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Bill GmbH Worb: Automat für den modernen Hofladen

Sich an den Waren im Hofladen bedienen und gleich selber abkassieren. Das funktoniert dank den Automaten der Bill GmbH. Die Worber Firma trifft den Nerv der Zeit und hilft den Bauern auf die Sprünge.

Geschäftsführer Jürg Bill mit dem ersten (links) und dem aktuellen (rechts) Automaten-Modell (Bild: zvg)

"Ein Hofladen ist heute nicht mehr in irgendeinem Keller, sondern modern, attraktiv und ein rentables Geschäft", erklärt Jürg Bill. Seine Bill GmbH ist seit 1999 die Schweizer Werksvertretung der deutschen Krauth Technology GmbH und vor allem für seine Automaten im öffentlichen Verkehr bekannt. Seit diesem Jahr bietet die Worber Firma eine speziell auf Hofläden zugeschnittene Produktelinie an.

 

Vom Blechkasten zum Hightech-Gerät

Vor fünf oder sechs Jahren sei ein Landwirt aus Tägertschi auf ihn zugekommen, erzählt der Geschäftsführer. Er habe ihn um einen Automaten für seinen Selbstbedienungs-Hofladen gebeten. Bill sagte zu und kreierte mit seinem Team ein simples, zweckmässiges Modell. Der Bauer war anscheinend zufrieden mit dem Automaten und weitere Berufskollegen bekamen Wind davon. "Nach und nach kamen immer mehr Bestellungen rein", sagt Jürg Bill. 

 

Die Firma begann den Automaten auszubauen und weiterzuentwickeln. "Es ist fantastisch. Es kommen auch immer wieder gute Ideen von unseren Kunden, die wir dann umsetzen können", sagt Bill. Während der einfache Erstling mehr an einen Blechkasten erinnert, kommt die aktuelle Version im schicken roten Design daher und bietet jede Menge Funktionen an. Ein Kartenleser gehört dabei längst zum Standard. Wer will, kann seinen Automaten mit Handscanner und Videoüberwachung ausrüsten. Eine App zeigt dem*der Besitzer*in an, welche Mengen von welchem Produkt gekauft wurden, damit rechtzeitig aufgefüllt werden kann.

 

Ein Handschlag zählt

Von der Entwicklung über die Technik und die Beratung bis zum Service wird alles von der Bill GmbH gemacht. Die Automaten können gekauft, gemietet oder geleast werden. Mittlerweile zählt die Firma um die 20 Hofläden als Kunden. Viele sind in der Region, andere sind in der ganzen Schweiz verteilt. Laut dem Geschäftsführer ist die Tendenz der Anfragen steigend. Der Trend der Hofläden mit attraktivem Erscheinungsbild und Selbstbedienungskonzept wurde durch Corona noch verstärkt und die Bill GmbH konnte davon profitieren. "Die Anzahl der Bestellungen nahm in dieser Zeit spürbar zu", sagt Jürg Bill.

 

Diese Entwicklung kam der Bill GmbH gelegen, da während des Lockdowns die Service-Aufträge der Geräte für den öffentlichen Verkehr rückläufig waren. Obwohl die ÖV-Projekte immer noch den Hauptteil des Geschäfts ausmachen, gewinnen die Hofladen-Angebote an Bedeutung und bereiten dem Geschäftsführer viel Freude: "Es ist etwas ganz anderes. Es ist unkomplizierter, kreativer und persönlicher." Auch die Mentalität auf dem Land und die Art wie die Bauern Geschäfte machen, gefallen Bill. "Hier zählt noch ein Handschlag. Das reicht und das wird dann auch so gemacht", meint er. 

 

Jürg Bill sieht noch viel Potential für die Hofladen-Automaten: "Da es etwas Neues ist, haben wir eine grüne Wiese, die wir bespielen können."


Autor*in
Adrian Kammer, adrian.kammer@bern-ost.ch
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Erstellt: 14.12.2020
Geändert: 14.12.2020
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