Solidarität nach dem Brand in Boll

Ein Hilfskonto für die Familie Krebs

Der Brand von letzter Woche hinterlässt eine obdachlose Familie: Die beiden Wohnungen über den Geschäftsräumen der Firma A. Krebs AG an der Lindentalstrasse in Boll sind nicht mehr bewohnbar, Andreas Krebs und seine Familie haben alles verloren. Um ihnen beizustehen, hat die Gemeinde Vechigen ein Spendenkonto eröffnet.

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Das Gebäude in Boll am Dienstag nach dem Feuer: Gemeindepräsidentin Nadia Lützelschwab ist froh, dass zumindet niemand verletzt wurde. (Foto: Vechigen)

Für die Bevölkerung war es ein heftiger, aber kurzer Schock, als am frühen Morgen vom Freitag, 14. August, die Warnung über Swissalert herausging: Die Liegenschaft der Firma A. Krebs AG an der Lindentalstrasse 5 in Boll war in Brand geraten, Türen und Fenster sollten zum Schutz vor giftigen Rauchgasen geschlossen werden. Der Brand konnte dank dem raschen Einsatz verschiedener Feuerwehren schnell in Kontrolle gebracht werden, verletzt wurde niemand.

 

Niemand verletzt, aber alles verloren

Weit über den eigentlichen Brand hinaus betroffen ist jedoch die Familie von Andreas Krebs, Inhaber der Metallbaufirma: Er wohnte bis dahin mit seiner Familie in den beiden Wohnungen oberhalb der Geschäftsräumlichkeiten. Gemeindepräsidentin Nadia Lützelschwab sagt: «Ich bin extrem froh, dass sich alle rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten und niemand verletzt wurde.» Dennoch: Die beiden Wohnungen oberhalb der Geschäftsräumlichkeiten seien beim Brand vollständig zerstört worden, die Familien hätten nicht nur ihr Zuhause, «sondern sämtliche privaten Sachen» verloren.

Das Schicksal der betroffenen Familien, so zeigte sich dieser Tage, rief rasch die Bevölkerung von Vechigen auf den Plan. «Die Solidarität im Dorf ist riesig», freut sich Lützelschwab. Nicht nur hätten die Familienmitglieder im Handumdrehen eine Notbleibe gefunden, die eine mit Hilfe der Gemeinde. Darüber hinaus seien schon am Montag zahlreiche Anfragen bei der Gemeinde eingetroffen: «Viele besorgte Bürgerinnen und Bürger meldeten sich mit dem Wunsch zu helfen, viele fragten, ob es ein Spendenkonto gebe», erzählt die Gemeindepräsidentin.

 

Volle Unterstützung vonseiten der Gemeinde

Die Gemeinde selbst bemüht sich, die Familie in jeder Hinsicht zu unterstützen. Und so wurde rasch ein Unterstützungskonto zugunsten der betroffenen Familie eingerichtet, es ist ab sofort im Betrieb. «Andreas Krebs ist hier sehr gut vernetzt und wird allseits sehr geschätzt», sagt sie. «Umso spontaner möchten viele Leute helfen.»

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Alle Feuerwehren der Region im Einsatz: Gemeinsam brachten sie den Brand unter Kontrolle. (Foto: Kantonspolizei Bern)

Auch wenn sie die Wohnungen nicht retten konnten, sei es doch ein Glück im Unglück, dass die Feuerwehren Vechigen, Ostermundigen, Stettlen so gut miteinander funktioniert hätten: Unterstützt von der Berufsfeuerwehr von Schutz und Rettung Bern brachten sie den Brand innert Stunden unter Kontrolle. Und sie konnten das Nachbarhaus so abschirmen, dass es nicht ebenfalls den Flammen zum Opfer fiel. «Eine beruhigend gute und effiziente Zusammenarbeit», findet die Gemeindepräsidentin.

 

Tanksäule geschwärzt aber nicht in Brand

Ein weiteres Glück war, dass nicht die Tankstelle selbst gebrannt hat. Eine Nachfrage bei der Kantonspolizei ergab am Dienstag nicht mehr, als bereits am Samstag bekannt war: Dass die Tanksäule zwar vom Rauch geschwärzt ist, selbst aber nicht gebrannt hat. Wie Nicolas Chavanne, Teamleiter Fachstelle Brandschutz GVB, gegenüber TeleBärn erklärte, hätten allerdings sogar in diesem Fall die extrem strengen Sicherheitsvorschriften dafür gesorgt, dass die Tankstelle nicht explodiert.

Über die Brandursache sei zurzeit noch nichts bekannt, «das wird gegenwärtig noch immer untersucht», sagte die Sprecherin der Kantonspolizei. Auch was weiter mit der Liegenschaft passiert, sei nicht klar: «Sobald die Brandfahndung das Gelände freigibt, müssen die Besitzer der Liegenschaft überlegen, was damit weitergeht – oder sich allenfalls mit der Gemeinde absprechen.»

 

«Der Zusammenhalt im Dorf funktioniert»

Was bisher sicher ist: «Die vielen schönen Gesten zeigen, dass der Zusammenhalt im Dorf funktioniert», sagt Nadia Lützelschwab. Das Solidaritätskonto soll den Familien helfen, wieder auf die Beine zu kommen. «Wir werden es ihnen übergeben, so dass sie selbst entscheiden können, wofür sie das Geld einsetzen.»

Spendenaufruf der Gemeinde Vechigen

Die Gemeinde startet einen Spendenaufruf zur Unterstützung der betroffenen Familie Krebs.

  • Spenden können auf das Postkonto der Einwohnergemeinde Vechigen, IBAN-Nr. CH66 0900 0000 3000 4498 4 mit dem Vermerk «Brandfall Krebs» einbezahlt werden.
  • Ein Direktlink auf die Zahlungsplattform TWINT ist auf der Gemeinde-Website unter Aktuelles aufgeschaltet.

Autor:in
Claudia Weiss, claudia.weiss@bern-ost.ch
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Erstellt: 19.08.2026
Geändert: 19.08.2026
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