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Besserer Bahnhofszugang: Münsingen will wissen, was es kostet

Ein ebenerdiger Zugang zum Bahnhof von Westen und zwei für Fuss- und Veloverkehr ausgebaute Unterführungen – Das wünscht sich der Münsinger Gemeinderat, um die Situation der Bahnkunden, Fussgänger und Velofahrer zu verbessern. Der Kredit für das entsprechende Vorprojekt wurde nun vom Münsinger Parlament genehmigt.

"Massive Verbesserung": Gemeinderat Andreas Kägi (FDP) stellte an der Parlamentssitzung die Pläne für den Bahnhofsausbau zugunsten von Fuss- und Veloverkehr vor. (Bild: Isabelle Berger)

Bis 2028 wird die SBB den Münsinger Bahnhof umbauen. „Die SBB muss aufgrund des Behindertengleichstellungsgesetzes die Perrons erhöhen, sowie für den Viertelstundentakt der S-Bahn und bei Personen- und Strassenüberquerungen Anpassungen vornehmen. Zudem soll der Bahnhof für die Durchfahrt mit 160 Kilometer pro Stunde ausgebaut werden“, fasste Gemeinderat Andreas Kägi (FDP) an der Parlamentssitzung vom Dienstag zusammen.

 

Für die Gemeinde sei der Umbau die Chance, den Bahnhof für Münsingen zu optimieren. Für diese Optimierungen – oder wie es Kägi nannte „Zusatzgadgets“ – sprach das Parlament den Kredit zum Vorprojekt über 555 732 Franken, in welchem die SBB mögliche Varianten und Kosten ausarbeiten soll. Die von der Gemeinde gewünschten Zusätze wird sie selber bezahlen müssen.

 

Ebenerdiges Perron West

Konkret soll es um drei Teilprojekte gehen. Erstens möchte die Gemeinde einen ebenerdigen Bahnhofzugang mit neuem Aussenperron im Westen, um den Dorfteil West mit über 6000 Einwohnern direkt an den Bahnhof anzuschliessen. Gegenüber entsteht ab diesem Jahr der Neubau der Senevita, später folgen der Bau der durchgängigen Industriestrasse und einer unterirdischen Velostation. „Die SBB braucht das Perron West nicht, für die Bahnkunden stellt es aber eine massive Verbesserung dar, weil sie dadurch ebenerdig in die Züge Richtung Bern einsteigen können“, stellte Kägi klar.

 

Besserer Zugang für Velos

Zweitens möchte die Gemeinde die bestehende Fussgängerunterführung Nord verbreitern und für den Veloverkehr öffnen. „Die SBB baut die Unterführung nur für Fussgänger um. Für die Verbreiterung für Velos muss die Gemeinde bezahlen“, erläuterte Kägi. Ziel der Gemeinde ist es, hiermit eine direkte Verbindung für Velofahrende aus dem östlichen Münsingen zur neuen unteririschen Velostation im Bereich Bahnhof West zu schaffen. Zudem soll mittels eines neuen Aufgangs das Mittelperron besser erschlossen werden. Ob dies technisch möglich und für die Gemeinde finanzierbar ist wird das Vorprojekt aufzeigen.

 

Der dritte Punkt betrifft den Neubau einer südlichen Fussgänger- und Velounterführung mit Aufgang zum Mittelperron und Velostation beim jetzigen SBB-Güterschuppen. Damit soll das südliche Westquartier mit dem Perron 1, dem Mittelperron, dem Bushof, der neuen Velostation und dem Bahnhofplatz verbunden und die Trennwirkung der Bahn massgeblich vermindert werden. „Im Rahmen des Vorprojekts wird die SBB schauen, ob dies dort technisch möglich ist“, sagte Kägi.

