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Ein Rüedu für Worb: So funktioniert der moderne Dorfladen

Am Samstag eröffnete die Firma Rüedu einen Selbstbedienungsladen vor dem ehemaligen Chäsi-Laden in Worb und übernimmt gleich dessen Funktion. Frisch, lokal und saisonal ist das Angebot. Das neue Konzept ist bedeutend kosteneffizenter als die traditionellen Dorflädelis.

Die Rüedu-Gründer Jürg Burri und Tom Winter vor dem neuen Container-Laden in Worb. (Bild: zvg)

Es ist bereits der vierte Rüedu-Container seit der Lancierung des Projekts im Juli. Nach Bern, Zollikofen und Niederwangen ist jetzt Worb an der Reihe. Und hier ist er sogar doppelt so gross beziehungsweise besteht aus zwei Containern. Nach der Schliessung des Verkaufsladens der Chäsi Worb wurde die junge Firma von Biomilk und den Grundeigentümern angefragt dort einen ihrer Läden aufzustellen, um zusammen mit Biopartnern auch weiterhin lokale Milch- und Frischeprodukte am Standort anzubieten. Sowohl der zentrale Standort wie die Philosophie und die Produkte passten perfekt zu Rüedu. 

 

Auf Vertrauensbasis

Der Rüedu-Laden basiert auf Vertrauen. Laut Geschäftsführer Tom Burri klappt das bis jetzt sehr gut. Die Container sind von 6 Uhr morgens bis 20 oder 21 Uhr abends geöffnet. Neu sind sie mit dem entsprechenden App sogar rund um die Uhr zugänglich. Die Kund*innen nehmen sich die Ware und rechnen diese selbst mit dem Self-Checkout-System ab.

 

Das Angebot besteht aus grösstenteils saisonalen Lebensmitteln von lokalen und regionalen Produzenten.  Dazu gehören aus der Region Bern-Ost unter anderem der Biohof "natürlichMoser" aus Worb,  die Bäckerei Berger aus Münsingen und der Schweikhof Wichtrach.

 

Dorfladen der Zeit angepasst

Die Idee des Rüedu-Projekts trug Jürg Burri schon ein paar Jahre mit sich herum. 2019 holte er seinen Jugendfreund Tom Winter an Bord und zusammen gründeten sie die Firma. "Es sollte nah an den Leuten sein wie ein Dorfladen", sagt Burri. Das Wegsterben der traditionellen Dorflädelis gab ihm zu denken, und so versuchte er ein Konzept zu erarbeiten, das denselben Zweck erfüllt, aber auch heute funktioniert.

 

Kosteneffizienz ist ein grosses Stichwort. Infrastruktur und Personal sind teuer. "Der Container ist klein und kann auf einem Parkplatz aufgestellt werden. Parkplatzmieten sind sehr günstig im Vergleich zu einem Lokal. Dann kommt nur noch der Strom dazu", erklärt Burri. Aufgrund der Selbstbedienung wird auch weniger Personal benötigt. Am Morgen füllt ein Mitarbeiter die Regale auf und putzt den Laden. Am Nachmittag wird noch einmal kontrolliert. Am Wochenende muss wegen erhöhter Nachfrage laut Burri zweimal am Tag aufgefüllt werden.

 

Noch viel Potenzial

Das Geschäft sei bisher gut angelaufen, meint Burri. Dennoch sieht er Verbesserungspotenzial. "Wir müssen noch lokaler werden und die Leute noch besser mit unserem Projekt bekannt machen", sagt der Geschäftsführer.

 

Neben den beiden Inhabern arbeiten zurzeit sechs  Mitarbeiter*innen für Rüedu. Und die Firma wächst. Weitere Standorte sind in Planung. So soll zum Beispiel auch Münsingen einen Container erhalten. Das Baugesuch wurde bereits eingereicht.


Autor*in
Adrian Kammer, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 03.11.2020
Geändert: 03.11.2020
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