Engagement, Herzblut und Erfahrung für Vechigen
Nach 30 Jahren als Ackerbaustellenleiter verabschiedet sich Niklaus Soltermann in seinen Ruhestand. Digitaler Wandel, Begegnungen und Verantwortung prägten seine Arbeit. Am Ende seiner Amtszeit zieht er Bilanz und freut sich auf die Zeit in den Bergen. Seine Nachfolge übernimmt Doris Bigler.
Als Niklaus Soltermann 1996 die Nachfolge von Paul Aeschlimann als Ackerbaustellenleiter übernahm, bestand seine Hauptaufgabe darin, die Bewirtschafter bei den Angaben für die Direktzahlungen zu unterstützen. «Zu Beginn war die ganze Arbeit ein riesiger Papierkrieg», erzählt Soltermann. Der Stichtag sei jeweils im April gewesen, was für ihn Zwölf-Stunden-Tage bedeutete – «danach rauchte mir oft der Kopf»: Vor 30 Jahren musste noch alles ohne Computer erledigt werden.
Anstrengende Zeit
Nebst seiner Tätigkeit als Bauer, einem Nebenerwerb und der Familie sei dies eine anstrengende Zeit gewesen. Dennoch arbeitete Niklaus Soltermann gerne als Ackerbaustellenleiter. Dabei nahm er sich die Ratschläge seines Vorgängers Paul Aeschlimann zu Herzen: neutral zu bleiben und alle gleich zu behandeln.
Digitaler Wandel
Der Übergang ins digitale Zeitalter stellte Niklaus Soltermann ebenso vor neue Herausforderungen wie viele Landwirtinnen und Landwirte: Daten mussten von da an per Mausklick erfasst werden – eine Aufgabe, die erst erlernt werden musste. Entscheidende Veränderungen waren die neuen Satellitenbilder, denn durch sie entfiel auf einmal das manuelle Ausmessen der Flächen mit dem Messrad.
Gutes Verhältnis
Die Arbeit als Ackerbaustellenleiter habe ihm gutgetan, besonders da es explizit seine Aufgabe war. Auch seine anfängliche Skepsis gegenüber dem Computer legte er schnell ab. Zu den Mitarbeitenden des Amts für Landwirtschaft, Abteilung Direktzahlung, pflegte Soltermann ein sehr gutes Verhältnis. Er kannte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur vom Telefonieren, sondern erkannte sie auch persönlich wieder.
Gesprächspartner auf Augenhöhe
Besonders in Erinnerung bleiben ihm die vielen guten Gespräche und Begegnungen. Niklaus Soltermann kennt die Gemeinde gut. Die Bewirtschafter vertrauten ihm, und nicht selten wurden die Gespräche auch emotional – etwa bei Betriebsaufgaben. Oft war Soltermann aufgrund seiner Tätigkeit entlang der Gemeindegrenze unterwegs. Von Gemeinde, Landwirtschaftskommission oder später Umweltkommission fühlte er sich unterstützt.
Zeit für Curling und Gärtnern
Ende 2025 gab Niklaus Soltermann sein Amt ab. Für ihn war immer klar: Wenn er als Bauer aufhört, gibt er auch die Stelle als Ackerbaustellenleiter auf. «Man betrachtet die Dinge nicht mehr gleich, wenn man selbst nicht mehr als Bauer aktiv ist», erklärte er. Wer Niklaus Soltermann kennt, weiss, dass er sich nun auf mehr Zeit in den Bergen und im Wald freut. Skifahren, Curling und Gärtnern werden künftig wieder stärker im Vordergrund stehen.
Doris Bigler …
Seine Nachfolgerin Doris Bigler hat das Amt auf Anfang Jahr übernommen. Sie wird jedoch nicht Ackerbaustellenleiterin, sondern die neue Bezeichnung lautet «Erhebungsstellenleiterin». Doris Bigler wohnt in Utzigen und hat mit ihrem Mann Christian eine Tochter und zwei Söhne im Alter zwischen sieben und drei Jahren. Das Ehepaar betreibt einen Biohof mit 27 Milchkühen, 2600 Mastpoulets und Ackerkulturen mit Urdinkel, Gerste und Silomais.
… hat als Erhebungsstellenleiterin übernommen
Die gelernte Landwirtin und Agronomin FH spielt in der Freizeit Schwyzerörgeli beim Quartett Gugulüsch und macht im Turnverein Worb mit. Sie freut sich auf ihre neue Aufgabe als Erhebungsstellenleiterin: «Vor gut sechs Jahren habe ich meine damalige Tätigkeit als Redaktorin bei der Zeitung ‘Schweizer Bauer’ beendet und mich seither der Familie und dem Betrieb gewidmet», teilt sie mit.
Sie freut sich auf das Neue
Nun habe es sie gereizt, wieder einmal etwas Neues anzupacken und sich in eine neue Tätigkeit einzuarbeiten. «Ich freue mich auf den Austausch mit den Landwirt:innen und darauf, die Interessen der Landwirtschaft gegenüber der Gemeinde zu vertreten.» Ihr Vorgänger Niklaus Soltermann ist überzeugt, dass ihr das gelingt: «Doris ist eine fantastische Frau, die es sehr gut machen wird.»