«Es ist nicht nachvollziehbar, warum der Betrieb dem Erdboden gleichgemacht werden soll»
Der frühere Heimleiter des Alterszentrums Kiesenmatte in Konolfingen äussert sich in einem Lesermail kritisch zum anstehenden Bauprojekt.
Während zehn Jahren war ich Heimleiter des Alterszentrums Kiesenmatte in Konolfingen.
Die Institution war beliebt und hoch angesehen.
Mit Stiftungsrat und Leitungsteam hatten wir zwei Projekte von insgesamt neun Millionen Franken zu bewältigen. 2007, nach einem heftigen Gewitter, entleerte sich die Chise in unsere Einstellhalle. 1,80 Meter war der Wasserstand. Einstellhalle, Garderoben, Lifte, Lager, Kühlung und Lüftung wurden beschädigt, wie auch vieles in der Siedlung. Dies bewog den Stiftungsrat, die geplante Erweiterung und Sanierung voranzutreiben und er lud zu einem Architektur-Wettbewerb. Viele Vorschriften mussten berücksichtigt werden, etwa für eine neue Wohngruppe für demenzkranke Menschen. Zudem verlangte der Kanton, das Gebäude, zu seinen Lasten, erdbebensicher zu bauen! Das hatte unter anderem neue Heizungen und Fenster zur Folge.
2010 wurde der «Neubau» eingeweiht. Es ist nicht nachvollziehbar, warum der gut funktionierende Betrieb nach 15 Jahren dem Erdboden gleichgemacht werden soll, mit schwerwiegenden Folgen für Bewohnerinnen, Angehörige, Nachbarn und Team. Haben die Architekten, das Ingenieurbüro und die Zuständigen des Kantons auch ein solch vernichtendes Urteil über «ihren» Bau mitgeteilt? Oder wurden sie gar nicht beigezogen?