Jasmin Gäumann vor dem entscheidenden Schwingfest

«Das Ziel ist klar: den Titel verteidigen»

Am Samstag entscheidet sich, wer Schwingerkönigin wird. BERN-OST hat mit der Titelverteidigerin Jasmin Gäumann gesprochen. Sie spricht über Druck und warum Frauenschwingen im Fernsehen nicht stattfindet.

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Jasmin Gäumann hat schon 50 Kränze gewonnen. (Foto: zvg)

Am Samstag wird im luzernischen Schachen beim Eidgenössischen Frauen- und Meitlischwingfest die Schwingerkönigin gekürt. Anders als bei den Männern, wird die Schwingerin Königin, die über die gesamte Saison am meisten Punkte geholt hat.

 

Die Ausgangslage vor dem Fest ist äusserst spannend: Die drei besten Schwingerinnen Jasmin Gäumann, Mélissa Suchet und Isabel Egli haben gleich viele Punkte. Wir haben mit Jasmin Gäumann über die Titelverteidigung gesprochen.

 

BERN-OST: Du wurdest vor einem Jahr Schwingerkönigin, was hat der Titel verändert?

Jasmin Gäumann: Relativ viel. Ich werde mehr erkannt von Leuten und auf den Titel angesprochen. Es war immer mein grosses Ziel einmal Schwingerkönigin zu werden.

 

Bist du dadurch auch zu neuen Sponsoren gekommen?

Bisher noch nicht, ich habe mir Unterstützung gesucht und nun sind wir auf besten Wegen.

 

Wie fühlt es sich an, als Leaderin der Gesamtwertung in den entscheidenden Wettkampf zu gehen?

Ein gewisser Druck ist schon da. Aber ich versuche das auszublenden und gebe mein Bestes.

Melissa Suchet, Isabel Egli und du haben nach acht Schwingfesten gleich viele Punkte. Verändert das etwas an deiner Vorbereitung?

Nein, ich habe alles genau gleich gemacht wie letztes Jahr. Beim Wettkampf versuche ich auf die Maximalnote zu schwingen.

 

Bei den Männern wird der Schwingerkönig an einem einzigen Eidgenössischen Schwingfest ermittelt. Bei den Frauen entscheidet die Jahreswertung. Würdest du dir wünschen, dass auch bei den Frauen der Titel künftig an einem einzelnen grossen Fest ausgeschwungen wird?

Ich finde es so wie es jetzt ist gut. Da wir nicht ein riesiges Teilnehmerfeld haben, denke ich, es ist am fairsten, wenn die Schwingerin Königin wird, die über das ganze Jahr am besten geschwungen hat.

 

Bei den Männern werden die Schwingfeste während Stunden im Fernsehen übertragen, bei den Frauen gibt es keine Live-Übertragung. Wie sehr fehlt dem Frauenschwingen diese mediale Präsenz?

In den letzten Jahren hat es sich ein wenig gebessert, heute wird mehr übers Frauenschwingen berichtet. Aber ich denke, es hat noch Luft nach oben.

Was müsste passieren, damit auch Frauen-Schwingfeste für das Fernsehen interessant werden?

Es braucht mehr Schwingerinnen, dadurch wäre es interessanter und es würde sich eher lohnen, das zu übertragen.

 

Was muss am Samstag passieren, damit du am Abend mit einem guten Gefühl nach Hause gehst?

Das Ziel ist klar, den Titel verteidigen.

 

Wer ist die stärkste Gegnerin am Samstag?

Jede ist stark, man muss gegen alle gewinnen, wenn man den Titel holen will.

Zum Auftakt des Eidgenössischen Frauenschwingfests am Samstag trifft die amtierende Schwingerkönigin Jasmin Gäumann auf die Mitfavoritin Isabel Egli (Schwingerkönigin 2024). 

Jasmin Gäumann (26) ist in Häutligen aufgewachsen und wohnt in Wichtrach. Auch ihre Brüder Stefan und Adrian Gäumann waren bekannte Schwinger. Gäumann schwingt bei den «Bernerinnen» und benötigte mehrere Anläufe, um den Titel zu holen. Sie wurde viermal zweite, einmal dritte – letztes Jahr wurde sie erstmals zur Schwingerkönigin gekürt. Ende August hat sie ihren 50. Kranz gewonnen.


Autor:in
Rolf Blaser, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 24.09.2026
Geändert: 24.09.2026
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