Die halbe Heuernte ist verbrannt
Am Dienstagmorgen ist in einer Scheune in Biglen ein Brand ausgebrochen. Die Feuerwehren Regio Gumm und Langnau konnten das Feuer unter Kontrolle bringen. Gemäss Mitteilung der Kantonspolizei Bern wurden weder Personen noch Tiere verletzt. Allerdings ist viel Heu verbrannt – ein kostbares Gut in diesem Sommer.
Die Meldung bei der Kantonspolizei Bern ging am Dienstag, 1. September 2026, gegen 7.35 Uhr ein: An der Lochmatt in Biglen stehe eine Scheune in Brand. Gemäss ersten Erkenntnissen, so lautete die Mitteilung der Kantonspolizei, sei ein Heustock in der Scheune in Brand geraten. Es sei zu einer starken, weitherum sichtbaren Rauchentwicklung gekommen.
Im Heu breitet sich Feuer blitzschnell aus
«Tatsächlich handelte es sich wieder um einen Heustockbrand», bestätigt Salomé Fleury, Offizier der Feuerwehr Regio Gumm und Ausbildungsverantwortliche, am Nachmittag. «Wieder» sagt sie im Gedanken an an den verheerenden Bauernhausbrand vom letzten Oktober: Schon damals waren Heuballen die Ursache dafür, dass sich der Brand extrem schnell ausbreitete.
Diesmal allerdings konnte das Feuer durch die Feuerwehren unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden, wie die Kantonspolizei am Mittag mitteilte. Ganz so einfach lief das aber vor Ort nicht ab: «Einen Brand in einem Heuschober zu löschen, ist immer sehr zeit- und personalintensiv», erklärt Peter Eichenberger, Kommandant der Feuerwehr Regio Gumm. «Zuerst musste alles Heu aus der Scheune transportiert und aufs Land verteilt werden.»
Grosslüfter für bessere Sicht
Die Feuerwehr Langnau sei mit der Autodrehleiter und dem mobilen Grosslüfter gekommen, um den dichten Rauch hinauszublasen, erklärt er: «Dadurch erhielten wir bessere Sicht und konnten mit den Atemschutzgeräten einfacher arbeiten.»
Dennoch dauert es, einen Heubrand zu löschen, und Eichenbergers Leute standen bis am späten Nachmittag im Einsatz: Das leicht entflammbare Heu mottet noch lange, und beim Auseinanderrupfen kann es schnell wieder aufflammen und muss dann sofort gelöscht werden. «Inzwischen haben wir einen Grossteil des Heus auf dem Feld nebenan verteilt», erklärt Eichenberger: Wenn es ausgebreitet daliegt, sieht man rasch, falls es wieder aufflammt.
Brandwache war nicht mehr nötig
Erst nach fast zehn Stunden war der Inhalt des Heustocks vollständig ausgeräumt und das verdorbene Heu auf dem Feld ausgebreitet, es bedeckt ungefähr die Fläche eines Fussballfelds. Bis am Abend mottete es nicht mehr, eine Brandwache über Nacht war daher nicht nötig. Das noch brauchbare Heu wurde vor Ort in Quaderballen gepresst und ausserhalb der Scheune gelagert.
Dank dem Grossaufgebot an Feuerwehrleuten – 43 Leute von der Feuerwehr Regio Gumm und sieben von der Feuerwehr Langnau – und stundenlangem Einsatz konnte Schlimmeres verhindert werden: «Das Wohnhaus, der etwas weiter nebendran stehende Kuhstall und der an die Scheune anliegende Schweinestall blieben verschont», fasst Kommandant Eichenberger zusammen. «Es hätte auch ganz anders kommen können.»
Familie und Tiere unverletzt …
Auch Familienmitglieder, Kühe und Schweine seien wie bereits von der Polizei gemeldet nicht zu Schaden gekommen, bestätigt er: Frühmorgens sei der Junior der Familie vom Sanitäterteam auf eine allfällige Rauchgasvergiftung kontrolliert worden, «aber glücklicherweise wurde rasch Entwarnung gegeben».
… aber zwei Feuerwehrmänner leicht verletzt
Ohne Verletzungen verliefen die Löscharbeiten allerdings nicht: «Zwei Feuerwehrmänner wurden leicht verletzt, als es bei den Ausräumarbeiten den Hydraulikschlauch des Heukrans verjagte», sagt Peter Eichenberger. Dabei spritzte den beiden Männern Öl in die Augen. Ein schwieriger Moment für die Kolleginnen und Kollegen, die voll konzentriert weiterarbeiten mussten.
Umso froher seien alle gewesen, ein kompetentes Samariterteam und eine erfahrene Sanitäterin vor Ort zu wissen: Sofort leiteten sie erste Massnahmen ein und erklärten dann bald, es sehe nicht schlimm aus. Schon im Lauf des Nachmittags konnten die beiden Verletzten die Augenklinik des Inselspitals wieder verlassen und zurückkehren: «Es sieht gut aus», sagt Salomé Fleury, «sie müssen glücklicherweise nicht mit bleibenden Schäden rechnen.»
Ein Grossteil des Heus ist verbrannt
Weit tragischer ist aus ihrer Sicht dafür etwas ganz anderes: «Ein Grossteil des Heus ist verbrannt», sagt sie betroffen. Und das nach diesem heissen Sommer, in dem die Ernte ohnehin schon viel zu gering gewesen sei. «Unter diesen Umständen das ganze verbrannte Heu auseinanderrupfen und mit Wasser bespritzen – das tut weh.»
Auch Kommandant Peter Eichenberger zeigt grosses Mitgefühl: «Der Bauer hat mehr als die Hälfte seiner Ernte verloren – dabei hat er aufgrund der Trockenheit jetzt schon zuwenig Frischfutter und ist am Zufüttern.» Wenigstens habe das Gebäude keinen allzu grossen Schaden davongetragen, sagt er: Ein Loch in der Fassade zeigt, wo die Feuerwehr nach Brandherden suchte.
Die Ermittlungen laufen, die Heusuche geht los
An dieser Stelle forschte etwas später auch das Expertenteam vom Dezernat Brände und Explosionen (BEX) nach der Ursache für das Feuer. Die Ermittlungen zur Brandursache und zur Höhe des Sachschadens laufen noch. Für die betroffene Familie jedoch geht die Suche los nach Ersatz für das verbrannte Heu.
Grosseinsatz bei Heubrand
Im Einsatz standen neben verschiedenen Diensten der Kantonspolizei Bern 43 Angehörige der Feuerwehr Regio Gumm, sieben Angehörige der Feuerwehr Region Langnau, ein Ambulanzteam sowie eine Notärztin. Für die Dauer der Löscharbeiten musste die Arnistrasse zwischen Biglen und Arni für mehrere Stunden komplett gesperrt werden, eine Umleitung wurde eingerichtet.