«Dringendster Handlungsbedarf liegt der Grundversorgung»
Ende März wählen wir den Berner Grossrat neu. Aus der Region Bern-Ost bewerben sich 155 Männer und Frauen um einen Sitz im Grossen Rat. Bei uns stellen sich von jeder Partei eine Kandidatin und ein Kandidat aus der Region vor. Heute Matthias Marthaler von der SP aus Worb.
Name: Matthias Marthaler
Alter: 42
Wohnort: Worb
Beruf: Hausmann und Unternehmer
Arbeitgeber: Mathan (Inh. Marthaler)
Familienstand/Kinder: Verheiratet, 4 Kinder
Bisherige politische Ämter:
2017-2023: Sekretär SP Worb
2017-2019: Mitglied Ortsmarketing-Kommission
Seit 2018: Parlamentsmitglied
2019-2021: Mitglied Bildungskommission
Seit 2023: Mitglied Finanzkommission
Seit 2023: Co-Präsident SP Worb
Seit 2025: Fraktionspräsident SP Worb
Wie wurden Sie politisiert, was ist Ihre früheste Erinnerung an Politik?
Politisiert wurde ich schon als Kind. Politische Diskussionen waren bei uns am Mittagstisch selbstverständlich. Verantwortung für unsere Gesellschaft zu übernehmen, war in meiner Familie ein gelebter Wert. Besonders geprägt haben mich die Gespräche und Debatten mit meinem Götti, Hermann Schlatter (Schaffhausen, SVP), dessen Engagement mich früh inspiriert hat.
Warum sind Sie bei der SP gelandet?
Weil die Werte der SP meinem Verständnis von Verantwortung, Freiheit und Gemeinsinn am nächsten kommen.
Welche drei Begriffe beschreiben Ihre politische Haltung am besten?
Verantwortung, Verlässlichkeit und ein konstruktiver Blick nach vorn.
In welchem Politikbereich sehen Sie im Kanton Bern den dringendsten Handlungsbedarf?
Der dringendste Handlungsbedarf liegt für mich in der Stärkung der Grundversorgung - insbesondere bei Gesundheit, Bildung und der Infrastruktur im ländlichen Raum. Wir müssen sicherstellen, dass Spitäler, Schulen und der öffentliche Verkehr auch ausserhalb der Zentren verlässlich funktionieren und für die Bevölkerung erreichbar bleiben. Das ist entscheidend für Lebensqualität, Standortattraktivität und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Soll die Schweiz Waffen in die Ukraine liefern?
Waffen liefern wir nicht, aber wir stärken die Ukraine konsequent mit politischer, humanitärer und wirtschaftlicher Unterstützung, weil Neutralität kein Wegschauen bedeutet.
Wie stehen sie zum Thema Tempo 30 innerorts?
Für Tempo 30 setze ich mich dort ein, wo es nachweislich Sicherheit erhöht und Lebensqualität verbessert.
Was können Sie, dass niemand von Ihnen denken würde?
Blumengestecke und Hochzeitssträusse binden.
Was ist das Wildeste, was Sie je gemacht haben?
Ich habe da etwas Auswahl... Als Jugendlicher bin ich mal auf einem Muni geritten. In der Rückschau bin ich natürlich froh, dass alle Gliedmassen heil blieben.
Welches Lied können Sie auswendig?
Diverse Kinderlieder, den Schweizer Psalm, das halbe Rondo, einige.
Was war als Kind Ihr Traumberuf?
Pilot, Pfarrer, Holzfäller und Polizist.