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Eishockey - Wikis Siegesritual im Grabengut

Wiki-Münsingen hat in Thun 4:1 gewonnen. Die Thuner warten auf den Entscheid im Fall Rossel.

Wieder kein Tor: Thuns Stürmer Michael Bärtschi scheitert an Wikis Torhüter Sandro Zaugg. (Bild: MArkus Grunder)

Bei Wiki-Münsingen pflegen Captain Cyril Kormann, Michael Lüdi und Samuel Gerber ein spezielles Ritual. Beim Einlaufen verlassen sie das Eis als Letzte, nach einem Sieg ebenso. Das Ritual besteht nicht immer aus den gleichen Elementen, es kann ein Abklatschen sein, oder zwei der drei halten die Stöcke aneinander. Beim ersten Spiel im neuen Jahr in Thun durften die Aaretaler das Ritual erstmals in dieser Saison nach einem Derbysieg praktizieren. Wiki gewann im Oberland 4:1, nachdem es die ersten drei Spiele gegen die Thuner verloren hatte.

 

Effizienz und Disziplin waren die in diesem Spiel entscheidenden Punkte. Die Partie bewegte sich auf spielerisch gutem Niveau, auch Thun besass Chancen, mehr als einen Treffer zu erzielen. Nur hatten die Gäste in den zwei erwähnten Faktoren Vorteile. Wiki nützte Fehler der Oberländer konsequenter aus und ergriff im letzten Drittel die Chance, in doppelter Überzahl die Partie mit dem 4:1 vorzeitig zu entscheiden. Und das Team von Trainer Stefan Gerber kassierte kaum unnötige Strafen. «Diesmal haben wir uns nicht auf die Spielchen der Thuner eingelassen», sprach Stürmer Lüdi, der Torschütze zum 3:1, der gesamten Mannschaft ein Lob aus. Wiki präsentierte sich als gefestigte Mannschaft, die das Playoff problemlos erreichen wird, noch die Möglichkeit hat, in die ersten vier vorzustossen und damit die Viertelfinals mit einem Heimspiel zu eröffnen. Allerdings müssen die Aaretaler noch je dreimal gegen die Spitzenteams Sierre und Valais Chablais antreten. Lüdi warnt daher vor übertriebenen Erwartungen. «In erster Linie wollen wir den fünften Platz absichern», meinte der 21-Jährige, der mit 22 Skorerpunkten in der internen Liste die Nummer 2 hinter Stefan Baumgartner (25) ist.

 

Thuner Rückfall

Thun hingegen verpasste es durch die zweite Niederlage in Folge, sich weiter vom Strich abzusetzen. Die Oberländer haben die Playoff-Qualifikation nicht auf sicher. Ärgerlich war aus Sicht von Trainer Christoph Schenk, dass sein Team einige unnötige Ausschlüsse kassiert hat. «In Sachen Disziplin war das ein Rückfall», stellte er fest. «Dies muss in den nächsten Spielen wieder anders werden.» Mit dabei war erneut Stürmer Pascal Rossel. Das als Rekursinstanz vom EHC Thun angerufene Verbandssportgericht (VSG) hat dem 24-Jährigen die provisorische Spielberechtigung erteilt, bis das Verfahren abgeschlossen ist. In erster Instanz war Rossel vom Einzelrichter Westschweiz bis zum 1. Oktober gesperrt worden, weil er einem 14-jährigen Nachwuchsspieler nach der Partie in Siders am 17. November 2018 Faustschläge verpasst haben soll. Auf Thuner Seite wird dies bestritten; das Urteil des VSG steht noch aus.

 

Rossel zeigte gegen Wiki eine engagierte Leistung. «Im Moment spürt man nicht, dass er in ein Verfahren mit dieser Tragweite verwickelt ist», sagt Schenk. Am Mittwoch treffen die Oberländer im Grabengut erneut auf Sierre. «Wir werden das Spiel normal vorbereiten», sagt Thuns Headcoach. Rossel wird auflaufen, wenn nicht in der Zwischenzeit das VSG eine definitive Sperre gegen ihn verhängt. Erhöht wird für diese Partie der Aufwand in Sachen Sicherheit, um unerwünschte Kontakte zwischen Aussenstehenden und am Spiel Beteiligten zu verhindern.


Autor
Reto Pfister, Berner Zeitung BZ
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Erstellt: 07.01.2019
Geändert: 07.01.2019
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