalten und sein Ziel erreicht: «Ein authentisches Erlebnis schaffen, damit das Publikum in eine andere Zeit und in unsere Geschichte eintauchen kann.»
Wenige Tickets für die letzte Hämeli-Saison
Das Freilichttheater Signau spielt zum letzten Mal im Hämeli. Weil die Tickets so schnell weg waren, gibt es am 27. Juli eine Zusatzaufführung. An diesem Abend und an ein paar anderen Daten sind noch wenige Tickets erhätlich.