Filigraner Schmuck und Tradition der Trachten

Eintauchen in Leidenschaft und Tradition

Der Sommerstamm von ZAK, Zaeme aktiv Region Konolfingen findet traditionell nicht in unserem Stammlokal statt. Die Stammbesucher trafen sich für eine Führung durch die aktuelle Sonderausstellung «Trachten-kult(ur).im alten Bären in Konolfingen Dorf».

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Im lauschigen Garten mit dem alten, schattenspendenden Nussbaum vom Alten Bären konnte Susanne Brechbühl 24 BesucherInnen begrüssen. Die in zwei Gruppen aufgeteilten BesucherInnen erwartete eine je 30-minütige Führung von Marion Geissbühler und Marlis Mosimann zu den Themen «Filigran zwischen Ursprung, Tradition und Gegenwart» und zu «Tracht- Kleidung mit Bedeutung».

 

Im Zentrum der Führung steht der «filum granum», der gekörnte (Silber)- draht, aus dem Trachtenschmuck geformt und mit dem Korn – fein geraspeltes Silber- gelötet wird.

 

Marion Geissbühler führt in der fünften Generation das, bis heute für Trachtenschmuck bekannte «ateliergeissbühler Konolfingen», dessen Schmuckdesign weit über die traditionsgeprägeten Filigranbroschen für die Trachten hinausgeht.

 

Sie ist es auch, die mit wunderschönen Fotos und gezielt ausgewählten alten und neuen Schmuckstücken einen differenzierten und informative Ausstellungsraum über die Entwicklung der Goldschmiede- und Fligrankunst gestaltet hat und uns durch die Ausstellung führt.

Ehrfurcht und Achtung

1880 beginnt die Geschichte der Filigrankunst mit Fritz Geissbühler. Der Ururgrossvater der Goldschmiedin erlernte die Technik bei den Gebrüder Kohler, in Grünenmatt, die einen Betrieb als Gurtmacher (Gürter) führten. 1880 machte er sich selbständig. Marion zeigt uns einen Schirmgriff und einen prächtigen Silberkelch - beides in der Filigrantechnik gearbeitet. Ein originales Musterbuch von Fritz, in Leder gebunden, erzeugt bei den BesucherInnen einen richtigen Hühnerhautmoment.

 

Alle Ausstellungsstücke, die Fotodokumentationen und die Informationen von Marionn Geissbühler lassen uns erkennen, mit welch grosse Hingabe und Leidenschaft die GoldschmiedInnen ihr Handwerk von den Anfängen bis heute ausführten und entwickelten.

An einem eigens für dieses Ausstellung hergerichteten Arbeitsplatt erfahren wir live, wie der Trachtenschmuck hergestellt wird. Technik und Werkzeuge haben sich über die ganze Zeit kaum verändert, die handwerklichen Anforderungen sind hoch geblieben.

 

Die Filigrankunst ist heute ein sehr spezialisierter, traditionell geprägter Teil des «alteiergeissbühler», individuell und persönlich designete Schmuckstücke sind das Kernstück des Unternehmens, das Marion Geissbühler in der 5. Generation führt und weiterentwickelt. Mit Umsicht führt sie das siebenköpfige Team und versteht es, zusammen mit dem bestens integrierten Filigransten Milat aus Syrien, das vom Verschwinden bedrohte Kunsthandwerk zu erhalten.

In einer Tracht sind Frauen und Männer immer gut angezogen

Werktags- oder Sonntagstracht, Gärnli, Schwefelhütchen, Kittel, Tschöpli oder Göller, Gilet, Büntel – Begriffe, die heute nicht mehr so geläufig sind. Marlis Mosimann erläutert uns diese mit viel Wissen und unterhaltsam in ihrer Führung zu Trachten. Mit Stauen hören wir, dass sich die Tradition der Trachten- der Kleidung der Bauern und Landbevölkerung – ab 1900 mit dem Beginn des Tourismus wieder etabliert und weiterentwickelt hat. Nachdem die Frauen vorher vorwiegend schwarz getragen hatten, kehrte bei uns zu diesem Zeitpunkt die Farbe in die traditionellen Trachten zurück. Während die Männer bis heute vorwiegend den Halbleinen mit Hemd und Knopf (Büntel) tragen, entwickelte sich bei den Trachten der Frauen eine Materialvielfalt aus Wolle, Seide, Leinen, feinem Rosshaar und für den Sonntag filigranem Silberschmuck. Es entstanden mit der Zeit 110 lokal geprägte Trachten im Kanton Bern, 9 davon gehören ins Emmental.

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Marlis Mosimann

Mit spannenden Anschauungsstücken wie ein aus Frauenhaar geflochtenes Mannen-Uhrenbändeli, dem Gagat oder Jet-Schmuck – kein Geisteszustand, sondern ein schwarzer Trauerschmuck- oder ein geklöppelten filoschertes  Gärnli und Handschuhe, die von Hand zu Hand der BesucherInnen gehen, lässt uns Marlis Mosimann die Ausstellung auch taktil erfahren. Viel zu schnell sind die Führungen zu Ende.

Es empfiehlt sich ein weiterer Besuch in der Sonderausstellung mit einzelnen Ateliertagen zu Filigranarbeit und Trachten nähen im alten Bären Konolfingen

 

Trachtenkult(ur) 1. und 3. Sonntag im Monat, 14–17 Uhr(www.museum-alter-Baeren.ch) Ferien bis anfangs September.


Autor:in
Ruth Meinen-Scholl, ZAK
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Erstellt: 24.07.2026
Geändert: 24.07.2026
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