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Automobil - Steiner hat nichts verlernt

Quelle
Berner Zeitung BZ

Streckenrekordhalter Marcel Steiner musste beim 45. Bergrennen Gurnigel die Tagesbestzeit dem Walliser Eric Berguerand überlassen. Der Oberdiessbacher war aber klar der beste Berner. Schnellster bei den Autos unter 2 Liter Hubraum war der Sigriswiler Martin Bürki.

Kein Berner war am Gurnigel schneller unterwegs als der Oberdiessbacher Marcel Steiner. (Bild: Walter Dietrich)

Das Bergrennen Gurnigel, mit 45 Auflagen einer der Klassiker im ACS-Veranstaltungskalender, hat nichts von seiner Faszination eingebüsst. 220 Rennautos waren heuer am Start, 13 000 Motorsportbegeisterte verfolgten laut Rennleiter Peter Flückiger auf dem 3,7 km langen und 314 Höhenmeter aufweisenden Bergkurs die zwei Wertungsläufe. Den Streckenrekord von 1:41,39 Minuten war vor zwei Jahren der Oberdiessbacher Garagist Marcel Steiner auf Rennsportwagen Osella herausgefahren.

Berguerand überlegen

Seit dem dreifachen Schweizer Bergmeister und fünfmaligen Tagesschnellsten am Gurnigel der Osella-Einsitzer nicht mehr zur Verfügung steht, ist Eric Berguerand mit seinem modifizierten Lola FA99 klar der Schnellste. Wie in allen Bergrennen zuvor fuhr der Walliser am Gurnigel (mit 1:41,83) Tagesbestzeit. Berguerand hat sich somit, wie im Jahr zuvor, den Bergmeistertitel bereits gesichert. Marcel Steiner, dessen Streckenrekord erneut nicht geknackt wurde, hat für sein Heimrennen wieder seinen Martini MK77 BMW CN hergerichtet. Mit diesem Fahrzeug war er vor dem Höhenflug mit dem Osella 2008 und 2009 am Gurnigel Tagessieger geworden.

Dass der frühere Seriensieger, der seine Renntätigkeit heruntergeschraubt hat, von seinem fahrerischen Können noch nichts eingebüsst hat, zeigen die gefahrenen Zeiten von 1:49,53 und gar 1:49,35. So schnell sei er mit seinem «Oldtimerboliden» Martini noch nie gefahren, verriet Steiner. Der Lokalmatador war im zweiten Lauf trotz ungünstiger Sichtverhältnisse um 18 Hundertstel schneller. «Weil ich auf der Hinterachse etwas wenig Grip hatte, war es kein Traumlauf», analysierte der 39-jährige Aaretaler den ersten Lauf. Anteil an seiner Zeitverbesserung im zweiten Durchgang dürfte deshalb auch seine tüchtige Helferin haben, welche seine Reifen mit geschickten Händen in der Fahrpause rutschfester machte. Dass man im Motorsport einen Schutzengel haben muss, erlebte der sympathische Berner letztes Jahr beim EM-Bergrennen St-Ursanne Les Rangiers, als er mit 230 Km/h in ein Bord raste und dem Wrack unverletzt entsteigen konnte. Die schnellen Gene dürfte Marcel Steiner von seinem Vater Heinz geerbt haben, welcher das Gurnigel-Bergrennen als Pionier, Kategoriensieger in allen Klassen und dreifacher Tagessieger in den Neunzigerjahren mitgeprägt hatte.

Bürki eine Klasse für sich

Der Sigriswiler Martin Bürki, am Berg und im Slalom seit Jahren ein Meister und Seriensieger, kitzelte aus seinem grüngelben 1,6 Liter VW Polo am Gurnigel wieder alles heraus. Der nunmehr 46-jährige Garagist war mit grossartigen 2:03,36 in der Kategorie E1 unter 2 Liter eine Klasse für sich. Der dreifache Familienvater steht, weil er an allen Bergrennen gewonnen hat, bereits als Bergpokalsieger fest. Die Premiere des von Peter Zbären, dem Präsidenten des MB Motorsport-Teams, angeregten Bergpokals für die Piloten mit Autos unter 2 Litern hat das Aushängeschild bereits gewonnen. «Ich bin beeindruckt, wie akribisch und äusserst fokussiert sich Martin auf die Rennen einstellt», sagt sein Mentor und Marketingchef und kommt dabei ins Schwärmen.


Autor
Peter Russenberger, Berner Zeitung BZ
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Erstellt: 09.09.2014
Geändert: 09.09.2014
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