Die Schule als wichtiger Ort der Begegnung
Das Sanierungsprojekt für das angejahrte Schulhaus Utzigen berücksichtigt Bedürfnisse von Schulklassen, aber auch von Vereinen und Gruppen. Obwohl einige Punkte zu diskutieren gaben, kamen etliche positive Rückmeldungen zum Projekt. Ob die kritisierten Punkte befriedigend beantwortet wurden, wird sich im Herbst zeigen: Dann kommt der Sanierungskredit über 15 Millionen Franken vors Volk.
Die Turnhalle beim Schulhaus Utzigen war angenehm gekühlt, als die Vechigerinnen und Vechiger zum Informationsanlass der Gemeinde eintrudelten. Das Schulhaus nebenan hingegen sei zeitweise brutheiss, erklärte der für Bau zuständige Gemeinderat Heinz Jordi, und das Gebäude von 1963 entspreche auch sonst nicht mehr den heutigen Anforderungen: Heutzutage seien mehr Gruppenräume, Raum für Halbklassen, Förderklassen nötig, und eine flexible Raumnutzung, damit es für die nächsten Jahrzehnte nutzbar ist.
An die Bedürfnisse von heute, aber auch von morgen anpassen
Eine Gesamtsanierung des Schulhauses sei also dringend nötig, schloss er. Kindergarten und Turnhalle hingegen wurden 1980 gebaut, an der Turnhalle soll deshalb «so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich» gemacht werden. Gemeindepräsidentin Nadia Lützelschwab ergänzte, das Ziel für die Projektplanung habe gelautet: «Sorgfältig prüfen, wie man eine Schulanlage an die Bedürfnisse von heute aber auch morgen anpassen kann.»
Schule, betonte Nadia Lützelschwab, sei weit mehr als nur ein Gebäude oder ein Projekt: Schule sei ein Ort, an dem Kinder Freundschaften schaffen, Talente entdecken und den Weg ins Leben finden. «Mit der Schule geht es um die Zukunft unserer Kinder, unserer Familien, unserer Gemeinde.» Heinz Jordi wiederum doppelte nach, eine Schule müsse auch ein Ort der Begegnung sein: «Raum für Kinder zum Lernen, Entwickeln, Spielen, aber auch Raum für die Gemeinde, zum Zusammenkommen, Singen, Kreativsein.»
Kindergarten mit separatem Eingang
Das Projektteam stellte das Projekt vor und erklärte es anhand der Visualisierung: Warum das Hauptgebäude an der vorgesehenen Stelle stehen wird, weshalb der Kindergarten einen separaten Eingang erhält und wie der neue Trakt mit integriertem Kindergarten und sanierter Turnhalle aussehen wird. Das Schulhaus an prominenter Lage im Dorf soll ein Teil des Dorfes werden.
Das fast einen Hektar grosse Gelände soll gemäss den Plänen mit viel Grün daherkommen und beinahe ringsum von einer Hecke umschlossen sein. Die neuen Gebäude werden zwei Ebenen haben und neue Veloparkplätze bieten. Neben dem Kindergarten ist auch im neuen Projekt ein öffentlicher Spielplatz geplant, zudem ist eine Zone mit einer gedeckten Pausenhalle sowie eine Spielwiese eingeplant – insgesamt soll eine naturnahe Umgebung bestehen bleiben.
Kinder müssen oft in den Pausen aufs Klo
Rund um eine Schulhaus-Sanierung, so zeigte die Präsentation, gibt es viel zu berücksichtigen: Unten beispielsweise seien mehr Toiletten eingeplant worden, weil Kinder oft in den Pausen auf Klo müssen. Im Oberen Geschoss seien absichtlich ein separater Eingang und eine separate Toilette eingeplant worden, damit die Kindergartenkinder nicht durch den Schulbereich müssen. Klassenzimmer, textiles Werken, Gruppenräume und eine Terrasse runden den mittleren Stock ab, alles ist flexibel angedacht, um wechselnden Bedürfnissen gerecht zu werden.
Zuoberst im Neubau werden Schulräume eingeplant – auch dort flexible Klassenzimer und Gruppenräume, dann die Räume für das technische Werken und solche für die Lehrerschaft. Turnhalle und Schulhaus sollen zusammen ein Ensemble bilden, eine Kombination aus Betonsockel und Holzbau. Was mit dem bisherigen Lehrerhaus passiere, habe man noch nicht geplant, ergänzt Gemeindepräsidentin Nadia Lützelschwab: «Das haben wir bewusst offen gelassen, bis wir ganz sicher wissen, dass die Schule diese Fläche nicht benötigt.»
Andere Lösung wäre gar teurer geworden
Die Präsentation zeigte, dass viel überlegt wurde, und das Publikum reagierte grossteils positiv. Ein Vechiger forderte zwar, lieber das bestehende Schulhaus um einen Stock zu erhöhen, statt ein derart teueres Projekt durchzuzwängen. Heinz Jordi antwortete, das habe man vorher geprüft. «Aber diese Lösung wäre nicht günstiger, sondern im Gegenteil teurer geworden.»
Kritische Fragen drehten sich um Autoparkplätze, Hitzeschutz, Sicherheit der Terrasse, Behindertengerechtigkeit und Zivilschutzräume. Das alles, so die verschiedenen Auskünfte, sei bereits berücksichtigt. Die Zivilschutzräume beispielsweise bleiben bestehen, sie erhalten einzig einen neuen Aufgang.
Aber auch positive Rückmeldungen
Das Projekt erhielt dann auch trotz der kritischen Fragen etliche positive Rückmeldungen, hier und da war beifälliges Nicken zu sehen. Zurzeit ist allerdings noch nicht jedes Detail ausgearbeitet: Die Gemeinde hat noch Gespräche mit Vereinen, Einwohnerinnen und Einwohnern sowie mit der Lehrerschaft geplant. Und bevor es losgehen kann, kommt der Baukredit an die Urne: Am 26. September 2026 wird sich zeigen, wieviel das Schulhaus Utzigen-Litteweil der Bevölkerung wert ist.
Zahlen und Fakten
Die Bevölkerung von Vechigen ist laut Gemeinderat Heinz Jordi in den letzten paar Jahren von rund 4700 Einwohner:innen auf heute 6106 angewachsen: Rund hundert Kinder werden künftig im Schulhaus Utzigen den Kindergarten und die 1. bis 6. Klasse besuchen.
Der Umbau startet im Sommer 2027, und er wird voraussichtlich ohne Schliessung und Provisorium möglich sein. Nachdem der Neubau bezogen werden kann, startet der Rückbau des Kindergartens, und anschliessend beginnt die Sanierung der Turnhalle. Im Jahr 2029, so der Zeitplan, sollte der gesamte Umbau abgeschlossen sein.
Die Sanierung wird brutto 15 Millionen kosten, gewisse Reserven sind gemäss Gemeinderat Hans-Rudolf Galli bereits eingerechnet. «Dieser Betrag wird keine Folgen auf die Steuern haben», verspricht er.