Ein schlimm-schöner Abschluss – und ein offenes Ende
Bis vor Silvester stand Daniela Christen noch im grossen Tortenstress. Gleichzeitig erlebte sie intensive und emotionale Abschiedstage: Per Jahresende hat sie ihren Laden «Glasura» in Grosshöchstetten geschlossen. Jetzt ist sie gespannt, ob und wie es weitergeht: Derzeit stehen noch mehrere Möglichkeiten offen.
Konditorin Daniela Christen hat rasante Tage hinter sich: Bis Weihnachten hat sie noch viele ihrer Spezialtorten angefertigt, so viele auf einmal, dass sie manchmal kaum mehr wusste, wo ihr der Kopf stand. «Es war der schiere Wahnsinn!», erzählte sie in der Altjahrswoche und lachte noch immer fast ein wenig atemlos.
«Ende Jahr ist Schluss»
Und das kurz vor dem Ende – nicht nur des Jahres, sondern auch des Ladens in Grosshöchstetten: Im September beschloss Daniela Christen nach einer Standortbestimmung beschlossen, das Kaffee nach drei intensiven Jahren zu schliessen. Anfangs Dezember wusste sie vor allem eines: «Ende Jahr ist Schluss, so kann ich nicht weiterfahren – der Familie zuliebe und meiner Gesundheit zuliebe.»
Die Festtage haben alles auf Eis gelegt
Sie suchte nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger, war offen für viele Möglichkeiten. Und jetzt? Inzwischen hätten sich tatsächlich zwei, drei ernsthaft Interessierte gemeldet, sagt sie. Aber das erleichtere sie nur halbwegs: «Vor den Festtagen und dem Jahreswechsel mochte niemand konkret zusagen.» Die Festtage, hat sie festgestellt, hätten sozusagen alles auf Eis gelegt, Verhandlungen könnten erst im Januar stattfinden.
Viele Reaktionen, viele Blumen
So gesehen habe sie ihren Entscheid auf einen ungünstigen Zeitpunkt geplant, sagt Daniela Christen inzwischen. «Aber ich musste einfach einen Schlusspunkt setzen und zur Ruhe kommen, deshalb passt das Ende zum Jahresende trotzdem für mich.» Die viele Arbeit, aber auch die vielen schönen Reaktionen von Kundinnen und Kunden, die ihr Briefe schrieben, Blumenbouquets brachten oder ihr mündlich mitteilten, wie schade es sei, dass sie aufhöre – all das habe sie tief bewegt: «Insgesamt war es ein sehr emotionales Ende, irgendwie so richtig schlimm-schön!»
Das Loslassen macht ihr sehr Mühe …
Bis zum Silvester arbeitete Daniela Christen noch zweieinhalb Tage, dann schloss sie die Tür zum liebevoll eingerichteten Kaffee an der Dorfstrasse 4 endgültig. Und dann? Sie ist kurz still und sagt: «Ich wüsste schampar gern, was weiter passiert.» Sie hat bereits ein paar Stellenangebote erhalten, konnte sich aber noch nicht entscheiden. Die Ungewissheit stresse sie und das Loslassen mache ihr sehr Mühe, fährt sie fort. «Aber es ist wie es ist.»
… aber das neue Jahr bringt vielleicht neue Ideen
Vielleicht, hofft sie, bringe das neue Jahr auch neue Ideen. Der Mietvertrag für das Lokal läuft noch drei Monate, und ein paarmal wurde Daniela Christen gefragt, ob sie sich ein Team-Work vorstellen könne. Sie nickt: «Allenfalls können wir die Würfel neu mischen.» Sie kann sich vorstellen, weiterhin Torten, Streusel und die beliebten Tartuffi für das Kaffee herzustellen und dort zu verkaufen. Das würde sie bereits sehr entlasten: «Ich könnte produzieren, wann immer ich Zeit habe, und wäre nicht mehr an Öffnungszeiten gebunden.»
Kaffee auch ohne Tortenproduktion
Das Kaffee, betont sie dann, könne gut auch von jemandem übernommen werden, der oder die keine Torten backen kann: «Das ist kein Problem, man kann das Kafi auch separat führen.» Deshalb möchte sie allfällige Interessierte unbedingt ermutigen: «Es besteht ein treuer, schöner Kundenstamm, die Infrastruktur steht bereit und alles ist fixfertig eingerichtet – man fängt nicht bei Null an.»
«Hat wohl jemand Freude daran?»
Daniela Christen bleibt zuversichtlich, auch wenn sie sich immer wieder etwas ungeduldig fragt: «Hat wohl jemand Freude daran, übernimmt jemand?» Sie selbst hat bis Ende Jahr die letzten Torten gestaltet. «Jetzt bin ich sehr gespannt, was weiter läuft.»
Interessierte für das Kaffee gesucht
Wer das Lokal an der Dorfstrasse 4 in Grosshöchstetten mieten möchte, kann es auch als Kaffee führen, Tortenbacken ist keine Bedingung. Fragen beantwortet Daniela Christen gern: glasura@gmx.ch oder 079 938 17 92.