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Ferienbetreuung: Worb legt ohne Umfrage los

Der Grosse Gemeinderat (GGR) von Worb hat am Montag Abend Ja gesagt zu einem verbesserten Angebot an familienexterner Betreuung während der Schulferien. Neu bietet die Gemeinde während sieben Wochen im Jahr bis zu 16 Plätze an.

Ferienspass 2016: Kinder besuchen die Feuerwehr. (Bild: Archiv BERN-OST)

Bisher konnten Schulkinder in Worb während drei Wochen im Jahr die Tagesschule besuchen. Allerdings nur wenn sie an den entsprechenden Tagen auch für einen Ferienspass-Kurs angemeldet waren.

 

Verlässliches Angebot

Dem Bedürfnis von berufstätigen Eltern, die ganze Wochen abdecken müssten, entspreche dieses Angebot nicht. Oft müssten sie ihre Ferien schon Anfang Jahr beim Arbeitgeber anmelden und sich auf ein Betreuungsangebot verlassen können, schreibt der Gemeinderat in der Botschaft zuhanden des GGR.

 

Grundsätzliche Kritik am Angebot äusserte im GGR niemand. Marco Jorio (GLP) kritisierte seitens der Geschäftsprüfungskommission die  Bedürfnisabklärung. Der Gemeinderat hatte im Vorfeld mit der Tagesschulleitung gesprochen und sich von der kantonalen Erziehungsdirektion beraten lassen, anstatt wie andere Gemeinden eine Umfrage durchzuführen. "Wir sind überrascht", sagte Jorio dazu.

 

Auch die FDP bemängelte die fehlende Bedürfnisabklärung und forderte darum gar die Rückweisung des Geschäfts. Für das Angebot sprachen sich die BDP/GLP-Fraktion, die EVP und SP+Grüne aus. Die SVP äusserte sich selber nicht zum Geschäft, stimmte aber mit der FDP für die Rückweisung.

 

"Pilot ist Bedürfnisabklärung"

Gemeinderat Christoph Moser (SP) erklärte, beim Kanton habe man der Gemeinde geraten, loszulegen. Das Angebot ist vorerst auf drei Jahre beschränkt. "Diese Pilotphase ist die Bedürfnisabklärung", argumentierte Moser.

 

Die Mehrheit des GGR folgte dem Gemeinderat ohne lange Diskussion. Der Rückweisungsantrag der FDP wurde mit 18 Nein- zu 15 Ja-Stimmen verworfen. In der Schlussabstimmung wurde das Reglement über die Ferienbetreuung schliesslich mit 18 Ja zu 11 Nein genehmigt, vier Ratsmitglieder enthielten sich der Stimme.

 

Die Tagesschule wird bereits ab nächstem Schuljahr während der Frühlingsferien sowie während der drei letzten Sommerferien- und der zwei letzten Herbstferienwochen offen sein für Kinder, die in Worb wohnen oder hier die Schule besuchen.

 

Finanziert wird das Angebot durch Eltern-, Gemeinde- und Kantonsbeiträge. Die Eltern bezahlen einkommensabhängig zwischen 20 und 50 Franken pro Tag.


Autor
Anina Bundi, anina.bundi@gmx.ch
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Erstellt: 14.05.2019
Geändert: 14.05.2019
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