Engagement für eine inklusive Gesellschaft
Am gut besuchten ZAK-Septemberstamm gewährte Marianne Plüss einen Einblick in ihr Leben als Sehbehinderte: Sie zeigte, wie reich befrachtet es ist.
Marianne Plüss kam schon mit einem Geburtsgebrechen auf einem Auge auf die Welt. Ihren Traumberuf zur Krankenschwester konnte sie aus diesem Grund nicht erlernen. So absolvierte sie die Ausbildung zur Kauffrau. Ihre berufliche Karriere führte sie über verschiedene Stationen in der Schweiz.
Auch das gesunde Auge verloren
Nach der Heirat und der Geburt ihrer drei Kinder war sie im Schulsekretariat Konolfingen tätig und übernahm vermehrt ehrenamtliche Arbeiten. Im Jahr 2012 musste sie sich wieder einer Operation unterziehen und verlor ihr gesundes Auge.
Heute arbeitet sie im Generalsekretariat Inclusion Handicap und ist Vorstandsmitglied in der Behindertenkonferenz. Sie engagiert sich vorwiegend in der Stadt Bern, ihrem Arbeitsort, für die Lebensqualität der Menschen mit Behinderungen zu verbessern.
Mit diesen Hindernissen muss sie umgehen
Mit Begeisterung zählte sie auf, was man für Möglichkeiten hätte, um eine Ausgrenzung von behinderten Menschen zu vermeiden, damit sie am gesellschaftlichen Leben voll teilnehmen können. Weiter zeigte sie auf, wie sich Behinderte tagtäglich mit verschiedenen Hindernissen auseinandersetzen müssen.
Auch die Politik hat in ihrem Leben einen wichtigen Stellenwert. Schon seit Kindesbein an wurde bei ihr zuhause am Mittagstisch politisiert. So engagierte sie sich immer vermehrt für die Gleichberechtigung und die Anliegen von behinderten Menschen.
An der Behindertensession in Bern
Im Jahr 2023 wurde die erste Behindertensession in Bern durchgeführt. Marianne Plüss war eine der 44 Gewählten, die an der Behindertensession teilnehmen konnte. Für sie war es ein spezielles Gefühl und auch eine Ehre, dass sie ihre Anregungen einbringen und interessierte Gespräche führen konnte.
Geblieben ist die grosse Frage: «Was muss die Politik für Menschen mit Behinderung besser machen? Wo steht ihr Handlungsbedarf?