Münsingen unterliegt zum Rückrundenauftakt Zug 2:3
Münsingen trat von Beginn an selbstbewusst auf, wurde aber nach etwas mehr als einer Viertelstunde mit einem direkt verwandelten Freistoß kalt geduscht. Der FCM reagierte und drehte in der 32. und 45. Minute die Partie. Zug gelang kurz nach der Pause der Ausgleich, schwächte sich jedoch augenblicklich mit einem Platzverweis gleich selbst. Die Aaretaler konnten die numerische Überzahl nicht nutzen. Im Gegenteil, sie erhielten noch den dritten Gegentreffer zur 2:3-Niederlage.
Nach dreimonatiger Wettkampfpause startete heute die Rückrunde. In der Winterpause wurde beim Klossner-Team hart gearbeitet. Dass die Rot-Schwarzen auf dem richtigen Weg sind, zeigte sich in den Vorbereitungsspielen. Münsingen gewann fünf von sechs Testpartien diskussionslos. Kurz nach dem Trainingslager in Valencia Anfang Februar verpflichtete Sportchef Mumenthaler noch einen Spieler. Mit dem 18-jährigen Mika Müllener stieß ein Flügelspieler vom U-19-YB-Nachwuchs zu den Aaretalern.
Zum Rückrundenauftakt reisten die Münsinger nach Zug. Der Aufsteiger verstärkte seinen Kader in der Winterpause auf mehreren Positionen und möchte sich im Tabellenmittelfeld etablieren.
Nach kurzer Abtastphase übernahm die Klossner-Elf das Spieldiktat und trat selbstbewusst auf. Sablatnig und Forrer verpassten jeweils die frühe Führung. Etwas mehr als eine Viertelstunde war gespielt, als die Einheimischen einen Freistoß aus ca. 20 Metern aus zentraler Lage treten konnten. Was folgte, war ein direkt verwandelter Standardtreffer. Der erste Abschluss der Zuger führte zur schmeichelhaften Führung.
Die Gäste schalteten noch einmal einen Gang höher und kamen nach einer herrlich herausgespielten Kombination zum Ausgleich. Michel lancierte in der 32. Minute auf der rechten Seite Rothen in die Tiefe. Der zog in den Sechzehner und passte auf den hinteren Pfosten zu Topskorer Forrer, der bekundete keine Mühe, das Spielgerät über die Linie zu drücken. Für «Matti» war es bereits Meisterschaftstreffer Nummer sieben.
Nach dem Ausgleich drückten die Gäste sofort auf die Führung. Läubli, Forrer und Michel vergaben schon fast im Minutentakt ausgezeichnete Torchancen. Es brauchte einen Standard auf der linken Seite aus ca. 18 Metern Forrer flankte fast schon maßgeschneidert auf den Kopf von L. Dushica, der das Spielgerät quasi mit dem Pausenpfiff unhaltbar in die rechte Torecke versenkte.
In der zweiten Hälfte dauerte es keine zehn Zeigeumdrehungen, bis die Partie wieder ausgeglichen war. Zug 94 griff über die rechte Angriffsseite an und flankte zwischen die FCM-Abwehrreihe, wo ein Zuger per Flugkopfball einnicken konnte.
Ein paar Augenblicke später kochten die Emotionen hoch. Nach einem harmlosen Foulspiel an Michel ereignete sich eine Rangelei zwischen mehreren Spielern, bei der sich ein Zuger nicht mehr unter Kontrolle hatte und Mühlethaler niederstreckte. Der Innerschweizer wurde mit der roten Karte des Feldes verwiesen.
In der restlichen Spieldauer lagen nun alle Vorteile bei den Aaretalern. Trainer Klossner vollzog einen Dreifachwechsel und brachte so frischen Wind in die Begegnung. Die Zuger stellten taktisch um und konzentrierten sich nur noch auf das Verteidigen.
Wie so oft in dieser Meisterschaft merkte man beim FCM von der numerischen Überzahl nicht viel, im Gegenteil: Die Zuger waren mit den schnellen Kontergegentstössen das gefährlichere Team. Einzig F. Dushica konnte in der 76. Minute mit einem Kopfball an die Latte für Gefahr im gegnerischen Strafraum sorgen, ansonsten taten sich die Gäste schwer, in die gefährliche Zone einzudringen.
Zehn Spielminuten vor Ablauf der regulären Spielzeit setzten die Innerschweizer nach einem Ballgewinn auf Höhe der Mittellinie zu einem schnellen Gegenstoß an, kombinierten sich mit einigen direkt gespielten Ballstafetten zu viert gegen sieben FCM-Spieler durch und netzten zum viel umjubelten dritten Treffer ein. Was für ein ärgerlicher Gegentreffer! Der Frust war bis unter das Tribünendach zu hören.
Die Berner warfen nun alles nach vorne, fanden jedoch die notwendigen Lücken im kompakten Zuger-Abwehrverbund nicht mehr und mussten so mit einer Niederlage die lange Heimreise antreten.
Nächstes Spiel:
Sonntag, 1. März 14.30 Uhr
FC Münsingen – FC Wohlen
Telegramm:
Zug 94 – FC Münsingen 3:2 (1:2)
Tore:
16. Minute 1:0
32. Minute 1:1 Forrer
45. Minute 1:2 L. Dushica
53. Minute 2:2
80. Minute 2:3
Zuschauer: 135
Der FC Münsingen spielte in folgender Formation:
Hunziker, Stauffiger (86. Meisterhans), Sablatnig, L. Dushica, Rothen, Forrer, Michel (81.Müllener), F. Dushica, Fuhrer (66. Marinkovic), Läubli (66. Knuchel), Mühlethaler (66. Dangubic)
Bemerkungen:
Ajeti, Indermühle, Valente, Colaj und Beyeler verletzt.
(57.) Mühlethaler und (72.) Knuchel auf Seite des FC Münsingen verwarnt.