Neue Mieterinnen

Das Rüfenachthaus wird wiederbelebt

Im Worber Rüfenachthaus entsteht eine Spielstadt für Kinder. Drei Mütter schaffen dort einen Ort für Rollenspiele und Begegnungen, ergänzt durch eine Kaffee-Ecke und einen Outlet-Laden.

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Das Frauenteam freut sich auf die Mini Stadt. Von links: Denise Joder , Dajana von Kaenel, Vanessa Bauer. (Bild: zvg)

Bislang treffen sich Vanessa Bauer und ihre Freundinnen mit ihren Kindern oft im Coop-Restaurant in Worb. Dort gibt es eine Spielecke. Gewünscht haben sich die drei Mütter aber einen Ort mit mehr Platz für die Kinder. Diesen schaffen sie nun selbst: Gemeinsam mit Dajana von Kaenel und Denise Joder baut Bauer im Rüfenachthaus die «Mini Stadt» auf.

 

Im ehemaligen Haushaltwarengeschäft an der Bahnhofstrasse sollen rund zwölf Themenbereiche entstehen. In kleinen Häusern können Kinder verschiedene Berufe und Alltagssituationen nachspielen. Geplant sind etwa ein Supermarkt, eine Feuerwehrstation und eine Arztpraxis.

Das Angebot richtet sich vor allem an Kinder bis sechs Jahre. Auch ältere Kinder bis etwa acht Jahre sollen dort spielen können, solange sie Freude an Rollenspielen haben. Für die Kleinsten ist eine Krabbelecke mit altersgerechten Spielmaterialien geplant.

 

Von Asien inspiriert, in Worb verwirklicht

Vanessa Bauer hat eine Zeit lang in Asien gelebt. Dort lernte sie Spielstädte kennen, in denen Rollenspiele im Mittelpunkt stehen. Ihre eigene Tochter hatte daran grosse Freude. Zurück in der Schweiz erzählte Bauer ihren Freundinnen davon. Auch Sozialpädagogin Dajana von Kaenel kannte solche Angebote aus Holland und England. Gemeinsam beschlossen die drei Frauen, etwas Ähnliches in Worb aufzubauen.

 

In vielen Indoor-Spielplätzen müssten die Eltern ihre Kinder begleiten, weil diese auf den hohen Kletterelementen und Gerüsten allein noch nicht zurechtkämen, sagt Bauer. In der Mini Stadt sollen sie möglichst selbstständig spielen können, während die Erwachsenen einen Kaffee trinken. «Aber natürlich dürfen die Eltern auch mitspielen, wenn sie möchten.» Die Aufsichtspflicht bleibt bei den erwachsenen Begleitpersonen.

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Noch haben die drei Mütter alle Hände voll zu tun, bis es losgeht. (Bild: zvg)

Die Frauen hatten bereits verschiedene Räume besichtigt und ihre Idee ausgearbeitet. Gleichzeitig warteten sie darauf, was mit dem Rüfenachthaus geschieht. Als sie von der möglichen Zwischennutzung erfuhren, reichten sie ihr Konzept noch am selben Tag ein. Die grossen Räume, die zentrale Lage und die Nähe zum öffentlichen Verkehr passten zu ihrer Idee.

 

Das Altersheim habe ihr Konzept von Anfang überzeugt, erzählt Bauer. Eigentümerin des Rüfenachthauses ist die Stiftung Altersbetreuung Worb. Langfristig plant die Stiftung auf dem Areal altersgerechte Wohnungen und Gewerberäume. Bis dahin soll das Gebäude eine Zwischennutzung erhalten. In einer der oberen Wohnungen sei bereits eine Spielgruppe eingezogen. Für Bauer wird das Rüfenachthaus damit zu einem Haus für Kinder und Familien.

