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Durchgangszentrum Enggistein: Kommt die erneute Miete durch den Kanton zustande?

Im Oktober kündigte der Verein ABR (Asyl Biel & Region) dem Eigentümer des Gutshofes Enggistein Jürg Reusser das Mietverhältnis auf Ende März. ABR betreibt dort eine Kollektivunterkunft für Asylsuchende. Damit der Kanton dort erneut ein Asylzentrum einrichtet, wären grössere Investitionen nötig. Reusser befindet sich in entsprechenden Verhandlungen.

Wieviel kosten die nötigen Investitionen? Das Durchgangszentrum in Enggistein. (Bild: Res Reinhard)

"Wir haben die gegenseitige Vereinbarung getroffen, dass der Kanton das Zentrum weiter betreiben möchte und ich es dem Kanton wieder vermieten würde", sagt Reusser. Dies wäre ungefähr auf nächstes Jahr wieder der Fall. Bis es soweit ist, müsste aber noch Einiges getan werden.

 

"Der Kanton möchte das Zentrum für Asylsuchende der zweiten Stufe, also 'Vorläufig Aufgenommene', betreiben und für diese müsste es auf ein besseres Level gehoben werden", erklärt Reusser. Gemeinsam mit einem vom Kanton beauftragten Architekten hat er den Ist-Zustand der beiden betroffenen Gebäude angeschaut. "Vorläufig Aufgenommene sollen mehr Platz haben", sagt er. Das heisst, dass neu achtzig bis hundert Personen dort wohnen sollen. Bislang wohnen hier 140 Personen, zu Spitzenzeiten seien es auch mal 170 gewesen.

 

Investitionen bis zu einer Million Franken nötig

Konkret müsste Reusser die Sanitäranlagen verbessern und vergrössern, mehr Duschen und Küchen einrichten. Zudem stehen allgemeine Renovationen an, insbesondere müssten auch die elektrischen Anlagen erneuert werden. "Die Investitionen belaufen sich auf schätzungsweise eine halbe bis eine ganze Million Franken", sagt der Landwirt.

 

Nächste Woche will Reusser mit dem zuständigen Bauplaner zusammensitzen und die Kostenvoranschläge anschauen. "Mitte März soll eine Verhandlung mit dem Kanton stattfinden", so Reusser. Dann komme aus, wieviel Miete der Kanton bezahlen würde und dann könne er auch ausrechnen, ob er es sich leisten könne.

 

Sanierung müsste im Herbst abgeschlossen sein

Die Zeit drängt. "Bis im Herbst müsste fertig saniert sein, damit wir mit der Einrichtung des Zentrums beginnen könnten", sagt Reusser. Somit käme neben den Renovationen auch keine Zwischennutzung in Frage.

 

Das Einvernehmen mit dem Kanton sei sehr gut, sagt Reusser. "Der Kanton und ich sind bestrebt, das Zentrum auf ein gutes Level zu heben", sagt er und verweist auf die Kritik, die kürzlich an Durchgangszentren im Aargau laut geworden war. Dies wolle der Kanton Bern vermeiden.

 

Wer würde das Zentrum betreiben?

Wer das Zentrum dereinst betreiben würde, ist noch nicht klar. "Der Kanton möchte mit fünf Organisationen weiterfahren", sagt Reusser. Der Entscheid, welche den Zuschlag erhalten, stehe noch aus. "Derzeit liegt das Durchgangszentrum Enggistein aber im Perimeter der Heilsarmee", so Reusser.


Autor
Isabelle Berger, isabelle.berger@bern-ost.ch
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Erstellt: 04.02.2019
Geändert: 05.02.2019
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