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Erzählbühne «Mein Lieblingsfoto» mit Kurt Aeschbacher

Berner Alters- und Pflegeinstitutionen schliessen die «mentale Versorgungslücke» in der Altersarbeit. Die Veranstaltungsreihe «Mein Lieblingsfoto» ist im Wohn- und Pflegeheim Utzigen vielversprechend gestartet.

Menschen, die in ein Altersheim eintreten, fürchten nichts so sehr wie das Verstummen: Das Fehlen geistiger Anregungen und somit von Gesprächsstoff. Studien zeigen, dass soziale Bedürfnisse im Alter eher zu kurz kommen. Während in vielen Altersinstitutionen die körperliche Pflege im Vordergrund steht, sprechen Gerontopsychologen von einer «mentalen Versorgungslücke».

 

Jetzt suchen Alters- und Pflegeinstitutionen im Kanton Bern neue Wege in der Altersarbeit. Gemeinsam mit ihrem Dachverband Curaviva BE lancieren sie die Veranstaltungsreihe «Mein Lieblingsfoto». Bewohnende und Lernende zeigen ihr Lieblingsfoto und erzählen ihre Geschichte dazu. Moderiert wurde die Startveranstaltung in Utzigen vom bekannten Fernsehmann Kurt Aeschbacher.

 

Über eine Webseite und Publikationen auf den Sozialen Medien werden die Lieblingsfotos und ihre Geschichten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. So erhält das biografische Erzählen eine Wertschätzung und Resonanz über die Altersinstitutionen hinaus. Angehörige, aber auch Leute aus dem Quartier oder Dorf sind dazu eingeladen, den Anlass zu besuchen und so das Alters- und Pflegeheim als lebendigen Ort kennenzulernen.

 

Den Nutzen der Biografiearbeit hat die Gerontologie vielfach bewiesen. Die Erzählbühne «Mein Lieblingsfoto» ermöglicht es, das biografische Erzählen auf besonders emotionale Ereignisse zu fokussieren. Für alte Menschen ist es wichtig, Episoden aus ihrem Leben mit anderen Menschen teilen zu können. Ebenfalls ist belegt, dass positiv konnotierte Bilder aus der Vergangenheit für alte Menschen besonders anregend sind und ihr Wohlbefinden steigern.

 

Die Lieblingsfoto-Geschichten werden von einer Autorin aufgeschrieben und von einem Filmteam verfilmt. Einzelnen Bewohnenden wird es sogar ermöglicht, an den Ort ihres Lieblingsfotos zurückzukehren und über die sinnliche Wahrnehmung für sie wichtige Emotionen nochmals zu erleben. Zum Beispiel der Bewohner Hans-Ulrich Mollet: Das Lieblingsfoto des ehemaligen Verdingbubs zeigt eine preisgekrönte Kuh, die er anlässlich der Preisverleihung halten durfte. Im Kurzfilm besucht er nochmals seine Lieblingskuh. Er ist überzeugt: «Sie kennt mich.» Oder der Bewohner Jean-Paul Collin: Im Kurzfilm geht er nochmals an seinen ehemaligen Arbeitsort zurück, mit dem er viele schöne Erinnerungen verbindet.

 

«Mein Lieblingsfoto» gibt es nicht nur als öffentliche Veranstaltung, sondern auch als Erzählatelier. Angeregt von der Erzählbühne erhalten weitere Bewohnende von Alters- und Pflegeinstitutionen die Möglichkeit, über Lieblingsfotos ihr Leben Revue passieren zu lassen und mit anderen zu teilen, protokolliert von einer Autorin oder einem Autor.

 

Die Erzählbühne live erleben!

Nächste Veranstaltungen:

  • Am 13. Juni, 15 Uhr, im Domicil Lentulus, Bern, Anmeldung: sekretariat.lentulus@domicilbern.ch
  • Am 19. Juni, 14:30 Uhr, im Zentrum Schlossmatt, Burgdorf, Anmeldung: sandra.wiederkehr@zsburgdorf.ch

 

www.wasichmag.ch

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www.instagram.com/curavivabe


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Erstellt: 12.06.2019
Geändert: 10.07.2019
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