Die Gemeinde passt Planung an
80 Stellungnahmen sind zur geplanten Arealentwicklung «Bahnhof West» eingegangen, schreibt die Gemeinde im Münsinger Info. Die Stossrichtung findet grossmehrheitlich Zustimmung. Kritik gab es vor allem bei Gebäudehöhen und Verkehr. Auf einzelne Anliegen reagiert der Gemeinderat bereits mit Anpassungen.
Die geplante Entwicklung westlich des Bahnhofs Münsingen erhält aus der Bevölkerung grundsätzlich Rückhalt. Im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung zur Änderung der Zone mit Planungspflicht «Bahnhof West» sind 80 Stellungnahmen eingegangen. Neben Privatpersonen äusserten sich auch Ortsparteien, Vereine und Verbände sowie Unternehmen.
Besonders positiv beurteilt werden die Entwicklung an zentraler Lage, zusätzlicher Wohnraum für verschiedene Bevölkerungsgruppen und die Aufwertung des Bahnhofumfelds. Geplant sind 300 bis 350 Wohnungen sowie Flächen für Detailhandel, Büro und Dienstleistungen. Mehrere Mitwirkende wünschen sich dabei eine Grundversorgung mit Lebensmitteln, Bäckerei, Apotheke und Gastronomie. Auch der Erhalt des bestehenden Jumbo wird mehrfach gefordert. Ob dieser bestehen bleibt, hängt allerdings von der Marktsituation ab.
Gebäudehöhen geben zu reden
Nicht alle Aspekte der Planung finden gleichermassen Zustimmung. Kritik gibt es insbesondere an den vorgesehenen Gebäudehöhen von bis zu 9 Geschossen. Einzelne Mitwirkende fordern eine Begrenzung auf 6 oder 7 Geschosse. Die Mehrheit beurteilt die Anordnung und Gestaltung der Neubauten hingegen positiv und fordert eine hohe architektonische Qualität.
Auch zur Zukunft der «Filzi» gehen die Meinungen auseinander. Während einige das bestehende Gebäude erhalten möchten, bevorzugen andere einen Neubau.
Breit unterstützt wird das vorgesehene Schwammstadtprinzip. Regenwasser soll auf dem Areal zurückgehalten und verzögert an die Umgebung abgegeben werden. Ebenfalls grundsätzlich begrüsst werden bessere Fuss- und Veloverbindungen, unter anderem durch die geplante Bahn-Unterquerung.
Verkehr wird weiter geprüft
Bei der Verkehrserschliessung besteht noch Klärungsbedarf. Mehrere Mitwirkende kritisieren insbesondere die vorgesehene Veloführung und wünschen direktere Verbindungen sowie eine klare Trennung von Fuss- und Veloverkehr. Auch die Verkehrssituation beim Knoten Belpbergstrasse / Industriestrasse / Erlenauweg wurde kritisiert.
Hier hat der Gemeinderat bereits reagiert: Der Knoten wird neu in den ZPP-Perimeter aufgenommen. Damit soll in den weiteren Planungsschritten genügend Spielraum für die Ausgestaltung der Verkehrslösung bestehen.
Auch beim Grenzabstand gibt es eine Anpassung. Neubauten müssen zum angrenzenden Wohnquartier neu mindestens 5 Meter Abstand einhalten. Damit berücksichtigt der Gemeinderat ein Anliegen der benachbarten Grundeigentümerschaften.
Viele Details folgen später
Weitere Punkte sind noch nicht abschliessend festgelegt. Dazu gehören unter anderem die konkrete Zahl der Parkplätze, die Energiemassnahmen und die genaue Ausgestaltung der Fuss- und Veloverbindungen. Auch beim preisgünstigen Wohnraum gehen die Meinungen auseinander. Vorgesehen ist, dass mindestens 10 Prozent der Wohnflächen in Kostenmiete vermietet werden.
Die Gemeinde betont, dass die ZPP zunächst die grundsätzlichen Ziele, Nutzungen sowie städtebaulichen und funktionalen Vorgaben festlegt. Viele konkrete Fragen werden erst in den nachfolgenden Planungsphasen geklärt.
Als Nächstes bereinigt der Gemeinderat die Planungsvorlage und reicht sie zur kantonalen Vorprüfung ein, die voraussichtlich bis Ende 2027 / Anfang 2028 dauern wird.. Anschliessend soll die Vorlage öffentlich aufgelegt und dem Gemeindeparlament vorgelegt werden.
Darum geht es
Westlich des Bahnhofs Münsingen soll ein neues Quartier mit 300 bis 350 Wohnungen sowie Flächen für Dienstleistungen und Gewerbe entstehen. Vorgesehen sind Gebäude mit teilweise bis zu neun Geschossen und eine «grüne Mitte» als Aufenthaltsraum. Mindestens 10 Prozent der Wohnflächen sollen in Kostenmiete angeboten werden. Im Zusammenhang mit der Arealentwicklung und dem Ausbau des Bahnhofs sollen auch die Verbindungen für Fuss- und Veloverkehr verbessert werden. Die aktuelle Planung legt den Rahmen fest; wie Gebäude, Freiräume, Verkehr und Parkierung im Detail ausgestaltet werden, wird erst später bestimmt.