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Berner Sportpreis 2019: Konolfinger Orientierungsläuferin ausgezeichnet

Am Montag wurden 69 Sportlerinnen und Sportler aus dem Kanton mit dem Berner Sportpreis ausgezeichnet. Mit der jungen Konolfinger Orientierungsläuferin Vera Moser ist auch die Region Bern-Ost vertreten. Für sie kam die Auszeichnung eher überraschend.

Vera Moser aus Konolfingen mit dem Berner Sportpreis 2019. (Bild: zvg)
Vera Moser ist eine von 69 ausgezeichneten Sportlerinnen und Sportler. (Bild: zvg)

"Zuerst war ich etwas geschockt", sagt Vera Moser. Sie ahnte noch nichts vom Inhalt, als eines Tages ein Brief der Polizei- und Militärdirektion in ihr Haus in Konolfingen flatterte. Es folgte Verwirrung und schliesslich Freude nachdem die 17-Jährige das Couvert öffnete. Die Orienierungsläuferin wurde für ihre ausserordentlichen sportlichen Leistungen mit dem Berner Sportpreis ausgezeichnet. Am Montag fand die Preisverleihung im Ratshaus Bern statt. Insgesamt wurden 69 Sportlerinnen und Sportler aus dem Kanton geehrt. Vera Moser war in prominenter Gesellschaft. Darunter waren zum Beispiel Schwingerkönig Christian Stucki, die Leichtathletin Delia Sclabas und verschiedene Mitglieder der Unihockey-Nationalmannschaft. Das sportliche Vorbild der Konolfingerin Simona Aebersold erhielt die Auszeichnung "Berner Sportlerin des Jahres".

 

Die Auszeichnung kam für Vera Moser um so überraschender nach der durchzogenen Saison im Vorjahr. "Am Anfang der Saison hätte ich nie mit einem solchen Preis gerechnet", so Moser. Zusätzlich stieg sie zu diesem Zeitpunkt eine Kategorie auf und musste sich deshalb mit den um ein Jahr älteren Konkurrentinnen messen. Aber dann lief es gut. Der Höhepunkt des Jahres war der dritte Platz mit der Schweizer Auswahl an der Europameisterschaft in Weissrussland. "Es war schon eine besonderes Gefühl mit dem Schweizerkreuz auf dem Trikot anzutreten", erinnert sich die Sportlerin.

 

Sport und Kopf kombiniert

Der Orientierungslauf wurde Vera Moser quasi in die Wiege gelegt. Beide Eltern betreiben den Sport mit Leidenschaft und auch ihre älteren Geschwister Florian (21) und Rahel (24) begannen schon als Kind mit OL. Florian läuft auch heute noch auf hohem Niveau mit. Im Moment hat Vera allerdings die Nase vorn beim Geschwisterduell. Und das obwohl sie erst später mit dem Sport anfing. "Ich war ungefähr zehn Jahre alt, als meine Mutter, meine Schwester und mein Bruder in ein Trainingslager fuhren", erinnert sich Vera Moser. Als jüngste sei sie mehr oder weniger mitgeschleppt worden. Dort trainierte sie mit einer Gruppe mit und seit damals blieb sie dem Sport treu.

 

"Orientierungslauf kombiniert Sport mit Kopf", beschreibt Vera Moser den Reiz ihres Sports. Sie hatte davor verschiene Sportarten ausprobiert und zwischenzeitlich beim Langlauf gelandet. Das sei ihr aber auf Dauer zu langweilig geworden. Auf die Frage, welcher Teil schwieriger sei, Kopf oder Sport, hat sie schnell eine Antwort: "Der Sport ist einfacher zu trainieren." Das Physische bezeichnet sie auch als ihre eigene Stärke. Normalerweise trainiert die junge Sportlerin fünf Mal pro Woche. Das mit der Orientierung laufe mal besser und mal weniger gut. Diese Aussage darf natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, das auch dieser Part bei Vera Moser auf einem hohen Niveau stattfindet. Sonst wäre eine derartig erfolgreiche Saison nicht möglich gewesen.

 

Einzelsport im Team

Natürlich gebe es zwischendurch auch Frustmomente, räumt Vera Moser ein. Insbesondere wenn mehrere Läufe hintereinander nicht gelingen, könne das schon an einem nagen. "Es ist dann vor allem eine mentale Herausforderung, um aus dieser Spirale rauszukommen", sagt sie. Dafür kann sie auf ihre Familie und ihr Team zählen. Sie trainiert im Nachwuchskader Bern/Solothurn und mit ihrem Konolfinger Stammverein OL Norska. Auch wenn sie an den Wettkämpfen meistens allein unterwegs ist, bedeutet ihr der Zusammenhalt viel: "Wir sagen immer: Orientierungslauf ist ein Einzelsport im Team."

 

Vera Moser besucht das Gymnasium in Thun. Was sie danach machen wird, weiss sie noch nicht. "Vielleicht Wirtschaft studieren", stellt sie in den Raum. Auch wenn der Orientierunglauf klar ein Schwerpunkt in ihrer Freizeit darstellt, hat sie noch einige weitere Hobbys und Interessen. Sie spielt E-Bass und musiziert regelmässig mit Freunden, sie backt gerne oder geht baden im See. Auch Partys liegen laut ihr im "vernünftigen Rahmen" zwischendurch mal drin. "Gute Planung und Organisation ist der Schlüssel", sagt Moser.

 

In der übernächsten Saison mischt sie nicht mehr in der Jugendkategorie, sondern bei den Erwachsenen im Orientierungslauf mit. "Ein Traum wäre, einmal an einer Weltmeisterschaft mitzumachen, oder noch besser, sie zu gewinnen", sagt Vera Moser. Dass das nicht ganz einfach ist, dessen ist sich die Nachwuchssportlerin natürlich bewusst. Aber träumen ist ja bekanntlicherweise erlaubt. Und wer weiss ...


Autor
Adrian Kammer, adrian.kammer@bern-ost.ch
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Erstellt: 30.10.2019
Geändert: 30.10.2019
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