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Boxen in Walkringen - "Habe mir einen Traum erfüllt"

Felix Maissen eröffnet mitten in der Pandemie einen Boxkeller. Neu kann in Walkringen geboxt und trainiert werden. Trotz Lockdown sei das problemlos möglich, sagt Maissen.

Felix Maissen in seinem Boxkeller in Walkringen. (Bild: Rolf Blaser)
Frische Luft: Das Fenster ist während des Trainings immer geöffnet. (Bild: Rolf Blaser)
Die Handschuhe liegen bereit. (Bild: Rolf Blaser)

Felix Maissen ist Basler mit breitem Dialekt. Er lebt seit drei Jahren in Walkringen. Hier hat er sich, wie er sagt, einen Traum erfüllt. "Ich boxe seit über 40 Jahren, nun ist die Zeit für einen eigenen Boxkeller gekommen. Corona hin oder her." Selbstverständlich habe er ein entsprechendes Schutzkonzept. So kann trotz Pandemie bereits jetzt bei ihm trainiert werden.

 

Maximal zwei Personen

In seinem Boxkeller in Walkringen sei das Fenster immer offen. Zudem könne bei zwei Teilnehmern der Abstand problemlos eingehalten werden. Sparringtraining oder ein Kampf Mann*Frau gegen Mann*Frau findet nicht statt. Trainiert könne gleichwohl werden, sagt Maissen: "Der Sandsack wird jede Stunde desinfiziert. Eine Person trainiert am Sandsack, die andere macht Fitness." Er betreut die Trainierenden während 90 Minuten. Es finde kein unmittelbarer Körperkontakt statt. Trainiert werde Koordination, Schlagschule, Gymnastik und Dehnen.

 

Fasziniert seit den 1970iger Jahren

Zum Boxen sei er durch seinen Vater gekommen. Der habe ihn damals morgens um drei Uhr geweckt und vor den Fernseher geholt. Damals, als Muhammad Alis Boxkämpfe im Fernsehen live gezeigt wurden. Der 12-jährige Maissen wollte auch boxen. Er sei dann 1977 ins Boxtraining gegangen. "Ich war ein junger Stier. Ich liebte es, wenn das Adrenalin vor einem Kampf durch den Körper pumpte." Nebenbei habe er auch mit Kickboxen begonnen. Er wollte auch mit den Füssen arbeiten oder wohl eher schlagen.

 

59 Kämpfe gewonnen

Insgesamt stand Maissen bei 68 Amateurkämpfen als Boxer und Kickboxer im Ring. Die Bilanz lässt sich sehen. Er kämpfte als Mittelschwergewichtler. 59 Mal habe er gewonnen, drei Mal ging er k. o. und sechs Kämpfe endeten unentschieden.

 

Angst habe er nie gehabt, aber Respekt vor dem Gegner. Wenn er vor einem Kampf nervös gewesen sei, habe ihm sein Trainer eingeimpft, dass es dem Gegner genau gleich gehe wie ihm. Boxen sei ein fairer Sport, sagt Maissen: "Im Ring musst du dich dem Gegner stellen. Da gibt es keine Ausreden mehr. Dafür ist das Gefühl nach einem Sieg unbeschreiblich."

 

Aufgestauten Corona-Frust loswerden

In seinem Boxkeller will er sein Wissen weitergeben. Ob jung oder alt, alle seien willkommen. Gerade in dieser ungewissen Zeit, biete der Boxkeller ein Ventil. "Die Jungen sitzen zu Hause und streichen über ihr Handy", sagt Maissen. Im Boxkeller könnten sie sich austoben und kämpfen bis sie nicht mehr stehen könnten. "Statt Likes verteilen, können sie auf den Sandsack einhauen. Erschöpfung kann nicht gekannte Glücksgefühle auslösen."

 

[i] Boxen Hilft, Walkringen


Autor*in
Rolf Blaser, rolf.blaser@bern-ost.ch
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Erstellt: 23.02.2021
Geändert: 23.02.2021
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