Eichenprozessionsspinner oder nicht?

«Es ist eine Vorsichtsmassnahme, Panik ist nicht angebracht»

Auf dem Spaziergang am Aareufer rund um Belp sollen sie gesichtet worden sein, jetzt wurde in der Badi Münsingen vorsichtshalber ein Rasenabteil gesperrt: Sind es Prozessionsspinner oder nicht? Von der Gemeinde Belp kam bereits Entwarnung, in Münsingen laufen noch Abklärungen. Bis Gewissheit herrsche, wolle man kein Risiko eingehen, erklärt Gemeindepräsidentin Stefanie Feller.

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Prozessionsspinner? Oder doch nicht? Das Foto eines vollen Nests an der Aare bei Belp zeigt offenbar eine andere Raupenart. (Leserbild)

Die Meldung, die in unserem Postfach landete, klang alarmierend: «Achtung: Die für Hunde lebensgefährliche Eichenprozessionsspinnenraupe haben wir am Aare-Ufer entdeckt!!» Das schrieb ein Leser aus Biglen an uns und andere Redaktionen. Er habe auf seinem Spaziergang rund um das Restaurant Campagna in Belp «viele Nester des Eichenprozessionsspinners gesehen», berichtete er. «Einige waren schon mit Raupen gefüllt, die wohl in den nächsten Tagen aufbrechen werden, andere sind mit hunderten von Eiern besetzt!»

 

Oder doch nicht …

Tags darauf folgte bereits die Entwarnung vonseiten der Gemeinde Belp. Man habe die Warnmeldung samt Bildern an die Abteilung Naturförderung des Kantons Bern weitergeleitet. «Nach Rücksprache mit Franziska von Lerber können wir Ihnen rückmelden, dass es sich bei den Nestern nicht um Nester des Eichenprozessionsspinners handelt», schreibt der Leiter Planung und Infrastruktur: Bei den Fotos handle es sich um eine Raupe, die den Gespinst- und Knospenmotten zugeordnet werden könne.

Dafür hat uns schon zwei Tage später eine weitere Meldung aus der Region erreicht: Eine Leserin hat gesehen, dass am Mittwochnachmittag in der Badi Münsingen eine Rasenfläche wegen des Verdachts auf Eichenprozessionsspinner abgesperrt wurde.

 

«Sicher ist besser» in Münsingen

Auf Nachfrage bestätigt Gemeindepräsidentin Stefanie Feller, dass Badegäste Punkte auf der Haut gemeldet hätten, weshalb nun abgeklärt werde, ob es sich um die Eichenprozessionsspinner handle. Zur Abklärung seien die kantonalen Fachstellen und das kantonale Inspektorat für die Badewasserkontrollen eingeschaltet worden. Bis die Fachleute zu einem Resultat gekommen sind, bleibe die betroffene Rasenfläche abgesperrt, sagt Feller: «Wir wollen unsere Badegäste keinerlei Risiken aussetzen.»

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Der Prozessionsspinner präsentiert sich nur auf den ersten Blick ähnlich. (Foto: Archiv BERN-OST)

Keine Gefahr in den Schwimmbecken

In Belp zeigte sich, dass die Aufregung der Spaziergängerinnen und Spaziergänger verfrüht war: Statt Eichen-Prozessionsspinnern zeigen die Fotos offenbar Nester von Gespinst- und Knospenmotten, die ein bisschen ähnlich aussehen. In Münsingen setzt man daher auf Besonnenheit und gründliche Abklärung: «Die Absperrung ist vorerst eine reine Vorsichtsmassnahme, es gibt keinen Grund, Panik zu verbreiten», betont Stefanie Feller. Und ergänzt zur Freude der Badenixen und Wasserratten: «Alle Schwimmbecken können gefahrlos weiter benutzt werden, dies wurde mit den Experten abgestimmt.»

Gemeinde informiert bald

Die Gemeinde wird so rasch wie möglich auf der Website von Münsingen informieren, worum es sich handelt und was getan werden kann: Informationen werden demnächst in den News aufgeschaltet.


Autor:in
Claudia Weiss, claudia.weiss@bern-ost.ch
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Erstellt: 29.05.2026
Geändert: 29.05.2026
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