Mittelländisches Schwingfest Stettlen

Der Eidgenosse hilft beim Aufbau

Eine Woche nach dem Emmentalischen Schwingfest, steigt in Stettlen das Mittelländische. Wir haben vor dem Fest mit Schwinger und Lokalmatador Adrian Walther gesprochen.

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Spitzenschwinger Adrian Walther baut vor dem Heimfest noch selbst mit auf. (Foto: rb)

In Stettlen ist alles angerichtet fürs grosse Schwingfest. Das Mittelländische Schwingfest findet mitten im Bleichequartier statt. Die Schwingarena mit Tribünen wurde auf der Wiese gegenüber des Hallenbads aufgebaut.

 

Das Festzelt mit Aussenbereich steht auf dem Fussballplatz und das Barzelt auf dem Dreiecksplatz beim Segel. 191 Schwinger, davon elf Eidgenossen, werden in Stettlen erwartet. Bevor es losgeht, haben wir mit Adrian Walther gesprochen, er ist in Habstetten ob Bolligen aufgewachsen.  

 

BERN-OST: Adrian Walther, weisst du, wer die letzten drei Mittelländischen Schwingfeste gewonnen hat?

Adrian Walther: Letztes Jahr Fäbu Staudenmann und das Jahr zuvor Fäbu und ich zusammen.

 

Und vor drei Jahren auch Staudenmann. Wirst du das ändern?

Unbedingt. (lacht). Es ist mein Heimfest, unser Club, der Schwingklub Worblental ist Mit-Organisator, das motiviert natürlich zusätzlich.

 

Erst das Emmentalische in Oberdiessbach, dann das Mittelländische Schwingfest in Stettlen. Wie bereitest du dich auf die Feste vor?

Klar ist die Vorbereitung auf die Kranzfeste spezifischer als auf die regionalen Schwingfeste. Man achtet mehr auf die Ernährung, schaut, dass man genug schläft.

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Die Arena wurde hinter dem Hallenbad Stettlen aufgebaut. (Foto: rb)

Ist es etwas Spezielles so nahe von zu Hause zu schwingen?

Ich denke schon. Es werden viele vor Ort sein aus der Region, die man sonst nicht an Schwingfesten sieht. Ich helfe auch beim Aufbau, je nachdem wofür sie mich brauchen, sei es Zelt- oder Tribünenaufbau.

 

Weisst du schon gegen wen du schwingen wirst?

Es kommen starke Gäste aus der Inner- und Nordwestschweiz ans Mittelländische. Ich rechne damit, dass ich im ersten Gang auf einen Eidgenossen von dort treffe. Ich kenne sie vom WK her, wir haben dort zusammen trainiert. Aber mein Ziel ist grundsätzlich immer, dem Gegner meine Schwingweise aufzudrücken. Von dem her schaue nicht so sehr auf die Gegner.

 

Spürst du bei solchen Festen mehr Druck oder bist du anders motiviert?

Auf jeden Fall bin ich noch motivierter als sonst. Nicht dass ich Motivationsprobleme hätte, aber klar, zuhause will man das Beste zeigen. Druck spüre ich nicht, die höchsten Erwartungen habe ich an mich.

 

Hat sich etwas geändert, seit du Eidgenosse bist?

Die Erwartungen sind höher. Unsere Generation mit den 2000er Jahrgängen, Fäbu Staudenmann oder Michu Ledermann, wir hatten auch ein wenig Glück, dass noch viele starke Berner aktiv waren und wir da ein wenig reinwachsen konnten. Wir mussten nicht von Beginn an den Verband tragen.

 

Wir konnten im Schatten von erfahrenen Schwingern wie Stucki und Wenger schwingen. Von ihnen wurden Siege erwartet und wir konnten frisch von der Leber weg schwingen. Mittlerweile wird das auch von uns erwartet.

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Adrian Walther, erst der Aufbau, dann Angriff auf den Kranz. (Foto: rb)

Spürst du als Eidgenosse auch mehr Gegenwehr?

Ja klar, das ist sicher anders. In den meisten Gängen wird defensiver geschwungen. Aber das kenne ich jetzt schon ein wenig.

 

Wie gehst du mit Gegnern um, die primär auf Abwarten und Defensivarbeit setzen?

Es ist wichtig von Beginn an das Heft in die Hand zu nehmen und offensiv zu schwingen. Ich scheue den Kampf nicht und bin mir bewusst, dass es Kämpfe gibt, die drei bis fünf Minuten dauern. Da geht es darum, die Gegner zu bearbeiten, damit sie müde werden.

 

Wann sagst du nach einem Fest: Das war ungenügend, auch wenn das Resultat stimmt?

