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Die SP im Grossen Rat: "Wir setzen uns auch für SVP-Wähler ein"

Die SP erreichte bei den letzten Grossratswahlen in den beiden Bern-Ost-Wahlkreisen zwischen 19 und 20 Prozent Wähleranteil und gewann je vier Sitze. Alle acht Bisherigen treten wieder an, darunter auch zwei aus der Region. Auskunft gibt die Grossrätin Elisabeth Striffeler-Mürset.

Die Grossrätin und Münsinger Gemeindeparlamentarierin Elisabeth Striffeler-Mürset (bisher) kandidiert für den Wahlkreis Mittelland-Süd. (Bilder: zvg)
Charlotte Burkhard aus Worb, ML-Nord.
Christine Schrade aus Bolligen, ML-Nord.
Michael Aeschbacher aus Rüfenacht/Worb, ML-Nord.
Jonathan Gimmel aus Worb, ML-Nord.
Daniel Wildhaber aus Rubigen, ML-Süd (bisher).
Andreas Schneider aus Walkringen, ML-Süd.
Reto Schneider aus Oberdiessbach, ML-Süd.
Karin Berger-Sturm aus Grosshöchstetten, ML-Süd.
Susanne Eichenberger aus Walkringen, ML-Süd.
Thekla Huber aus Münsingen, ML-Süd.
Auf die Frage nach den Themen, bei denen die SP im Grossen Rat siegreich war, schweigt die Münsinger Grossrätin Elisabeth Striffeler-Mürset erst einmal und muss einen Moment überlegen. Schliesslich sagt sie: "Wir konnten mit Allianzen hier und da Schlimmeres verhindern, etwa in der Sozialpolitik und im Bildungswesen. Insgesamt waren wir aber sicher nicht auf der Siegerseite."

Den Abbau in der Sozial- und Gesundheitspolitik konnte die SP nicht verhindern. "Von den Sparmassnahmen werden die Ärmsten, Kranken, Alten und Menschen mit Behinderungen am meisten und immer mehr betroffen", sagt sie. "Besonders der Abbau im Gesundheitswesen, zum Beispiel in der ambulanten Pflege, ist der falsche Ansatz um die Herausforderungen der demografischen Entwicklung anzugehen."

"Die Mehrheit muss keine Rücksicht nehmen"

Überhaupt keine Chance hatte die linke Opposition auch beim Steuergesetz, mit dem die Steuern für Grossunternehmen gesenkt wurden und das dem Kanton Mindereinnahmen von rund 185 Millionen beschert: "Die rechte Mehrheit im Rat ist so deutlich, dass sie auf uns nicht Rücksicht nehmen muss und ihre Sachen einfach durchbringt."

Woher kommt da die Motivation, trotzdem wieder zu kandidieren? "Ich gestalte gerne mit und ich freue mich, wenn ich mit anderen zusammen zwischendurch etwas erreiche." In die Zukunft blickt sie mit Galgenhumor: "Mit der SP werden wir uns weiterhin für die Schwächsten einsetzen. Auch für jene, die die SVP wählen."

Im Wahllkreis Mittelland-Süd, zu dem Münsingen gehört, kandidieren auf der Frauen- und der Männerliste der SP ingesamt 20 Personen, darunter sieben aus der Region Bern-Ost. 2014 erreichte die SP hier 19.06 Prozent Wähleranteil und vier Sitze. "Ein zusätzlicher Sitz wäre natürlich schön, das wird aber schwierig", sagt Striffeler-Mürset. Alle vier Bisherigen kandidieren wieder. Nebst Striffeler-Mürset ist das aus der Region Bern-Ost auch der Rubiger Daniel Wildhaber.

Fünften Sitz zurückerobern

Im Wahlkreis Mittelland-Nord kam die SP 2014 auf einen Wähleranteil von 19,77 Prozent und auf ebenfalls vier Sitze. Den vormals fünften Sitz will sie bei diesen Wahlen zurückholen, wie Michael Sutter, Sekretär der SP Kanton Bern, sagt. Auch hier stehen alle Bisherigen wieder zur Verfügung. Von den 22 Kandidierenden stammen vier aus der Region Bern-Ost. Zumindest den Worberinnen und Worbern dürfte dabei Jonathan Gimmel am besten bekannt sein. Gimmel hatte 2012 in einer Kampfwahl versucht, Niklaus Gfeller als Gemeindepräsident abzulösen und trat danach als Gemeinderat zurück.

Kantonal erreichte die SP 2014 einen Wähleranteil von 19,1 Prozent und stellt momentan 33 der 160 Grossräte und Grossrätinnen.

[i] Die Kandidierenden in Mittelland-Nord:
Liste 3: Sozialdemokratische Partei, JUSO und Gewerkschaften - Frauen (SP-Frauen)
Charlotte Burkhard, Studentin Pflege FH/Mitglied Grosser Gemeinderat, Worb

Christine Schrade, Pensionierte Berufsberaterin, Bolligen

Liste 4: Sozialdemokratische Partei, JUSO und Gewerkschaften - Männer (SP-Männer)
Michael Aeschbacher, Geschäftsführer BSPV/Lehrer Sekundarstufe II, Rüfenacht (Gmde. Worb)
Jonathan Gimmel, Leiter Personal und Finanzen/EMBA FH, Worb


[i] Die Kandidierenden in Mittelland-Süd:
Liste 1: Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften - Männer (SP-Männer)
Daniel Wildhaber, Schulleiter, Rubigen (bisher)

Andreas Schneider, Biolandwirt, Walkringen
Reto Schneider, Koch/Lebensmitteltechnologe, Oberdiessbach

Liste 2: Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften - Frauen (SP-Frauen)
Elisabeth Striffeler-Mürset, Fachfrau für Intensivpflege/Gerontologin MAS, Münsingen (bisher)
Karin Berger-Sturm, Dr.phil.nat. Biologin/Leiterin Weiterbildung, Grosshöchstetten
Susanne Eichenberger Bachmann, Mütter-Väterberaterin, Walkringen
Thekla Huber, Supervisorin und Organisationsberaterin BSO/Heilpädagogin, Münsingen

[i] Die Gemeinden der Region Bern-Ost verteilen sich auf zwei der insgesamt neun Berner Wahlkreise. Allmendingen, Worb, Vechigen, Stettlen und Bolligen gehören zum Kreis Mittelland-Nord (22 Sitze), alle anderen zu Mittelland-Süd (20 Sitze). Der Grosse Rat des Kantons Bern wird am 25. März 2018 gewählt. Alles zu den Wahlen auf der Webseite der Berner Staatskanzlei.

[i] Siehe auch News-Bericht "Grossratswahlen 2018 im März: Die Kandidierenden aus Bern-Ost" mit allen Kandidierenden der Region und den Links auf weitere News-Berichte.


Autor
Anina Bundi, anina.bundi@bern-ost.ch
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Erstellt: 06.03.2018
Geändert: 20.03.2018
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