 

Vorprojekt soll Ende 2020 vorliegen

Mit dem Vorprojekt erhalte jede der gewünschten Optimierungen ein Preisschild, aufgrund dessen das Parlament dann erneut entscheiden könne, was realisiert werden solle, sagte Kägi. Der Gemeinderat wird nun nach der Genehmigung des Kredits der SBB den Auftrag erteilen, das Vorprojekt zu starten. „Ende nächstes Jahr werden wir das Vorprojekt von der SBB erhalten“, stellte er in Aussicht.

 

Standortentscheid für neues Verwaltungsgebäude verschoben

Der Standortentscheid für den Neubau des Verwaltungsgebäudes wurde verschoben. Gemeindepräsident Beat Moser (Grüne) begründete den Rückzug des Geschäfts unter anderem damit, dass einige Fragen stehen geblieben und Diskussionen noch nicht abgeschlossen seien. Ausserdem seien aufgrund eines terminlichen Fauxpas nicht alle Parlamentsmitglieder rechtzeitig zur Informationsveranstaltung eingeladen worden. Am 22. Oktober findet deshalb ein zweiter Infoanlass statt und der Standortentscheid wird neu auf die Parlamentssitzung vom 21. Januar traktandiert.

 

An der Parlamentssitzung wurde zudem Hans Kipfer (EVP) per sofort für den Rest der laufenden Legislatur in die Geschäftsprüfungskommission gewählt.

 

Alle Beschlüsse:

  1. Geschäftsprüfungskommission – Ersatzwahl
    Hans Kipfer wird per sofort für den Rest der laufenden Legislatur in die Geschäftsprüfungskommission gewählt.
  2. Ausbau Bahnhof Münsingen – Kreditantrag Vorprojekt 

    Der Kredit für die Planungskosten Phase Vorprojekt wird genehmigt.
  3. Neubau Verwaltungsgebäude – Standortentscheid
    Dem Rückzugsantrag des Gemeinderates wird stattgegeben; das Geschäft wird dem Parlament 
erneut vorgelegt.
  4. InfraWerkeMünsingen – Geschäftsbericht und Jahresrechnung 2018
    Der Geschäftsbericht und die Jahresrechnung 2018 der InfraWerkeMünsingen werden zur 
Kenntnis genommen.
  5. Überarbeitung Art. 70 Baureglement – Motion SP-Fraktion
    Die Frist zur Beantwortung wird auf die nächste Parlamentssitzung 011.2019 verlängert.
  6. Förderung von erschwinglichem Wohnraum – Postulat SP
    Die Frist zur Beantwortung wird auf die nächste Parlamentssitzung 05.11.2019 verlängert.
  7. Zugang Velostationen Bahnhof und velogängige Unterführungen – Postulat Grüne Fraktion
    Das Postulat wird erheblich erklärt.
  8. Zu Fuss und per Velo – Postulat Grüne Fraktion
    Das Postulat wird erheblich erklärt.
  9. Robinson-Spielplatz für grössere Kinder – Postulat Katharina Baumann
    Das Postulat wird erheblich erklärt.
  10. Indirekte Erhöhung der Liegenschaftssteuer – Dringliche Interpellation Fankhauser David
    Die Information des Gemeinderates wird zur Kenntnis genommen.
  11. Übertragung der bisherigen Schulanlagen Tägertschi vom Verwaltungs- ins Finanzvermögen
    Die Schulanlage Tägertschi wird per 31.12.2019 vom Verwaltungs- ins Finanzvermögen überführt.
  12. Ausbau EDV-Infrastruktur und Alarmierung an allen Volksschul- und Gemeindestandorten – Investitionskredit
    Der Investitionskredit wird genehmigt.
  13. Umgestaltung Bahnhofquartier – Sanierung und Neubau Abwasserleitungen – Kreditabrechnung
    Die Kreditabrechnung wird zur Kenntnis genommen.

Autor
Isabelle Berger, isabelle.berger@bern-ost.ch
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Erstellt: 11.09.2019
Geändert: 11.09.2019
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