Es kommt schon vor, dass man denkt, man war nicht so präsent oder konnte nicht alles abrufen. Manchmal ist das Resultat besser als das Gefühl. Aber das ist auch ein Zeichen von Konstanz. Dass man auch an einem schlechteren Tag ein gutes Resultat holen kann. Insofern ist das nicht so schlecht.

 

Nach zwei grossen Festen in kurzer Zeit: Wie wichtig ist die Erholung danach?

Anfang Saison ist man frischer und verträgt das, nach dem Mittelländischen kommt noch das Schwyzer Kantonale, wo ich eingeladen bin. Der Körper ist zum Glück noch gesund. Aber klar, am Montag geht es darum, sich aktiv zu erholen. 

 

Mit Blick auf die Saison: Welche Bedeutung haben das Emmentalische und das Mittelländische für deine weiteren Ziele?

Das ist jetzt der Startschuss für eine lange Saison, zwei Höhepunkte grad zu Beginn, dann kommt das Bernisch-Kantonale im Wankdorf. Im September folgt mit dem Kilchberg Schwinget ein weiteres Saisonziel. Dort schwingen die 60 besten Schwinger der Schweiz gegeneinander, das wird sehr hart.

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Der Aufbau in Stettlen kommt gut voran. (Foto: rb)

Festprogramm

Freitag, 8. Mai 2026, ab 16.00 Uhr

Fyraabe-Bier im Barzelt (mit DJ), Festwirtschaft geöffnet.

Als Auftakt des Mittelländischen Schwingfests findet auf dem Festgelände in Stettlen für alle ehemaligen Schülerinnen und Schüler aus den Gemeinden Stettlen, Bolligen und Vechigen ein grosses Jahrgängertreffen statt. Eingeladen sind: Alle Jahrgänge ab 2010 und älter, unabhängig von ihrem aktuellen Wohnort

Programm:

– Begrüssungs-Apéro

– À la carte-Abendessen im Festzelt

– Livemusik und DJ im Barzelt

– Zeit zum Plaudern, Lachen und um Erinnerungen auszutauschen

Kein Eintritt, Speisen und Getränke gehen zu Lasten der Teilnehmer.

 

Samstag, 9. Mai 2026

06.30 Uhr Eröffnung Festzelt und Festwirtschaft

07.30 Uhr Antreten der Jungschwinger

08.00 Uhr Beginn Schwingen in der Arena

ab 11.30 Uhr Mittagessen im Festzelt

17.00 Uhr Ende Schwingen

17.30 Uhr Rangverkündigung im Festzelt

anschliessend musikalische Unterhaltung mit «Örgeligiele»

ab 17.00 Uhr Barbetrieb, DJ «Aspen» ab 19.30 Uhr

23.00 Uhr «Fyraabe» im Festzelt

02.00 Uhr «Fyraabe» in der Bar

Musikalische Unterhaltung auf dem Festplatz und während der Rangverkündigung mit der «BKJV Jugend-Alphorngruppe».

 

Sonntag, 10. Mai 2026

06.00 Uhr Eröffnung Tageskasse, Festzelt und Festwirtschaft

07.15 Uhr Antreten Schwinger

08.00 Uhr Beginn Schwingen in der Arena

10.00 Uhr Empfang und Apéro Ehrengäste und Sponsoren

12.00 Uhr Mittagessen

13.1 5 Uhr Fortsetzung Schwingen

14.00 Uhr Barbetrieb

ca. 14.30 Uhr Grussworte OK- und Verbandspräsident in der Arena

(zwischen 4. und 5. Gang)

17.00 Uhr Schlussgang

17.15 Uhr Spiel der Musikgesellschaft Ferenberg im Festzelt

18.00 Uhr Rangverkündigung im Festzelt

anschliessend Musikalische Unterhaltung im Festzelt mit «Echo vom Geisshimmel»

23.00 Uhr «Fyraabe» im Festzelt

24.00 Uhr «Fyraabe» in der Bar

Musikalische Unterhaltung auf dem Festplatz mit den Jodlerklubs «Bärner Mutze» und «Echo Boll» sowie dem «Alphorntrio Worblental».

 

 

Der Bernisch-Kantonale Schwingerverband gliedert sich in sechs Teilverbände:

Mittelländischer Schwingerverband
Emmentalischer Schwingerverband
Oberländischer Schwingerverband
Seeländischer Schwingerverband
Oberaargauischer Schwingerverband

Association des Lutteurs du Jura Bernois

Sportlich stehen die Teilverbände auf gleicher Stufe. Unterschiede entstehen nur durch die aktuelle Stärke der Schwinger in den jeweiligen Regionen.


Autor:in
Rolf Blaser, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 01.05.2026
Geändert: 01.05.2026
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