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Christoph Hofer aus Grosshöchstetten: Ankunft in Prag nach 929 Kilometern im Sattel

Seit Sonntagabend ist Christoph Hofer in Prag. Nach rund 34 Stunden Fahrt auf dem Velo – und rechtzeitig vor den ersten Spielen von Sohn Levin an den Prague Games, einem internationalen Unihockeyturnier.

Die fast 1000 Kilometer sind geschafft: Christoph Hofer nach der Ankunft an der Moldau in Prag. (Bilder: zvg)
Wiedervereint in Prag: Muriel, Levin und Christoph Hofer.
Der Dom St. Peter in Regensburg.
Bis Regensburg diente die Donau als "Navi".
Bei der 4. Etappe spielte auch das Wetter mit.
In Cham angekommen, lagen die Steigungen und die damit verbundenen Strapazen hinter Christoph Hofer.
Grenzübertritt am 5. Tag.
Impressionen der 5. Etappe...
... die via Pilsen nach Prag führte.
Bewegende Begegnung in einem Vorort von Prag.
Wiedersehen mit Ehefrau Muriel am Flughafen in Prag.

„Aus dieser Reise nehme ich für mich etwas mit. Man sollte viel öfters im Leben Taten sprechen lassen“, zieht der passionierte Velofahrer nach 929 Kilometern im Sattel ein positives Fazit. Nachdem die ersten drei Etappen mit Regen, zwei Platten und dem notwendigen Ersatz der Pneus nicht nur reibungslos verliefen (BERN-OST berichtete), ging es die letzten knapp 300 Kilometer fast schon beschaulich zu und her.

 

Neue Energie dank neuen Reifen

„Meine Regenerations-Etappe meinte es heute gut mit mir“, schrieb Hofer am Samstag nach der vierten Etappe auf Facebook. „Während den knapp 105 gefahrenen Kilometern sind Kleider und Schuhe vom Regen verschont geblieben. Und mit den beiden in Donauwörth aufgesetzten Reifen macht es auch wieder Spass.“

 

Beim Abschied von der Donau in Regensburg sei jedoch etwas Wehmut im Spiel gewesen. Über 400 Kilometer hatte ihn diese zuvor von Donaueschingen aus begleitet. „Sie war mein fliessendes Navi und gab mir die Gelassenheit und Ruhe, welche ich am Donauradweg entlang erfahren habe.“

 

Von Steigungen und Strassenschildern

Die Route führte ihn neben dem Dom St. Peter in Regensburg vorbei. „Ein wirklich imposantes Bauwerk“, wie er schreibt. Die Steigungen, die es anschliessend auf dem Weg nach Cham zu bewältigen gab, seien jedoch nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Umso mehr habe er sich deshalb nach Cham – wo er zum ersten Mal das „CZ-Strassenschild“ sah – auf seine Unterkunft gefreut.

 

Die letzte der insgesamt fünf Etappen führte Hofer am Sonntag in Furth am Wald über die tschechische Grenze sowie weiter über Pilsen nach Prag, wo er nach insgesamt 929 Kilometern und 34 Stunden im Sattel am Abend eintraf. „Es waren für mich fünf Tage, welche ich in meinem Leben nie mehr vergessen werde“, so der Familienvater kurz nach der Ankunft. „Die Erlebnisse und Eindrücke hätte ich mir vor der ersten Pedalumdrehung nie erträumt.“

 

Berührende Begegnungen

Unterwegs habe er viele liebe Menschen getroffen und ins Herz geschlossen. So bleibt Christoph Hofer etwa das Treffen mit einem Mann rund 50 Kilometer von Prag entfernt in besonderer Erinnerung. „Nach meinem Einkauf im Dorfladen kamen wir ins Gspräch“, schreibt Hofer.

 

Der Mann habe ihm erzählt, dass er ursprünglich aus Mazedonien stamme und in der Nähe arbeite. Damit seine Angehörigen ein einigermassen gutes Leben führen könne, schicke er Geld in die Heimat. „Bevor ich weiterfuhr drückte ich Alexandar 200 Kronen in die Finger und sagte ihm, er solle sich einen schönen Abend bei einem guten Essen machen. Er hatte Tränen in den Augen.“ Ihm sei auf seiner Reise so oft geholfen worden, da sei ein Zeichen seinerseits überfällig gewesen, so Hofer.

 

Turnierstart am Mittwoch

In Prag angekommen holte Christoph Hofer am Montag seine Frau Muriel am Flughafen ab. Tags darauf stand der gemeinsame Besuch des Testspiels der B12 Red Junioren von Zug United gegen die Urbans aus Finnland auf dem Programm, das die Mannschaft von Sohn Levin 6:3 gewann. Heute Mittwoch starten nun die Prague Games – das eigentliche Ziel der Reise.


Autor
Eva Tschannen, eva.tschannen@bern-ost.ch
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Erstellt: 10.07.2018
Geändert: 11.07.2018
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