Japankäfer in der Region Bern-Ost

Die weissen Büschel verraten ihn

Der Japankäfer hat nach der Stadt Bern auch die Region Bern-Ost erreicht. Der Kanton ordnet Massnahmen an, die verhindern sollen, dass sich der Schädling weiter ausbreitet: Wer einen mutmasslichen Japankäfer sichtet, soll ihn fangen und melden.

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Gefrässiger Eindringling: Der Japankäfer, erkennbar an den fünf weissen Büschelchen auf der Seite und den zwei grösseren hinten. (Foto: Christian Schweizer/Agroscope)

Viele ältere Leute erinnern sich wohl noch an die Zeiten ihrer Kindheit, in denen sie Tücher unter die Bäume legten und Maikäfer herunterschüttelten. Die gesammelten Exemplare konnten sie meist gegen ein kleines Entgelt bei der Gemeinde abgeben. So wurde seinerzeit die Plage in einer ersten Runde eingedämmt. In einer zweiten Runde wurden die Maikäfer in grossen Vernichtungsaktionen mit Insektiziden beinahe ausgerottet. Seither wurde ihre Population nie mehr gross, erst recht nicht in den stark verbauten Vorortsgebieten.

 

Gefrässiger Blüten-, Blätter- und Fruchtfresser

Dafür befindet sich heute ein neuer Schädling auf dem Vormarsch: der Japankäfer. Er hat keine natürlichen Feinde und ist noch viel gefrässiger als der einheimische Maikäfer, der vorwiegend Blätter von Laubbäumen und Sträuchern frisst. «Der invasive Japankäfer kann in der Landwirtschaft und in der Natur grosse Schäden anrichten», teilt die Umweltdirektion des Kantons Bern mit. Die Sorte sei auf dem Vormarsch, und ihre Ausbreitung müsse verhindert werden: «Wer Käfer findet, muss sie melden.»

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Haben Japankäfer zugeschlagen, bleibt nicht mehr viel übrig. (Foto: Kanton Bern)

Auf einer zusätzlichen Informationsseite ist zu lesen, weshalb die Japankäfer so schädlich sind: «Die äusserst gefrässigen Käfer fressen Blüten, Blätter und Früchte von über 400 Pflanzenarten – darunter Reben, Obst, Mais, Bohnen und Spargeln.» Ausserdem schädigen die im Boden lebenden Engerlinge die Wurzeln von Gräsern derart, dass Wiesen und Rasenflächen absterben und braun werden. «Ohne Gegenmassnahmen können die Schäden immens werden», warnt das Bundesamt: «Allein in der EU werden die potenziellen landwirtschaftlichen Schäden auf 2.4 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.»

 

Region ist zurzeit noch Pufferzone

Befallen sind zurzeit die Gemeinden rund um Bern, und sie handeln unverzüglich: Ab Mitte August setzen sie beim Bewässern von Sportplätzen Nematoden ein. «Diese nützlichen Fadenwürmer bekämpfen die Larven des Japankäfers im Boden», heisst es in der Mitteilung. «Für Menschen sowie Nutz- und Haustiere sind sie ungefährlich.»

In der Region Bern-Ost geht es um die Gemeinden Allmendingen, Bolligen, Stettlen, Vechigen und Worb, vorerst allerdings gelten sie erst als sogenannte Pufferzone: Das heisst, bisher wurde noch kein Befall festgestellt. Dennoch ist der Transport von Grüngut bis am 30. September 2026 eingeschränkt, und es gilt, die Augen gut offenzuhalten.

 

Japankäfer oder Gartenlaubkäfer?

Wie aber erkennt man einen Japankäfer? Ganz so einfach ist nämlich nicht zu sehen, ob es sich bei einem Exemplar tatsächlich um einen Japankäfer handelt oder um einen Maikäfer, Junikäfer oder Gartenlaubkäfer. Einzig der ebenfalls harmlose Rosenkäfer, zwar ebenfalls auf der Bestimmungsseite als verwechselbar aufgeführt, ist dank seiner grün oder bronzefarbig schimmernden Flügel gut erkennbar. Für die Japankäfer hat das Bundesamt daher eine Bestimmungshilfe herausgegeben.  

Japankäfer sind deutlich kleiner als Maikäfer, «nicht grösser als ein 5-Rappen Stück», wie aus dem Merkblatt hervorgeht. Die Flügeldecken der Japankäfer sind braun gefärbt, das Halsschild und der Kopf schimmern auffällig grün, und man trifft sie zwischen Juni und September. Am auffälligsten jedoch ist seine Haartracht: «Er hat fünf weisse Haarbüschel rechts links sowie zwei grössere weisse Haarbüschel am Hinterteil.» Diese «Frisur» macht die Schädlinge gut erkennbar.

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Mit dieser Erkennhilfe kann man Japankäfer bestimmen. (Foto: Fachstelle Pflanzenschutz Kanton Tessin)

Japankäfer melden

Entdecken Sie einen toten oder lebendigen Japankäfer, können Sie gemäss Bundesamt für Umweltschutz folgendermassen vorgehen: «Fotografieren Sie den Käfer von oben und von der Seite. Fangen Sie den Käfer ein, legen Sie ihn in einen dicht verschlossenen Behälter und bewahren Sie ihn sicher auf, bis Sie eine Rückmeldung von uns erhalten haben. Melden Sie den Fund mit den Bildern der Fachstelle Pflanzenschutz.» Dafür hat das Bundesamt ein Meldeformular bereitgestellt.

 

Eine Bestimmungshilfe hilft weiter. Dort ist auch angegeben, wo man einen Fund melden kann. Das Bundesamt bittet jedoch, keine verdächtigen Käfer zur Bestimmung in Gartencenter, Gärtnereien oder andere Betriebe zu bringen.


Autor:in
pd/Claudia Weiss, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 06.08.2026
Geändert: 06.08.2026
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