Fünf Emmentaler auf Töfflitour über Alpenpässe
Vier Tage lang waren fünf Männer aus dem Emmental auf zwei Rädern unterwegs. Die zwischen 70 und 80 Jahre alten Freunde fuhren mit ihren Töfflis durch das Münstertal, über den Umbrailpass bis aufs Stilfserjoch und sammelten dabei vor allem eines: gemeinsame Erinnerungen.
Ende Juli waren Hansruedi Rüfenacht (70) aus Walkringen sowie Ueli Krebs, Erwin Tanner, Willi Tanner und Peter Schlüchter unterwegs. Die fünf nennen sich die «Töfflibueben vom Röstigraben». Sie sind alle am gleichen Ort aufgewachsen und verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft.
«Es ging darum, noch einmal mit dem Töffli unterwegs zu sein und sich dabei wieder ein bisschen wie in der Jugend zu fühlen», sagt Organisator Hansruedi Rüfenacht.
Die Vorbereitung sei allerdings nicht ganz ohne gewesen. «Mit fünf Männern zwischen 70 und 80 Jahren ist vor allem die Organisation der Unterkünfte eine Herausforderung. Ich bin aber froh, dass ich die Reise organisiert habe.»
Mit vier Töfflis und einem Reservefahrzeug
Die Reise begann in Walkringen. Mit dem Begleitfahrzeug ging es zunächst durch das Entlebuch sowie über den Albula- und den Ofenpass ins Münstertal. Dort wurden die Töfflis ausgeladen.
Unterwegs waren die Freunde mit einem Condor Puch X30, drei Piaggio Variomat und einem Tomos Classic. Ein weiterer Piaggio wurde als Reserve im Begleitfahrzeug mitgeführt.
Erstes Ziel war Santa Maria im Münstertal. Dort wurden die fünf auf dem Bauernhof von Werner Haldimann empfangen, einem Cousin von Hansruedi Rüfenacht, der ursprünglich aus Linden stammt.
Bis auf 2760 Meter über Meer
Von Santa Maria aus führte die Tour durch den Schweizerischen Nationalpark und über den Umbrailpass hinauf aufs Stilfserjoch. Mit 2760 Metern über Meer zählt der Pass zu den höchsten asphaltierten Alpenpässen Europas. Anschliessend kehrte die Gruppe nochmals nach Santa Maria zurück.
Am nächsten Tag führte die Route über den Reschenpass durch Südtirol und Italien zurück in die Schweiz nach Sent im Unterengadin. Nach einer weiteren Übernachtung ging es mit dem Begleitfahrzeug über den Flüelapass und den Wolfgangpass zurück nach Walkringen. Mit den Töfflis legten die fünf Freunde insgesamt rund 250 Kilometer zurück.
Begeisterte Begegnungen unterwegs
Besonders in Erinnerung geblieben ist den Emmentalern die Gastfreundschaft entlang der Strecke. «Wir wurden von Bekannten herzlich empfangen. Aber auch viele Leute, die wir unterwegs trafen, freuten sich über unsere Töfflis und kamen mit uns ins Gespräch», erzählt Rüfenacht.
Ganz ohne Schreckmoment verlief die Reise allerdings nicht. Einer der Teilnehmer stiess mit einem Auto zusammen. Dabei wurde der Aussenspiegel seines Töfflis fast weggeschlagen. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.
Zusammenhalt stand im Mittelpunkt
Für Hansruedi Rüfenacht bleibt vor allem das Gemeinschaftserlebnis. «Das Schönste sind der Zusammenhalt und die Erinnerungen, die wir gemeinsam erleben durften.»