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Oberdiessbach - Zeit für einen besinnlichen Passionsweg

Ist Corona eine Strafe Gottes? Was haben die Corona-Regeln mit den zehn Geboten zu tun? Würden Sie Ihr Leben anders gestalten, wenn nach dem Tod alles aus wäre? Diesen und vielen weiteren Fragen kann man sich bei einem gemütlichen Spaziergang in Oberdiessbach stellen.

Die Gestalter des Passionsweg Oberdiessbach: Künstlerin Ursula Zurbrügg, Pfarrer Roland Langenegger, Initiator Hanspeter Schmutz. (Bild: Rolf Blaser)
Passionsweg Oberdiessbach: 2. Station Angst und Gelassenheit. (Bild: Rolf Blaser)
Passionsweg Oberdiessbach: Die Coronaregeln und die zehn Gebote. (Bild: Rolf Blaser)
Passionsweg Oberdiessbach: Tod und Trauer nicht verdrängen. (Bild: Rolf Blaser)
Passionsweg Oberdiessbach: 4. Station beim Friedhof mit Pfarrer Roland Langenegger. (Bild: Rolf Blaser)
Passionsweg Oberdiessbach: Aufstieg vom Friedhof zur 5. Station beim Glasholz. (Bild: Rolf Blaser)
Passionsweg Oberdiessbach: Künstlerin Ursula Zurbrügg: "Für diesen Themenweg haben wir schlichte Motive gesucht." (Bild: Rolf Blaser)
Passionsweg Oberdiessbach: Schon nur wegen der Aussicht lohnt sich der Aufstieg zum Waldrand. (Bild: Rolf Blaser)
Passionsweg Oberdiessbach: Bei der 7. Station geht's um Ostern und Tod. (Bild: Rolf Blaser)
Passionsweg Oberdiessbach: Was verbindet Auffahrt mit "Abstand halten"? (Bild: Rolf Blaser)
Passionsweg Oberdiessbach: "Nein", sagt der Pfarrer, "Gott trägt die Strafe selbst." (Bild: Rolf Blaser)
Passionsweg Oberdiessbach: Ein Kreuz aus Stacheldraht hängt vor dem gesamten Text der Bibel. (Bild: Rolf Blaser)

Bis Pfingsten bietet Oberdiessbach einen Stationenweg. Der Weg knüpft an eine alte Tradition des Kreuzweges an. Ein Kreuz muss man zwar nicht tragen, dafür lädt der Weg ein, tiefsinnigen Fragen auf den Grund zu gehen. Die Idee ist Hanspeter Schmutz im Verlauf des Herbsts gekommen. Eigentlich wollte Schmutz einen Glaubenskurs anbieten. Wegen den Corona-Massnahmen sei dies aber nicht möglich gewesen, darauf sei ihm die Idee eines Passionswegs im Freien gekommen.

 

Start bei der Kirche

Der Passionsweg startet beim Brunnen vor der Kirche. Jede Station widmet sich einem Thema. "Momentan durchleben wir alle eine Passionszeit", sagt Schmutz. "Mit Corona erleben wir unfreiwillig eine Leidenszeit." Corona werfe viele Fragen auf, diese werden auf dem Weg aufgegriffen und mit den Fragen zur Passionszeit verknüpft. Als Passionszeit gilt die Zeit während der Fastenzeit. Weiter werden die Themen des Passionswegs mit künstlerischen Installationen ergänzt. Die Kunstinstallationen wurden von den heimischen Künstlern Ursula und Jürg Zurbrügg gefertigt. Sie hätten künstlerische Freiheit genossen. Sie habe die Möglichkeit genutzt, sich zu Corona und dem Leben Gedanken zu machen. Ihre Ideen haben die Zurbrüggs in Objekte gepackt. "Wir hoffen, den Leuten mit unseren Bildern einen Denkanstoss zu geben."

 

Von Massnahmen, Regeln und Verboten

Corona hat unser Leben verändert. Plötzlich galten neue Regeln an die man sich halten musste. Ob Abstand halten oder Maske tragen, von den Leuten sei viel verlangt worden. Deshalb scheut der Oberdiessbacher Pfarrer Roland Langenegger den Vergleich mit den zehn Geboten nicht: "Bei den zehn Geboten geht es darum, wie wir uns gegenüber Gott und unseren Mitmenschen verhalten sollen. Auch dies kann als Einschränkung empfunden werden."

 

Bei jedem Posten werden Hintergrundinformationen angegeben, wer weiterdenken will, dem werden zusätzliche Fragen auf den Weg gegeben. Zum Fachsimpeln, den Gedanken nachzuhängen und dabei die Landschaft zu geniessen, hat man auf dem Passionsweg ausgiebig Zeit.

 

Genug Zeit mitbringen

Der Passionsweg ist vom Aschermittwoch bis Pfingsten in Betrieb. Wer den Passionsweg bei feuchtem Wetter unter die Füsse nimmt, sollte gutes Schuhwerk anziehen. Der Weg ist weder rollstuhl- noch kinderwagengängig. Start und Ziel sind bei der Kirche Oberdiessbach, eineinhalb Stunden sollten mindestens dafür reserviert werden. Ein Flyer mit Plan und Wegleitung kann bei der Kirche bezogen werden.

 

Weitere Infos:

Passionsweg Oberdiessbach

Kunstatelier Zurbrügg


Autor*in
Rolf Blaser, rolf.blaser@bern-ost.ch
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Erstellt: 17.02.2021
Geändert: 17.02.2021
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