Bevölkerungsumfrage Gemeinde Walkringen

«Es geht um Themen, die interessieren»

Eine Umfrage mit rund fünfzig Fragen soll zeigen, was sich die Einwohnerinnen und Einwohner von Walkringen wünschen: Finden sie die Gemeinde attraktiv? Sicher? Gut erschlossen? Oder haben sie einen Wunsch? Jetzt können Alt und Jung ihre Bedürfnisse kundtun und das Leben in der Gemeinde mitprägen. Gemeindepräsident Christof Aeschlimann erklärt, wie die Umfrage gedacht ist.

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Christof Aeschlimann will wissen, was seine Gemeinde bewegt. (Foto: Archiv BERN-OST)

Die Bevölkerung von Walkringen ist gefragt: In einer grossen Umfrage kann sie mitbestimmen, wie sie sich ihre Gemeinde in Zukunft entwickeln soll. Die Palette an Fragen ist riesig, von Attraktivität über Bankomat, Finanzen bis Mobilität, von Sicherheit und Siedlungsentwicklung bis Wohnqualität und Weihnachtsbeleuchtung – rund fünfzig Fragen gibt es zu beantworten, wenn man alle durchgeht.

 

Da wird schnell klar: Christof Aeschlimann und sein Gemeinderat haben sich viel überlegt und keinen Bereich ausgelassen. Warum aber wurde die Umfrage lanciert? Und was resultiert am Ende daraus? Wir wollten es von Gemeindepräsident Christof Aeschlimann wissen.

 

Christof, wie kamst du mit deinem Gemeinderat auf die Idee mit dieser Umfrage?

Christof Aeschlimann: Ich erarbeite seit dem letzten Jahr mit dem Gemeinderat eine neue Strategie samt Massnahmenplan, und dabei gehen wir über jedes Thema. Nun ist es ja gut, wenn wir uns unsere Ideen machen, wie sich die Gemeinde in zehn Jahren entwickeln könnte, aber wir wollten das noch breiter abstützen. Dabei wollten wir zwar nicht strategische Themen ansprechen, aber Themen, die Strategie beeinflussen könnten.

 

Es sind jetzt rund fünfzig Fragen geworden …

Ja, es kamen so viele Themen zusammen, dass die Umfrage anfangs zu umfangreich wurde, und so haben wir sie ein wenig zusammengekürzt: Wir konzentrierten uns auf die dringendsten Fragen, und damit benötigt man jetzt ungefähr 25 Minuten zum Beantworten. Das fordert schon ein bisschen Einsatz – und zugleich denke ich, kann man von der Bevölkerung erwarten, dass sie sich für wichtige Themen der Gemeinde Zeit nimmt.

Wieviele Bogen erwartet ihr zurück?

Wir hoffen auf möglichst viele! Ausfüllen dürfen nämlich alle, nicht nur die Stimmberechtigten: Schön wäre beispielsweise, wenn die Lehrerschaft das mit Schülerinnen und Schülern anschaut. Sie müssen nicht jede Frage ausfüllen, aber sie sind auch unsere Bürgerinnen und Bürger, auch wenn sie noch nicht 18 Jahre alt sind. Ziel wäre ein möglichst grosser Rückfluss, und wir sind um jede Rückmeldung froh, sogar wenn nicht der komplette Bogen ausgefüllt wird. Die Umfrage ist ja anonym, einzig das Alter ist wichtig: So erfahren wir, welche Bevölkerungsgruppe zufrieden ist, welche vielleicht nicht.

 

Ein Enddatum ist nicht vermerkt: Bis wann sammelt ihr die Antworten?

Das haben wir bewusst offengelassen, wir wissen ja noch nicht, wie sich der Rückfluss entwickelt. Zurzeit sind 260 Bogen bei uns eingetroffen, aber wir möchten gerne noch mehr: Es geht um Themen, die breit interessieren. Wir werden daher an der Gemeindeversammlung vom 22. Juni noch einmal alle darauf hinweisen und zum Ausfüllen animieren. Zurzeit ist das Ziel, Ende Juni die Befragung abzuschliessen und mit dem Auswerten zu beginnen.

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Eine Bestellliste ist die Umfrage nicht, aber Christof Aeschlimann nimmt die Anliegen der Leute ernst. (Foto: Archiv BERN-OST)

Und wer wertet die Antworten aus?

Das werden wir zusammen anpacken: Die strategischen Themen werde ich übernehmen, weil die Strategie mein Geschäft ist. Das eher Operative wird das Team um Gemeindeschreiber Denis Antelo auswerten, das Übrige je nach den konkreten Inputs. Als erstes werden wir eine Liste erarbeiten, anhand derer wir sehen, was an operativen und was an strategischen Themen anliegt.

 

Was geschieht dann mit den Antworten?

Ich möchte herausfinden, was gewünscht wird – und vor allem, was davon wir direkt übernehmen können im Sinn von: «Das ist ein megacooler Input, den übernehmen wir.» Andernorts sind vielleicht Anpassungen nötig, samt Begründung, warum sie nicht direkt übernommen werden können. Oder mit einer Begründung, warum sie ganz abgelehnt werden.

Was wäre beispielsweise sofort möglich?

Die Frage «Bankomat nötig oder nicht» ist exemplarisch: Diese Frage liesse sich ziemlich einfach erledigen, da bereits einige Gespräche geführt und etliche Lösungsansätze andiskutiert wurden. Aber: Zurzeit lauten die Stimmen genau 50 dafür und 50 dagegen – was machen wir da? Bei dieser Frage müssen wir vielleicht den Faden noch einmal aufnehmen, schauen, welche Altersklasse Bedarf hat und mit welcher Begründung. Solche Punkte werde ich vielleicht an der Gemeindeversammlung nachfragen. Das Ziel muss eine kostenneutrale Lösung sein.

 

Die Fragen gehen querbeet durch alle Themen: Was können die Leute erwarten, werden ihre Wünsche dann auch umgesetzt?

Vielleicht nicht einfach direkt umgesetzt, es muss schon im Rahmen eines gewissen Prozentsatzes liegen und das Interesse der Bevölkerung widerspiegeln. Wenn beispielsweise mehr Leute lieber keine Weihnachtsbeleuchtung möchten, können wir immer noch alle Argumente dafür sammeln, alles aufzeigen und kurz begründen: Letztlich ist es eine Umfrage, kein Bestellformular. Aber so wissen wir, welche – auch speziellen – Anliegen in der Luft liegen und sehen die Bedürfnisse.

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Die Umfrage beinhaltet rund fünfzig Fragen querbeet zu allen wichtigen Themen. (Foto: cw)

Möchtest du zu dieser Umfrage noch etwas anmerken?

Wir werden die Fragebogen nicht mit einem «Schön, merci!» in die Schublade legen, sondern sie ernst nehmen, sie auswerten und dann an einer separaten Veranstaltung oder an der Dezember-Gemeindeversammlung darüber informieren. Wir wollen nicht an den Leuten vorbei politisieren, darum umso mehr: Merci allen, die sich die Zeit nehmen mitzumachen. Alle, die noch nicht mitgemacht haben, möchte ich ermuntern: Es ist eine gute Möglichkeit, bei der Zukunft der Gemeinde mitzuwirken.

 

Hier geht’s zur Online-Umfrage von Walkringen


Autor:in
Claudia Weiss, claudia.weiss@bern-ost.ch
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Erstellt: 14.06.2026
Geändert: 14.06.2026
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