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Feuerwehr Oberdiessbach: Schaulustige und falsches Blut

Am Montagabend übte die Regiofeuerwehr Oberdiessbach für den Notfall. BERN-OST war mit dabei und erhielt exklusiven Einblick in die Übung.

Impressionen der Übung. (Video: Lina Schlup)

Zwei zerstörte Autos stehen umgeben von zig Schaulustigen am Strassenrand. Was zuerst nach einem wüsten Unfall aussieht, entpuppt sich zum Glück nur als Übung. Der Mann, der mit der schlimmen Wunde am Kopf am Steuer sitzt, schaut kurz aufs Handy, dann treffen die Hilfskräfte ein und er schlüpft sofort in die Rolle des Unfallopfers.

 

Ausbildungsstand prüfen

Am 2. Juli trainierte die Regiofeuerwehr den Ernstfall im Rahmen eines simulierten Verkehrsunfalls. Dafür wurde die Haubenstrasse in Herbligen zwischen 19:30 und 21:30 Uhr gesperrt. 

 

"Ziel der Übung, war die Zusammenarbeit der verschiedenen Blaulichtorganisationen zu trainieren und den Ausbildungsstand zu überprüfen", sagt Sascha Fankhauser, Kommandant der Regionalfeuerwehr Oberdiessbach. Mit dabei waren die Sanität, der Sonderstützpunkt Personenrettung bei Unfall (PbU) der Feuerwehr Steffisburg und die Polizei.

 

Ein Spektakel für die Nachbaren

Um etwa 19:40 istes dann soweit, die Übung wird durch den Übungsleiter mittels Alarmmeldung ausgelöst. "F1 Verkehrsunfall, eine Person eingeklemmt." Ein zweites Fahrzeug mit drei leichtverletzten Personen steht daneben. 

 

Die Kinder und Eltern der Nachbarschaft platzieren sich rund um die Strasse, um einen möglichst guten Blick auf das Geschehen zu erhaschen ohne dabei den Einsatzkräften im Weg zu stehen. Die drei leichtverletzten Männer brüllen lauthals Anschuldigungen. Der eingeklemmte Mann scheint unter Schock zu stehen und ist kaum ansprechbar. 

 

Sofort Massnahmen einleiten

Der Einsatzleiter der Regiofeuerwehr Oberdiessbach kommt als erster an die Unfallsstelle. "Er rekognoszierte den Schadenplatz und wies die entsprechenden Fahrzeuge und Organisationen ein", sagt Fankhauser weiter. 

 

Der Einsatzleiter Sanität, der PbU der Feuerwehr Steffisburg koordiniert die Patientenbetreuung und entscheidet mit seinem Team, in welcher Reihenfolge die Personen geborgen werden. Bei der eingeklemmten Person muss vorsichtig vorgegangen werden, damit nicht eventuelle Rückenverletzungen verschlimmert werden. In Absprache mit der Sanität werden weiter Sicherheitsmassnahmen am Unfallfahrzeug vorgenommen.

 

Aufgedeckte Mängel beheben

Nach der Bergung der Personen wird die Übung unterbrochen und anschliessend besprochen.

 

"Die Zusammenarbeit der verschiedenen Blaulichtorganisationen funktionierte sehr gut. Es wurden jedoch auch Mängel aufgedeckt, welche in die zukünftige Ausbildung einfliessen werden", sagt Sascha Fankhauser. "Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit."


Autor
Lina Schlup, lina.schlup@bern-ost.ch
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Erstellt: 08.07.2018
Geändert: 08.07.2018
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