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Bildband: Die Kinder von Münsingen

Quelle
Der Bund

Was fällt einem ins Auge, wenn einem schon alles vertraut ist? Jürg Ramseier porträtiert seine Gemeinde.

(Bilder: Jürg Ramseier)

Die Mission war nicht einfach. Und das gleich zweifach. Erstens sollte Jürg Ramseier einen Weltwinkel erkunden, den er so gut kennt wie keinen sonst: Münsingen nämlich, den Ort, wo er seine Jugend verbrachte und wohin er, mittlerweile 64, zurückgekehrt ist nach einem halben Leben als Fotoreporter in Belfast, New York, Tanger, Sydney, Paris. Und zweitens hatte Ramseier für sein Porträt von Münsingen ganz freie Hand. Was das Vorhaben auch nicht leichter machte, dem Vertrauten ein besonderes Bild abzugewinnen.

 

Er sei «einfach herumgegangen», ohne Vorgabe und Plan, liest man im Buch, das nun den Ertrag dieser Streifzüge versammelt. Darunter sind all die Unauffälligkeiten einer Gemeinde, die nicht mehr Dorf ist, aber auch noch nicht Stadt: der Spaziergang am Sonntag, der Stau auf der Hauptstrasse, der Schnee auf dem Vorplatz. Und belangvoll ist das nicht immer. Doch dann sieht man, zum Beispiel: diese Kinder. Da spannt sich eine ganze Welt auf, die sich nicht mit dem öffentlichen Raum der Erwachsenen deckt. Und man sieht bei Ramseier auch, was diesen besonderen Lebensraum zusammenhält: Es sind die Wege, die von der Schule zum Mittagstisch führen. Und vom Wohnblock zum Waldrand. Typisch Münsingen ist das ja nicht. Aber einem Fremden wäre diese Welt ziemlich sicher verborgen geblieben.

 

Jürg Ramseier u.a.: Mein Münsingen. Kulturbuchverlag Herausgeber, Riedtwil 2018. 144 Seiten, etwa 38 Franken.


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Erstellt: 12.01.2019
Geändert: 12.01.2019
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