 

Eine kleine Welt für die Kinder

Für den Aufbau nutzen die Initiantinnen Material, das bereits existiert. An der BEA entdeckten sie vom Schreiner gefertigte Häuschen, in denen Spiele ausgestellt waren. Auf ihre Anfrage erhielten sie die acht übrigen Häuschen für ihr Projekt. Zudem haben einzelne Schreinereien zugesagt, Arbeiten von ihren Lernenden ausführen zu lassen. Damit erhalten sie Raum, eigene Ideen umzusetzen und sich zu verwirklichen.

Für Spielsachen und die weitere Einrichtung braucht der Verein aber Geld. Deshalb haben die Frauen ein Crowdfunding lanciert. Neben Geld nehmen sie auch Material und Arbeitszeit entgegen. Firmen können ganze Themenbereiche unterstützen – beispielsweise könnte eine Gemeinschaftspraxis das Arzthäusschen oder eine Bäckerei die Spielbäckerei sponsorn.

 

Spielparadies und Kinderladen

«Das gesammelte Geld wird vor allem in die Spielsachen investiert», sagt Bauer. Die Frauen legen Wert auf hochwertige Materialien sowie auf eine kreative Gestaltung der Spielwelten. Sie haben auch Spielwarengeschäfte angeschrieben und um überschüssige Ware gebeten. Die verfügbaren Mittel einzuteilen, sei eine Herausforderung. «Je mehr Geld wir haben, desto grösser das Angebot.»

 

Während der Spielbereich hauptsächlich im Untergeschoss entsteht, sind im Erdgeschoss eine Kaffee-Ecke und ein Outlet-Laden geplant. Dort sollen neue Kinderkleidung und Spielsachen verkauft werden. «Dies soll auch Laufkundschaft anziehen. So entstehen Synergien mit dem Outlet-Laden.»

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Schon bald sollen im Rüfenacht Kinder ihrer Fantasie freien lauf lassen können. (Bild: rb)

Der Zugang zum Laden und zur Kaffee-Ecke soll frei sein. Für den Spielbereich wird Eintritt verlangt. Damit will der Verein Ersatz für Spielsachen, die Miete und Entschädigungen für die Helferinnen und Helfer finanzieren. Die Preise stehen noch nicht fest. Sie sollen sich im preislichen Rahmen bestehender Indoor-Spielplätze bewegen, sagt Bauer. Sie sollen sich im preislichen Rahmen bestehender Indoor-Spielplätze bewegen, sagt Bauer.

 

Eröffnung noch in den kalten Monaten

Während der Öffnungszeiten soll die Betreuung von Empfang und Kasse sichergestellt sein. Einen Teil der Einsätze übernehmen die drei Initiantinnen selbst. Für die weiteren Einsätze suchen sie Unterstützung. Auch helfende Hände zum Aufräumen sind gefragt.

Überrascht habe die Frauen, wie schnell sich ihr Vorhaben herumgesprochen habe, erzählt Bauer. Bereits hätten sie viele positive Rückmeldungen erhalten. Darin komme oft die Freude zum Ausdruck, dass in Worb ein neuer Treffpunkt für Familien entsteht.

 

Wann die Mini Stadt öffnet, ist noch unklar. «Wir sind alle berufstätige Mütter, erarbeiten das Ganze nebenbei und wollen uns nicht unter Druck setzen», sagt Bauer. Das Ziel sei eine Eröffnung noch in den kalten Monaten.

 

Auch wie lange die Spielstadt im Rüfenachthaus bleiben kann, steht noch nicht fest. Die Initiantinnen gehen von mehreren Jahren aus. Für Bauer bietet die Zwischennutzung gute Voraussetzungen, um Erfahrungen zu sammeln und zu sehen, wie das Angebot angenommen wird. Sollte es sich bewähren, wollen sie später andere Räume suchen. Die Häuschen und die Einrichtung lassen sich an einem neuen Ort wieder aufbauen.

Kontakt für Mithilfe und Unterstützung: info@ministadt.ch

 

Zum Crowfunding


Autor:in
Pascale Groschel, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 30.10.2026
Geändert: 30.10.2026
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