«Faktenbasiert, vorausschauend, nahe bei den Menschen»
Ende März wählen wir den Berner Grossrat neu. Allein aus der Region Bern-Ost bewerben sich 155 Männer und Frauen um einen der insgesamt 160 Sitze. Bei uns stellen sich von jeder Partei eine Kandidatin und ein Kandidat aus der Region vor. Heute Grüne-Gemeinderat Andreas Wiesmann aus Münsingen.
Name: Andreas Wiesmann
Alter: 58
Wohnort: Münsingen
Beruf: CEO, Physiker, Dr. phil. nat., Gemeinderat Umwelt und Liegenschaften Münsingen
Arbeitgeber: GAMMA Remote Sensing AG und Gemeinde Münsingen
Familienstand/Kinder: verheiratet, 3 Söhne
Bisherige politische Ämter: Gemeinderat Münsingen, Ressort Umwelt und Liegenschaften seit 2026 Parlamentarier Parlament Münsingen (2017 – 2025) Fraktionspräsident GRÜNE Fraktion (2022 - 2025) Mitglied Geschäftsprüfungskommission des Parlaments Münsingen GPK (seit 2024) Vizepräsident Spezialkommission Geschäftsordnung (2020/21)
Wie wurden Sie politisiert, was ist Ihre früheste Erinnerung an Politik?
Politisiert wurde ich durch das Waldsterben in den 80ern und die Diskussionen um das geplante Kernkraftwerk Kaiseraugst.
Warum sind Sie bei den Grünen gelandet?
Als Vater und Wissenschaftler ist für mich klar, dass wir als Gesellschaft die Klima- und Biodiversitätskrise bewältigen müssen damit auch die nächsten Generationen eine Zukunft haben. Bei den Grünen habe ich viele engagierte Gleichgesinnte gefunden.
Welche drei Begriffe beschreiben Ihre politische Haltung am besten?
Faktenbasiert, vorausschauend, nahe bei den Menschen
In welchem Politikbereich sehen Sie im Kanton Bern den dringendsten Handlungsbedarf?
Es braucht dringend eine vorausschauende Klimapolitik, denn kluge Vorsorge ist günstiger als jede Krise. Weitere Baustellen: die regionale Gesundheitsversorgung, bezahlbarer Wohnraum und das Vertrauen der Menschen in die politischen Institutionen.
Soll die Schweiz Waffen in die Ukraine liefern?
Die Ukraine wurde völkerrechtswidrig überfallen und hat das Recht auf Selbstverteidigung. Die Ukraine kämpft in akuter Notwehr um ihre Unabhängigkeit und Existenzgrundlage. Als Schweiz müssen wir uns solidarisch zeigen und den Wunsch der Ukraine nach Selbstverteidigung anerkennen und unterstützen. Die Erlaubnis zur Wiederausfuhr von in der Schweiz produzierten Waffen an die Ukraine ist aus meiner Sicht und auch aus Sicht verschiedener Fachexpertinnen und -experten neutralitätsrechtlich vertretbar und im Einklang mit dem Völkerrecht der UN-Charta, insbes. mit Artikel 51, dem Recht auf Widerstand gegen eine Aggression.
Wie stehen sie zum Thema Tempo 30 innerorts?
Tempo 30 verflüssigt den Verkehr, erhöht die Sicherheit und reduziert den Lärm, klar ja zu Tempo 30.
Was können Sie, dass niemand von Ihnen denken würde?
Morsen. Ich habe langjährige Erfahrung im Amateurfunk mit besonderem Schwerpunkt auf der High-Speed-Telegrafie (CW) via Kurzwelle. Aktuell ruht diese Tätigkeit aus Zeitgründen.
Was ist das Wildeste, was Sie je gemacht haben?
Eine Familie gegründet.
Welches Lied können Sie auswendig?
Nationalhymne (Schweizer Psalm)
Was war als Kind Ihr Traumberuf?
Forscher, Buschpilot