Drei Millionen Franken für temporäre Schulbauten
In Münsingen wird der Schulraum knapp. Deshalb soll in Provisorien unterrichtet werden. Am Abend stimmt das Münsinger Parlament darüber ab: Sagt es Ja zu drei Millionen Franken für die Schule?
Das Parlament von Münsingen berät am 20. Januar über Investitionskredite von rund drei Millionen Franken für temporäre Schulmodulbauten bei den Schulzentren Schlossmatt und Rebacker. Die neuen Räume sollen schon ab diesem Sommer zur Verfügung stehen.
Akuter Platzmangel
Die Volksschule Münsingen steht unter erheblichem Raumdruck. Vorgaben aus dem Lehrplan 21 und der steigende Bedarf an Gruppen- und Spezialräumen führen dazu, dass bestehende Schulhäuser an ihre Grenzen kommen. Wie der Gemeinderat schreibt, fehlen mittelfristig rund 1’000 Quadratmeter Schulraum. Aktuell ist das Defizit noch grösser, da die Schülerzahlen derzeit ihren Höhepunkt erreicht haben.
Zwischenlösung mit Modulbauten
Darum will die Gemeinde ab diesem Sommer pro Schulzentrum einzelne Klassen in Modulbauten auslagern. Modulbauten sind vorfabrizierte, flexibel kombinierbare Teile, die schnell aufgestellt werden und als provisorische Schulräume genutzt werden können. Dadurch werden in den bestehenden Schulhäusern Zimmer frei, die zu Gruppenräumen umfunktioniert werden können. Das ist laut Gemeinderat die einfachste und effizienteste Lösung.
Neun Klassenzimmer in Modulbauten
Geplant sind zweigeschossige Modulbauten an zwei Standorten. Am Schulzentrum Rebacker entstehen fünf Klassenzimmer, am Standort Schlossmatt vier. Hinzu kommen Gruppenräume, Lehrerarbeitsräume sowie sanitäre Anlagen.
Teil der langfristigen Schulraumplanung
Die Modulbauten sind als erste bauliche Massnahme der Schulraumplanung bis 2035 vorgesehen. Sie sollen nicht nur den aktuellen Engpass entschärfen, sondern auch als Ausweichräume dienen, etwa bei der geplanten Sanierung des Schulhauses Mittelweg ab nächstem Jahr. Die Bauten sind rückbaubar und auf eine Nutzung von rund zehn Jahren ausgelegt.
Es wird teuer
Die beantragten Investitionskredite belaufen sich auf 1,6 Millionen Franken für den Rebacker und 1,4 Millionen Franken für die Schlossmatt. Zusammen ergibt das rund drei Millionen Franken. Die laufenden Betriebs- und Unterhaltskosten werden auf rund 90’000 Franken pro Jahr geschätzt. Auf Photovoltaikanlagen und eine Verschalung wird aus Kostengründen verzichtet.
Keine Alternativen
Bevor entschieden wurde, auf Modulbauten zu setzen, wurden verschiedene Alternativstandorte geprüft. Beispielsweise wurden im Schwand und auch im ehemaligen Spital Räumlichkeiten besichtigt. Allerdings haben sich dabei keine zufriedenstellenden Lösungen ergeben.
Die ehemalige Schulanlage in Tägertschi steht aktuell als Übergangslösung nicht zur Verfügung, da die Räumlichkeiten an eine Privatschule vermietet sind. Im Schulhaus Trimstein werden nach wie vor zwei Primarklassen und ein Kindergarten unterrichtet. Deshalb steht dieser Standort ebenfalls nicht zur Verfügung.
Parlament entscheidet am 20. Januar
Mit der Kreditgenehmigung würde das Parlament nicht nur über temporäre Schulbauten entscheiden, sondern über den Einstieg in die Umsetzung der gesamten Schulraumstrategie. Der Gemeinderat beantragt die Zustimmung. Die vorberatende Kommission unterstützt das Geschäft.